Nationalparks und Jesuitenestancias

Argentinien, 2. Teil: 3000 Kilometer auf den Spuren des Weltkulturerbes

14.09.-23.09.2007

Zusammenfassung Argentinien

Freitag

Die wichtigsten chilenischen Feiertage fallen in der kommenden Woche auf Dienstag und Mittwoch. Daher, und weil die Bevölkerung Santiagos bei der Umstellung auf das neue Nahverkehrssystem Transantiago soviel Ungemach ertragen mußte, spendete unsere Präsidentin großzügigerweise den Montag landesweit als freien Tag dazu. Statt also Chile im Nationalfeiertagswahn zu erleben reicht Markus noch schnell zwei kostbare Urlaubstage ein und wir beladen das Auto, um dem bereits komplett rot-weiß-blau beflaggten Santiago in Richtung Mendoza zu entfliehen.
Trotz düsterster Vorhersagen der Kollegen erreichen wir problemlos die Grenze und statt der prognostizierten 5 Stunden Wartezeit bei der Ein- und Ausreise reihen wir uns in die dürftige Schlange ein und sind nach 15 Minuten am ersten Schalter. Allerdings wird die Welle der Feiertagsflüchtlinge wohl erwartet, viel zu viele Grenzer sortieren die wenigen Autos und der Ansturm wird sicher am frühen Morgen stattfinden. Diesmal sind wir bereits grenzübertrittserprobt, haben rechtzeitig bis zum Tunnel alles aufgegessen und reichen souverän immer die richtigen Papiere durchs Fenster. Im Gegensatz zu einigen anderen Autos wird unser Gepäck nicht kontrolliert, unter den wohlwollenden Blicken der Zöllner rollen wir aus der Halle und biegen auf die Ruta 7 in Argentinien ein.
falls man dringend telefonieren muß
Bei einem Blick in die Pässe stellt Markus allerdings fest, daß diesmal die Chilenen ihrer Zeit voraus waren: gemäß Stempel reisten wir am 15.09. aus und am 14.09. in Argentinien ein. Eine Zeitreise rückwärts! Wenn das später mal keine Probleme gibt.
Aufgrund fortgeschrittener Stunde suchen wir in Uspallata ein Nachtquartier und entdecken einen Campingplatz an der Straße. Niemand ist weit und breit zu sehen und nur eine der Cabañas scheint belegt. Also suchen wir ein Plätzchen und bauen schnell das Auto zum Bett um, morgen früh wollen wir gleich weiter, Mendozas Norden ruft.

Samstag

Der Campingplatz scheint noch gar nicht für die Saison eröffnet, jedenfalls läßt der Waschraumzustand darauf schließen. In der einzigen Cabaña wohnen Bauarbeiter und wir finden immer noch niemanden um unser Geld loszuwerden. Also schnell gepackt und los. Wenig später erwartet uns eine eher oberflächliche Polizeikontrolle, die hauptsächlich die eben erst bei der Einreise kontrollierte Zusatzversicherung sehen will. In Mendoza kaufen wir zielstrebig den Straßenatlas, den wir das letzte Mal nicht mehr bekommen haben, ein Wunder - es ist noch genau einer im Regal! Jetzt noch schnell Vorräte aufgestockt und wir verlassen Mendoza. Wir picknicken unter einem riesigen Baum an der Straße und finden uns bald darauf in der Reserva Nacional Villavicencia.
der einzige Picknickbaum weit uns breit alta dificultad??
Hier beginnt es pünktlich zu unserer Ankunft zu schneien und am Infohäuschen macht man uns gar nicht mehr auf. Dafür ermahnt ein Schild, bei Schnee vorsichtig zu fahren und in den Kurven zu hupen, es sei eine Strecke hohen Schwierigkeitsgrads. Was das bedeutet erfahren wir auf dem nächsten Schild, es ist die Straße der 365 Kurven oder die Straße, für die man ein Jahr benötigt. In der 5. Kurve verliere ich den Überblick und gebe das zählen auf. Bei Schneeregen und dichtem Nebel verpassen wir leider die bestimmt schöne Aussicht und kehren statt dessen in einer Hostería am Wegrand mit Kamin ein. Die restlichen Kurven werden immer abenteuerlicher, zum Glück sieht man dank des Nebels nicht die Abgründe am Straßenrand. Erst hinter dem Pass auf 2.800m klart es plötzlich auf und wir sehen sogar Herden von Guanakos und den Aconcagua vom Mirador.
Schnee liegt nur auf den Pflanzen Guanakos im Nebel
In Uspallata (hier waren wir heute Nacht schon) tanken wir Benzin und Geld und fahren über eine schlechte, weil stellenweise eher tiefe Kiespiste nach Norden zum Nationalpark El Leoncito. Unterwegs kommen wir an Überresten des Camino del Inca vorbei, allerdings sind die erklärenden Schilder auch mit viel Fantasie nicht mehr zu lesen.
der Nebelpass die Trockenschlammpiste
Als die Straße noch schlechter wird führen die Spuren links über ein ausgetrocknetes Schlammfeld, hier fährt es sich deutlich angenehmer, ohne Löcher. Kurz darauf biegen wir schon in einen pappelgesäumten Weg zum Nationalpark ein und finden uns unerwartet nach der trockenen Halbwüste in einem grünen Bachtal.
schöne Pappelallee
Der Bach selbst hat sich etwa 10m tief in einem kleinen Canyon in den Sandstein geschliffen. Leider hat der Parkranger bereits Feierabend und so laufen wir nur noch kurz hinunter zum Wasserfall, bevor wir uns auf die Suche nach einem Schlafplatz machen.
Wasserfall im Bachtal blattlose Pappeln vor braunem Berg
Es gibt keinen Camping- aber dafür einen schönen Picknickplatz, und so parken wir kurzentschlossen dort. Schon beim Auspacken der Essensvorräte erspähen uns sämtliche Vögel der Umgebung und warten hungrig auf Fütterung. Manche schauen in einem unbeobachteten Augenblick auch selber in die Tüten!
hier floß wohl einmal mehr Wasser unser Picknickplatz
Nach dem Essen werden wir mit einem glühendorange leuchtenden Sonnenuntergang belohnt und verziehen uns dann ins Auto. Markus könnte um halb neun schon schlafen, wovon ich ihn aber zwangsweise mit Kartenspielen noch eine Stunde abhalte. Hier oben auf gut 2.200m ist es nachts sogar im Auto ziemlich kalt und wir müssen schon eine Schicht mehr anlegen zum Schlafen.
intensiver Sonnenuntergang

