Alto del Toro

...der Tag nach dem Regen!

01.03.2009

Kaum zu glauben! Am Samstag hat es das erste Mal in diesem Jahr und in diesem Sommer geregnet, nach schätzungsweise 5 Monaten Trockenheit.
Natürlich wurden davon wieder einmal alle überrascht... allen voran die chilenischen Wetterdienste. Die sagten nämlich in der Zeitung und auf einschlägigen Seiten im Internet wie üblich Sonne und Hitze voraus. Wer rechnet auch mit Regen?
Wir! Seit wenigen Tagen ballten sich die Wolken über den Anden und zogen gegen Nachmittag immer weiter über Santiago hinweg. Das kannten wir schon aus den Vorjahren als Vorboten des Regens und ich stöberte daher auf den Wetterseiten von Yahoo und dem argentinischen Wetterdienst. Yahoo sagte tatsächlich für den Samstag Regen an und auf den Satellitenkarten Argentiniens war deutlich das riesige Wolkenband erkennbar. Als wir also am Samstag früh noch im Bett lagen, mischte sich zu den üblichen rauschen der Wasserschläuche unserer Conserjes plötzlich ein lautes gleichmäßiges Rauschen, das man als leidgeprüfter Rheinländer sofort als einen kräftigen Regenguss erkennt! Wir sprangen also aus dem Bett und ans Fenster - und tatsächlich: ein mittlerer Schauer! Nur der Nachbarconserje hatte es immer noch nicht bemerkt, der spritzte nämlich noch stoisch den Parkplatz nass, bis er angesichts der größeren Wassermenge von oben doch lieber aufgab.
Samstag konnten wir also guten Gewissens zu Hause faulenzen (sonst bekommt man bei dem ewig guten Wetter immer ein schlechtes Gewissen) und uns am Nachmittag noch pflichtbewußt dem Kauf eines neuen Ofens widmen, da war draußen aber auch schon wieder alles trocken.
da hinter liegt Santiago frisch beschneit aber schwer zu erkennen
Sonntag schien wie üblich die Sonne als wäre nichts geschehen, und wir machten uns auf den Weg zum Alto del Toro, einer Art langgezogenem Bergrücken mit zwei Radioteleskopstationen auf zwei kleinen Erhebungen, alles in knapp über 2.000m Höhe in der Nähe der Skigebiete gelegen. Als erfreuliche Abwechslung erwartete uns ein relativ flacher Weg, ohne klettern und steigen und mit Aussicht auf die Skigebiete, die sich allmählich in dicke Wolken hüllten.
die erste Ansammlung von Antennen in der Ferne die Serpentinen - 36 Kehren bis ganz oben
Durch den gestrigen Regen waren die hohen Berge der Kordillere auch frisch beschneit. Leider wurde es zu dunstig, um den Blick über Santiago genießen zu können, statt dessen gab es nur Sicht auf die Serpentinen in die Skigebiete.
relativ grün nach dem Regen die Aussicht hüllt sich in Wolken
Nach einem einsamen Picknick, heute war außer uns weit und breit niemand zu sehen, ging es den gleichen Weg zurück.
das Ziel kupfrig-grün verfärbter Boden
Markus rettete eine riesige Vogelspinne vor dem sicheren Tod durch Autoreifen, indem er sie an den Straßenrand scheuchte. Zum Dank hing sie plötzlich an seinem Schuh, wollte sich den wohl einmal vorknöpfen, aber Markus ließ sich nicht beirren. Nur, damit man sich die Dimension vorstellen kann: Die Spinne war etwa halb so groß wie Markus' Schuh! Mit angewinkelten Beinen, so wie sie auf dem Foto da sitzt, maß sie bereits gute 14cm Durchmesser.
ein Vogelspinnen-Goliath
Auf der Rückfahrt nach Santiago fing es tatsächlich noch einmal an zu tröpfeln, aber bis in die Stadt hinein schafften es die Tropfen dann doch nicht.

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