Sonntag

Die Sonne weckt uns, aber draußen sind es knapp 0 Grad. Beim Frühstückmachen entdeckt Markus vermeintliche Pumaspuren, die über den Picknickplatz führen. Im Conaf Häuschen haben wir eine Karte mit Pumasichtungen hängen sehen, wahrscheinlich schlich einer hungrig um unser Auto. Hinterher behauptet Markus allerdings, es sei nur eine Hundespur.
Auffahrt zu CASLEO unser Bachtal von oben
Da nach dem Frühstück immer noch kein Parkwächter zu sehen ist, fahren wir hoch zum staatlichen Observatorium "CASLEO" und bekommen eine Privatführung vom Techniker. Hier werden die Bewegungen und Flugbahnen von Kometen und anderen Himmelskörpern beobachtet. Der Nationalpark um das Observatorium wurde von CASLEO eingerichtet, um die fortschreitende Erosion in den Griff zu bekommen und damit die besonders saubere und klare Atmosphäre der Umgebung zu erhalten, sowie um sicherzustellen, daß sich keine Industrie oder weitere Orte in der Umgebung des Teleskops ausbreiten. Es wurde ein Gesetz zum "Schutz des Himmels" erlassen und der nächste Ort Barreal mußte eine nicht-kontaminierende Beleuchtung installieren. Zäune um den ganzen Park hindern nun die Kühe daran, sich durch die spärliche Vegetation zu fressen und seither wachsen auch wieder einige gefährdete Pflanzenarten. Abgesehen von Pumas und Zorros (Fuchs) haben sich nun unter anderem Meerschweinchen, Guanakos, Papageien und Kondore wieder vermehrt angesiedelt.
Cerro El Alcázar
Wir verlassen den Park und fahren nach Barreal, wo wir in der Sonne mittagessen. Markus bestellt sich leichtsinnigerweise ein Bier und erhält eine Literflasche, damit hat er den Nachmittag autofrei. Am Cerro de Alcázar hinter dem Ort klettern wir ein Weilchen über die von Wind und Wasser geformten Sandsteinformationen, von denen man eine schöne Aussicht bis zu den verschneiten Andengipfeln hat.
Aussicht bis zu den Anden bizarre Sandsteinformationen
Wir folgen dem Río de los Patos und erwägen kurz ein Bad, es ist aber doch noch ein bißchen kühl. Nach einer Fahrt durch wilde Flußtäler und abwechslungsreiche Landschaft erreichen wir gegen 19 Uhr das Hotel Termas de Pismanta, ein altehrwürdiges Thermalhotel am Abzweig der Paßstraße nach Chile.
die alte und die neue Straße Berge, Wolken, weite Sicht
Wir bekommen ein schönes Zimmer und kochen uns gleich in einem 41°C Bad einmal aus. Es gibt hier einzelne Sitzbäder mit 39°-44°C heißem mineralisch angereichertem Wasser, direkt aus dem Berg. Danach legt man sich zum abkühlen in die Liegestühle und ist dann reif für das Abendessen. Es gibt ein 4-Gang-Menü und wir kommen uns ein bißchen vor wie auf dem Zauberberg, um uns herum sitzen ältere Leute, die den Tag mit Thermalbädern und Ausruhen verbringen. Auch die Flure und Zimmer muten ein wenig an wie im Sanatorium. Argentinischer Rotwein scheint allerdings mit zur Kur zu gehören. Auch hier empfangen wir mitten im Nichts Deutsche Welle TV und schauen noch ein bißchen Talkshow, welch ein Luxus!
Hotel Termas de Pismanta Hotel oder doch Sanatorium??

Montag

Nach einem 40°C Bad, was uns nicht ganz so durchgart wie das gestrige, verlassen wir das Hotel und suchen den örtlichen Artesanen auf. Wir werden aufgrund Uhrzeit und Gesichtern gleich als Ausländer erkannt und begeistert und wortreich erklärt man uns sämtliche Artikel. Ich erstehe ein Portemonnaie aus Wasserschweinleder und Markus zwei typisch argentinische Schlüsselanhänger, mit einem glücksbringenden Kuhknochen und den 3 Kugeln an Lederriemen zum Emufang. Mit zwei Gläsern selbstgemachter Apfelmarmelade können wir uns dann unter ausgiebigen Empfehlungen und guten Wünschen losreißen.
Kinderwagenausfahrt auf argentinisch Wohnmobil oder Sperrmüll?
Die nächste Station ist ein berühmter Windsurfersee, der zu dieser Jahreszeit allerdings eher verlassen daliegt. Die Straße verläuft nun entlang einem breiten Canyon und wir werden von einem tieffliegenden Kondor mühelos überholt. Der muß ja auch keine Kurven fliegen.
verlassener See hier regnet es nicht oft
An einer Polizei- und Banderilloskontrolle (was das ist haben wir nicht herausgefunden), fragen wir nach dem Weg und sind bald darauf in San Jose de Jachal, wo wir Geld, Benzin und Lebensmittel auffüllen. Hier erstehen wir in einer Carniceria 700g Rinderfilet für knappe 5 Euro. In den Kühlschränken hängen auch ganze Schafe und Ziegen am Haken. Nach dem Ort ist die Straße plötzlich gesperrt und der Schrankenbewacher weiß keine Umleitung, die Karte leider auch nicht. Wir folgen seiner vagen Angabe und fahren ewig ein schmales Schottersträßchen. Da das Straßenangebot hier eher beschränkt ist hoffen wir, daß es in die richtige Richtung führt. Als wir schon umdrehen wollen, landen wir plötzlich auf der guten alten Ruta 40, und sind wieder auf dem richtigen Weg. Die Piste führte ursprünglich wohl über einige Brücken, die allesamt von den höchstens einmal im Jahr rauschenden Flüssen eingerissen wurden. Dafür sind jetzt alle paar hundert Meter sogenannte "badenes" angelegt, rechts und links befestigte Mulden, durch die das Wasser jetzt über die Straße rauschen kann und diese nicht so schnell zerstört.
Reste einer Brücke hier fehlt etwas
Wir picknicken an einer eingebrochenen Brücke und kommen danach gut voran, bis wir an der Provinzgrenze zu La Rioja dem "Fitosanitario" zum Opfer fallen. Hier wird verhindert, jegliches Obst einzuführen um die Fruchtfliege nicht einwandern zu lassen, indem man es entweder entsorgt oder schnell aufisst. Wir entscheiden uns für aufessen und vertilgen unter den Blicken der Grenzer 3 Äpfel. Einen hat Markus in der Dachbox übersehen, der ist dann illegal mit uns eingereist. Wir haben ihn später aber auch noch gegessen, damit er keinen Schaden anrichten kann.
Stop! Fruchtfliegenkontrolle! all das darf nicht nach La Rioja
Jetzt ist es nicht mehr weit bis zu unserem Ziel, dem Nationalpark und Unesco Weltnaturerbe Talampaya. Wir rauschen kurz vor Toresschluß dort ein und sind überrascht wie neu und wohlorganisiert hier alles ist. Als einzige Zelter bauen wir auf und bereiten dann die Parrilla vor, die hier zu jedem Platz gehört. Kein Argentinier würde campen, ohne über eine Vorrichtung zu verfügen, um eine halbe Kuh aufs Feuer zu legen.
Prost! Grill- und Zeltplatz in Talampaya
Im Sonnenuntergang gibt es Filet und Malbec satt, neidisch beobachtet von insgesamt 8 Füchsen, die uns hungrig beobachten. Wir geben aber nichts ab, denn alle sehen wohlgenährt aus.
hungrige Zorritos satte Camper

Dienstag

Wir stehen extra früh auf um dann festzustellen, daß der Touristenansturm sich Zeit läßt. Da 99% der Besucher sich im klimatisierten Reisebus durch den Park chauffieren lassen, bekommen wir einen Führer ganz für uns allein, der uns zu Fuß in knapp 5 Stunden durch die von Wind und Wasser erodierten roten Sandsteinformationen führt. Da so früh noch nicht viel los ist, sehen wir einige Maras (eine Art großer patagonischer Hasen) die wie auf Sprungfedern über den Sand hüpfen, und einige Guanakos.
neugierige Guanakos Pumaspur
Zusammen mit Puma (dessen deutliche Spuren wir mehrfach finden), Kondor, Geier und Wanderfalke haben wir damit schon fast alle Bewohner gesehen, nur das Gürteltier fehlt noch, aber das hält gerade Winterschlaf.
roter Sand und weiße Wolken felsiger Abstieg
Zu Fuß erwandern wir einen Seitenarm des Parks und sind dort mit unserem auskunftsfreudigen Führer ganz allein. Wir wandern unter teils 150m hohen Sandsteinwänden und zwischen bizarren Formationen entlang, man hört nur den Wind und ein paar Vögel.
steile Felswände der Riß, der sich quer durch den Park zieht
Quer durch den Park zieht sich ein großer Riß, der deutlich in den Wänden erkennbar ist und durch den Druck der Auffaltung der Anden entstanden sein soll. Dies beweist wohl, daß die Schluchten im Laufe der Zeit erst durch Erosion entstanden sind und früher alles zusammenhing. In den ausgewaschenen Tälern hat man viele Fossilien und Saurierskelette gefunden.
zwischen Sandsteintürmen interessante Formen
Mittags picknicken wir auf einem Felsplateau, von dem man eine atemberaubende Aussicht über den Park hat. Einen besseren Picknickplatz könnte man sich nicht wünschen, und wir beneiden die anderen Besucher, die mit der Bustour abgespeist werden in keinster Weise.
der wohl schönste Picknickplatz und nochmal weil's so schön ist!
Als wir vom Plateau absteigen, treffen auf den Weg den die Busse nehmen, um diesen zurückzulaufen. Unterwegs erwartet uns noch der "botanische Garten", in dem durch unterirdische Wasservorkommen alle im Park vertretenen Bäume und Büsche wachsen.
Auf dem folgenden Bild links erkennt man mich als Größenvergleich ganz unten an meinem weißen Hut:
Ann vor 150m Fels auf dem Weg durch die Flußkiesel
Kurz darauf gibt es noch Petroglyphen früher Kulturen zu bewundern, die diesen Ort als Versammlungsort nutzten und deren Handelsrouten durch den Canyon führten.
An den Felswänden sieht man vereinzelte Kondor-Sitzplätze, leicht zu erkennen an den weißen Hinterlassenschaften. Eigentlich nisten Kondore erst ab einer Höhe um die 3.000m, aber hier haben sie sich angesiedelt und angepaßt.
150m Fels über uns Kondor-Logenplätze
Nach einem wohlverdienten Bier verlassen wir Talampaya und folgen der Straße nach Süden, um nur wenige Kilometer weiter in einem zweiten Unesco Weltnaturerbe einzulaufen.
Im Nationalpark Ischigualasto, auch Valle de la Luna (Mondtal) genannt, kommen wir gerade recht zur letzten Führung. Hier steigt der Guía einfach mit ins Auto und man fährt 3 Stunden Kolonne zu den wichtigen Punkten im Park. Unsere Kolonne besteht aus zwei Autos. Die Parks Ischigualasto und Talampaya werden gemeinsam von der Unesco geschützt. In dem Gesamtgebiet steht man sozusagen vor der weltweit einzigartigen gesamten Palette des Erdzeitalters Trias.
Unter der oberen Gesteinsschicht erkennt man auf dem folgenden Bild durch Erosion freigelegte Schichten mit Pflanzenresten und Fossilien.
ein Erdzeitalter im Flußbett obendrauf Sandstein, ganz unten Saurierreste
Hier sind die meisten Saurier- und Fossilienfunde dieser Zeit zu verzeichnen. Insofern ist Ischigualasto eher für die Archäologen interessant, aber er hat auch eine ungewöhnliche Landschaft zu bieten. Ein Teil besteht aus einem riesigen ehemaligen Flußbett in dem ebenfalls wilde Formen in das Gestein geschliffen wurden. Dann geht der Park abrupt in leuchtend roten Sandstein über, der sich bis nach Talampaya hinüberzieht.
Ungeklärt ist bisher das Vorkommen der nahezu perfekten runden Steinkugeln, die durch den Wind allmählich aus dem Sand freigelegt werden. Wie sie entstanden und warum nur an dieser Stelle ist noch nicht bekannt.
das Flußbett Steinkugelgarten
Hier ist es so trocken, daß außer ein paar struppigen Büschen nicht viel wächst und die wenigen Wasservorkommen sind so salzhaltig, daß nur die Guanakos gut davon leben können.
Da der redselige Guía bei uns im Auto sitzt und wir heute schon eine 5-stündige Privatführung hinter uns haben, sind wir bald erschlagen von Informationen und der spanischen Sprache und können nur noch schweigend die Aussicht genießen.
vorne Flußbett, hinten rote Felsen Pilze und 3 Kakteen im Gegenlicht
Von den bekanntesten Formationen die die Prospekte zierten, sind im Laufe der Zeit einige eingestürzt, durch Erdbeben oder den Druck des ständigen Windes. Hier finden wir noch einige pilzähnliche Formationen:
der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt El Hongo - der Pilz
El Submarino
Zurück am Eingang zeigt man uns den provisorischen Campingplatz gleich hinter dem Dinosauriermuseum und wir kochen in der Dämmerung und dem stürmischen Wind unser Essen. In einem kleinen Opel Corsa sitzt ein englisches Pärchen, die auch im Auto übernachten wollen, und die uns neidische Blicke zuwerfen, als wir die Vorhänge aufhängen und die Daunendecken aufschütteln. Im Licht der Stirnlampen trinken wir Wein und spielen noch gemütlich Karten. Wir wissen schon, wer heute nacht besser schlafen wird.
kochen im Schutz der Dinosaurier Vorhänge und Daunendecken

Mittwoch

Gegen 8 Uhr laufen schon die ersten Busse ein. Beliebt in Argentinien sind riesige Doppeldeckerbusse mit je einer Doppelachse vorne und hinten, und mit diesen 4 Achsen schiebt sich der Bus nun über eine unwegsame, teils steile Sandpiste, bei der wir gestern schon über unseren Jeep froh waren. Unser Guía erzählte auch, daß die Busse schon mal an einer Steigung "hängenbleiben", was weder für die Insassen noch den Park angenehm ist.
Wir frühstücken in der Cafeteria und laden schon mal einen Schwung Fotos auf den PC herunter. Dann geht es weiter. An einer Straßenkreuzung entscheiden wir uns spontan für rechts statt links, wie ursprünglich geplant, und damit für noch mehr Unesco Weltkulturerbe. Statt wüstenartiger Vorandenlandschaft wollen wir endlich wieder grün sehen und hoffen in der tiefergelegenen Ebene von Córdoba auf den Frühling.
Riesenkaktus mehrstöckiges Papageiennest
Wir fahren eine ewig geradeaus führende Straße durch die Llanura, eine Ebene, die so eben ist, daß man kilometerweit das gleiche Bild sieht: geradeaus die Straße und rechts und links Gebüsch und den ein oder anderen Kaktus. Uns begleitet eine alte Telefonleitung und wir wundern uns eine Weile über die vielen riesigen Nester, bis wir merken, daß es mehrstöckige Papageienwohnungen sind.
salzhaltiger Boden Picknick in der Llanura
Außerhalb eines Ortes werden wir an einer Polizeikontrolle angehalten und nach Namen und Reiseziel befragt. Komisch erscheint uns, daß der Mann nur noch wenige Zähne hat und bei Markus Namen nicht nachfragt, wie es sonst üblich ist, sondern einfach in ein altes Heft kritzelt. Dann nennt er uns die exakte Kilometerzahl nach Córdoba und nuschelt etwas von freilaufenden Tieren auf der Strecke, die sie immer wegräumen müssen wenn sie überfahren werden. Schließlich murmelt er mehrfach etwas von Kolaboration und ob wir das jetzt verstanden hätten. Markus versteht es nicht und fragt dreimal nach, bis uns dämmert, daß er wohl einen kleinen Beitrag zum Benzingeld will, um damit nach überfahrenen Tieren zu suchen. Wir geben ihm 5 Peso und er läßt uns ziehen. Als der Argentinier hinter uns nicht kontrolliert oder kassiert wird, kommt uns der Verdacht, daß wir als Ausländer hier wohl ausgenommen wurden. Ob wir jetzt einen Polizisten bestochen haben?
Gedenkstätte der Difuta Correa und noch eine Passstraße
An der Obstkontrolle der Provinzgrenze zu Córdoba werden wir durchgewunken und erreichen Cruz del Eje, wo wir obligatorisch Geld, Benzin und Rinderfilet auffüllen. Am Ortsausgang sehen wir eine riesige Difunta Correa Gedenkstätte, an der einige tausend Wasserflaschen kunstvoll um einen Baum aufgetürmt sind.
Parrilla Stilleben im Dunkeln
Auf dem 38km langen äußerst gewundenen Pass auf dem Weg nach Ascochinga begegnen wir in einer Kurve einem umgekippten überladenen Kleinlaster, der mitten im Weg liegt. Wir passen gerade so durch, aber der Busfahrer, der uns entgegenkommt wird wohl mithelfen müssen oder längere Wartezeit einplanen.
Bald wird es dunkel und wir brauchen noch ein Nachtquartier. An den 3 Cascadas finden wir einen hübschen Camping- und Picknickplatz, aber niemand ist weit und breit zu sehen. Kurzentschlossen parken wir gleich neben einer Feuerstelle und legen noch ein Filet auf, bevor es dunkel wird und wir nur in Gesellschaft von Kühen und Meerschweinchen einschlafen.

Donnerstag

Nach dem Frühstück bewundern wir noch schnell den dreifachen Wasserfall und entdecken unten am Fluß sogar ein scheinbar bewohntes Zelt.
Auf der kurzen Fahrt zur Jesuitenestancia Santa Catalina rumpeln wir weiter über die schmale Passtraße und müssen dank mehrdeutiger Beschilderung nach dem Weg fragen. Dabei erwischen wir ausgerechnet eine Dame aus Buenos Aires, die sich wortreich entschuldigt, daß sie sich hier nicht auskennt. Rechts und links des Wegs stehen großzügige Landhäuser inmitten riesiger parkähnlicher Gärten. Hier könnten wir uns auch einen kleinen Sommersitz vorstellen. Man merkt, daß die Bewohner Córdobas mit dem nötigen Kleingeld hier ihre Wochenenden verbringen.
Santa Catalina in ganzer Pracht
Als wir um 9:30 in Santa Catalina einlaufen, sind wir viel zu früh. Hier wird erst um 10 geöffnet. Wir fotografieren grüne Papageienschwärme auf grünem Rasen und lassen uns in einem Lädchen Sandwiches machen.
grüne Papageien auf grünem Grund
Als die Führung beginnt, sind noch zwei Deutsche in der Gruppe, eine Handvoll Argentinier und eines von 700 Mitgliedern der Familie, der diese Estancia seit Jahrhunderten gehört. Am Wochenende und in zwei Sommermonaten ist die Estancia trotz Unesco geschlossen, denn da trifft sich die weitverzweigte Familie hier zum grillen und ausspannen.
die älteste Estancia der Kreuzgang
Wir besichtigen die Kirche mit dem Eingang zu einem kilometerlangen unterirdischen Gängesystem, welches alle Jesuitenestancias der Umgebung miteinander verband, einige Innenhöfe, den Garten und das Novizium. Alle Gemälde in der Kirche lassen sich mittig falten, um im Notfall in den unterirdischen Gang geschoben zu werden. Eine der Haupteinnahmequellen dieser ältesten Jesuitenestancia Argentiniens war die Maultierzucht für die Silberminen in Potosí, Bolivien.
vor dem Novizium das Novizium, ältester erhaltener Teil
Der Mitbesitzer spricht sogar ein wenig deutsch und plaudert aus der Familiengeschichte. Auch unser Guía hat viel zu erzählen, auch wenn er sich dabei ruhig etwas bremsen könnte, der Dialekt hier ist schon wieder anders. Als wir fertig sind, warten schon mehrere Schulklassen und Rentnergruppen auf eine Führung, wir hatten Glück, so früh hier gewesen zu sein.
früher Sklavenquartier... ...heute gemütliches Café
Wir trinken noch einen Kaffee im schön eingerichteten Restaurant, dem ehemaligen Sklavenquartier, und unterhalten uns mit der Besitzerin, auch einem Familienmitglied der Estancieros. Sie zeigt uns die alten Räume mit schönen Holzmöbeln aus alten Eisenbahnschwellen und wir erwerben einen traditionellen Teppich aus dem nördlichen Hochland Argentiniens. Hier müssen wir auf jeden Fall einmal wiederkommen.
Der weitere Weg führt nach Jesús María, wo es ebenfalls eine unescogeschützte Jesuitenestancia gibt. Diese liegt am Ortsrand und beherbergt hauptsächlich ein Museum über die Jesuiten, in dem etwas mehr über deren Geschichte in Argentinien gezeigt wird. Im Gegensatz zu Santa Catalina befindet sie sich nicht in Privatbesitz und liegt auch nicht so malerisch mitten im Grünen.
Estancia Jesús María im Park
Nach dem Museumsbesuch sind wir hungrig und folgen einem Restauranttip unseres Reiseführers. Wir landen bei Don Aristóbulo in seiner Parrilla und bekommen dort einen nicht enden wollenden Strom von Fleischgängen serviert. Es gibt von allem etwas: Rind, Kalb, Schaf, Ziege, alles immer frisch vom Grill und äußerst lecker. Falls doch noch jemand einem Eiweißmangel zum Opfer fallen sollte, gibt es standardgemäß Pommes Frites mit Rührei obendrauf dazu. Mit unserem Beilagensalat gelten wir hier schon als halbe Vegetarier!
Mit einer Flasche Wein für später unter dem Arm verabschieden wir uns nach fast 2-stündiger Völlerei und fahren um Córdoba herum nach Alta Gracia, unserer letzten Jesuitenestancia für diesen Urlaub. Der Unescomitarbeiter hat damals nicht gegeizt: fast alle Estancias der Umgebung und auch gleich noch die Nationalparks wurden auf die Liste gesetzt.
Wirtschaftsgebäude der Estancia Gewitterwolken ziehen auf
In Alta Gracia sind wir etwas zu spät für die letzte Führung und suchen daher einen Campingplatz. In der Touristeninfo begrüßt man uns begeistert, schon wieder Deutsche, heute war ein ganzer Schwung da, die kämen entweder gar nicht oder gleich in Scharen! Am einzigen Campingplatz verwickelt die Besitzerin Markus in endlose Gespräche, während ich schon mal aufbaue. Nach der heutigen Schlemmerei haben wir tatsächlich einmal keinen Hunger und da ein Gewitter droht, verziehen wir uns bald ins Auto. Nachts gießt es in Strömen und gewittert heftig und stundenlang. Das Trommeln auf dem Dach wird immer lauter, gut, daß wir heute nicht zelten.

Freitag

Wir teilen unser Frühstück mit einem herrenlosen Hund, der uns gleich adoptieren will.
Es regnet immer noch und wir flüchten uns in die Estancia, die ebenfalls ein ausführliches Museum beherbergt. Beeindruckend sind hier immer die fortschrittlichen Toilettenanlagen, da hätte sich unser Campingplatz mal ein Beispiel nehmen können an den alten Jesuiten.
Estancia in Alta Gracia Tür zu den ehemaligen Toiletten
Anschließend machen wir uns auf den Weg in Richtung Westen, wir müssen schließlich irgendwann wieder zurück nach Chile. Auf dem bestimmt sehr schönen Camino de las altas cumbres (Weg der hohen Gipfel) begrüßt uns dichter Nebel und wir verpassen sogar den Eingang zum Nationalpark Quebrada de los Condoritos. Das ist uns auch noch nie passiert. Wir verschieben ihn also auf einen späteren Urlaub und trinken statt dessen einen Kaffee auf 2000m mit Blick auf die Nebelschwaden, und finden noch einen lohnenswerten Artesaniahändler am Straßenrand.
der Garten von Alta Gracia vereinzelte Aussichten
Hinter den Bergen erstreckt sich die Ebene "traslasierra" ("hinter den Bergen") und wir fahren durch eine touristisch ziemlich erschlossene Gegend. Unser nächstes Ziel ist der Nationalpark Sierra de las Quijadas. Auf dem Weg grüßt freudig ein vorbeifahrender Chilene und wir sehen ein kleines Gürteltier, das allerdings zu schnell für ein Foto ist.
Nebel auf der Paßstraße Don Quichote in Argentinien???
Auf dem Campingplatz des Parks steht tatsächlich noch ein weiteres Zelt, was sogar von einem Pärchen aus Buenos Aires bewohnt ist. Endlich einmal Gesellschaft! Wir bauen unser Zelt auf und legen noch schnell das Filet auf den Grill. Als wir fertig sind mit spülen, fangen die beiden Argentinier gerade erst an, den Grill anzuheizen.
Blick auf die Traslasierra nach den Bergen folgt die endlose Ebene
Hier gibt es zwar Toiletten, aber man muß mit einem Eimer Wasser spülen. Wasser ist rar und sogar die Bienen und Vögel drängen sich um den einzigen Wasserhahn, um ein Tröpfchen abzukriegen. Dafür wird es morgen garantiert nicht regnen.
In der Nacht ist es so still, daß wir alle möglichen Geräusche verschiedener Tiere und sogar die vereinzelten LKW auf der 8km entfernten Straße hören können.
malerischer Zeltplatz Jeep im Mondlicht

Samstag

Auch in diesem Park darf man die interessanten Wege nur geführt gehen und so stehen wir in Erwartung des Guías lieber mal früh auf. Nachdem wir gefrühstückt, gespült und alles gepackt haben, ist dieser aber immer noch nicht in Sicht. Also machen wir uns auf eigene Faust auf den Rundweg, der auch alleine zugänglich ist.
Aussicht über immer neue Formationen
Der einstündige Weg führt immer an der Kante einer riesigen tiefer gelegenen Ebene, entlang einiger lohnenswerter Aussichtspunkte. Auch hier haben Wind und Wasser im Lauf der Jahrmillionen die Landschaft geformt und finden sich immer wieder Dinosaurierskelette, die allmählich freigelegt werden.
und unten fließt der Fluß... ...wenn es einmal regnet
In den teilweise unzugänglichen Canyons leben einige Tiere und Pflanzenarten, die nur noch hier vorkommen, und in der Luft ziehen Kondor, Geier und Falke ihre Runden. Vor vielen Jahren versteckten sich hier Banden von Straßenräubern, die nächsten Orte sind zig Kilometer entfernt und so waren Reisende auf der Straße nicht gerade sicher unterwegs.
Auf dem Rückweg beobachten wir noch einen Falken, der drei Geier attackiert und wilde Flugmanöver zeigt.
Rückzugsgebiet für Straßenräuber ein riesiger Kessel
Zurück am Parkplatz ist immer noch kein Führer in Sicht, also sparen wir uns den Rest für einen späteren Besuch. Wir verschenken die restlich Holzkohle an die Zeltkollegen und verlassen den Park Richtung Westen. In einem etwas sumpfigen Gebiet entdeckt Markus wenig später einige große Bisamratten im Wasser, die sich mit etwas Geduld auch fotografieren lassen.
ganz schön groß! feinster Sand
Kurz darauf ändert sich die Landschaft wieder und große Sanddünen reichen bis an der Straße. Markus fährt mit Schwung in den Sand und muß die Räder daraufhin erst wieder ausgraben. Wir machen noch ein paar Fotos und weiter geht's.
Das nächste Ziel ist die letzte Ruhestätte der Difunta Correa in Vallecitos, die zu einem wahren Pilgerziel geworden ist. Lange Treppen führen hoch bis zum Grab und es rutscht sogar ein Familienvater auf Knien hinauf.
die letzte Ruhestätte Gedenktafel
Hier hängen tausende Nummernschilder dankbarer Autofahrer und in verschiedenen Kapellen sind noch mehr Gegenstände thematisch sortiert ausgestellt, die hier zum Zeichen des Danks oder mit der Bitte um Schutz abgegeben wurden.
Nummernschildparade tausende Gedenktafeln
Hauptsächlich bittet man um den Schutz für das eigene Haus und allzeit gute Fahrt im Auto, oder bittet um sportlichen Erfolg, denn ein Häuschen ist den ausgestellten Trophäen gewidmet. An allen Wänden hängen Gedenkplaketten, die bis in die dreißiger Jahre zurückdatieren. Drumherum ist eine touristische Infrastruktur entstanden, und wir kaufen noch Eis und Empanadas bevor wir uns wieder auf den Weg machen.
Tarife des Fruchtfliegendesinfektionsbads
Kurz vor Mendoza geraten wir zum zweiten Mal für heute in die Fruchtfliegenkontrolle und zahlen ein paar Peso um durch die Desinfektionsmittlsprühanlage fahren zu dürfen. Kein einreisender Schädling überlebt versteckt in unserem Reifenprofil.
Wir beschließen, nicht in Medozas Zentrum zu übernachten, sondern in einer reiseführerempfohlenen Bodega, einem Weingut. Als wir es endlich finden, stellen wir fest, daß man hier nur mit Anmeldung Wochen im Voraus übernachten darf. Also weiter nach Potrerillos, was schon an der Straße zum Grenztunnel liegt, aber das dort angepriesene Gran Hotel ist nicht zu finden, entweder ist es schon lange geschlossen oder hat nie existiert. Nochmal 60km später, als es schon längst dunkel ist, rollen wir auf den Parkplatz des Gran Hotel Uspallata, hier bekommen wir das letzte Zimmer, ein riesiges 5-Bett Zimmer, man sieht auch hier die Spuren ehemaligen Glanzes. Dafür sind die letzten Steaks auf argentinischer Seite gut und wir fallen gleich nach dem Essen ziemlich müde ins Bett. Gran Hotel hin oder her, unter den Blicken des Rezeptionisten haben wir unsere eigene Bettwäsche mit ins Zimmer genommen, mit den üblichen dünnen Laken und abgenutzten Wolldecken können wir uns nicht anfreunden.

Sonntag

Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg Richtung Grenze. In der Nähe der Straße liegt der Cementerio del Andinista, auf dem einige der am Aconcagua verunglückten Bergsteiger aus aller Welt begraben sind, oder an die Gedenktafeln erinnern. In dem Örtchen Puente del Inca picknicken wir und schauen uns die Ruinen des alten Thermalhotels an, das von einem Erdrutsch zerstört wurde. Nur die Kirche und die Anlage des ehemaligen Thermalbads stehen noch, man kann sie aber wegen der Einsturzgefahr der natürlichen Brücke nicht mehr besichtigen. Das Schwefelwasser der Thermalquelle hat die Felsen unterhalb des Bads in leuchtenden Farben gefärbt.
Puente del Inca der Aconcagua
Das letzte Highlight vor dem Tunnel ist nun noch der Parque Provincial Aconcagua. Der Park ist noch ziemlich verschneit, aber man kann von der Straße zu einigen guten Aussichtspunkten laufen. Daß wir hier schon auf etwa 2.800m herumlaufen, merken wir gleich daran, daß man nach zwanzig Schritten schon außer Atem ist. Nach ein paar Fotos und den letzten Höhenmetern bis zum Tunneleingang sind wir schon wieder zurück in Chile.
frieren vor dem Aconcagua die Kurven nach Chile
Die Grenzformalitäten erledigt man auf chilenischer Seite, auch die Ausreise aus Argentinien wird erst hier in den Pass gestempelt. Zum Glück ist noch nicht viel los, die Busse und LKW werden separat abgewickelt und die Autoschlange ist recht kurz. Trotzdem haben wir die langsame der beiden Schlangen erwischt, vor uns muß ein Pickup Fahrer mit dem Akkuschrauber den Aufbau öffnen, damit die Zöllner mit Hunden das Auto genau unter die Lupe nehmen können. Selbst unter die Motorhaube wird gründlich geschaut und der Hund durchschnüffelt das ganze Auto. Wir befürchten schon einen längeren Aufenthalt, aber als wir an der Reihe sind schaut der schwarze Labrador nur gelangweilt ins Auto und der Zöllner muß ihn fast hineinschieben, damit er die Nase an unser Hab und Gut hält. Offensichtlich riecht er nichts außergewöhnliches, dabei haben wir bestimmt Krümel und Essensreste von einer Woche im ganzen Auto verteilt. Kofferraum und Dachbox werden kurz geöffnet und überall einmal hineingeschaut, hier nehmen sie es doch genauer. Es ist aber nichts zu beanstanden und so rollen wir die Serpentinen hinunter ins Tal und sind eine gute Stunde später schon in Santiago.
die Karte


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