Kleiner Grenzverkehr

...mit dem Taxi nach Peru.

12.-16.07.2007

hier weht Peru

Donnerstag

Dank der Jungfrau Carmen können wir schon wieder einen Feiertag ausnutzen. Feiertage sind in Chile großzügig gesät und in fast jedem Monat mindestens einmal vorhanden, wie wir erfreut festgestellt haben. Diesmal haben wir einen Flug nach Arica gebucht, in den nördlichsten Zipfel Chiles, genannt "Stadt des ewigen Frühlings". Wir fliegen verspätet ab und dank einer Zwischenlandung in Antofagasta sind wir erst um 1:30 Uhr morgens in Arica. Es ist natürlich stockdunkel, aber uns empfängt schon warme Luft - die Klimatabelle hat Recht: wir können für ein paar Tage dem ungemütlichen Santiago entfliehen! Das Sammeltaxi setzt uns vor dem Casa Kolping ab, wir werden heute in "guter deutscher Tradition" nächtigen. Kolpinghäuser gibt es viele in ganz Südamerika, und dem etwas deprimierenden Hotelangebot Aricas im Internet nach zu schließen ist es eine gute Wahl.
Casa Kolping der Morro von unten
Der Busfahrer klingelt mehrfach und läßt uns dann mit den Worten "da kommt jemand" stehen. Es rührt sich aber erst nach mehreren weiteren Versuchen jemand, und mir wird schon etwas mulmig, nachts in unbekannten Wohngebieten herumzustehen scheint mir in Chile keine gute Idee. Wir werden aber doch noch eingelassen, den Herrn haben wir offenbar aus dem Tiefschlaf gerissen, er zeigt uns ein Zimmer und verschwindet. Um 2 Uhr fallen wir in ein sehr blumiges Bett, vorher haben wir noch kurz die riesige rosa Wanne im Bad bewundert. Die halbe Nacht heult ein Nachsbarshund höchst melodisch, aber das stört uns diesmal nicht.

Freitag

pompöse Denkmäler Blick auf den Jachthafen
Da wir diesmal so gar keinen Plan haben, stehen wir spät auf und frühstücken die typisch chilenische Nescafemilch und Toast. Der Herr von gestern ist jetzt ausgeschlafen und sehr hilfsbereit. Wir lassen unser Gepäck stehen und begeben uns auf eine Erkundungstour in die Stadt. Daß es hier nie regnet merkt man schnell am scheinbar jahrealten Taubendreck auf allen Bürgersteigen und dem durchdringenden Pipigeruch auf dem Weg auf den Morro.
Christus mit Truthahngeier auf der Hand (Größenvergleich) riesige Chilefahne - hier ist alles überdimensioniert
Arica gehörte ursprünglich einmal zu Peru. Nach der Entdeckung der Salpetervorkommen in der Atacamawüste kam es zum Salpeterkrieg zwischen Peru, Bolivien und Chile. 1880 konnten die Chilenen Arica und die von den Peruanern bis dahin gehaltene Festung auf dem Morro erobern. Seither ist der Morro, ein kahler brauner staubiger Hügel, ein Nationaldenkmal Chiles und wir finden, daß der Pipigeruch hier doch etwas den ruhmreichen Glanz überschattet. Arica ist übrigens die einzige Hafenstadt Boliviens (welches nicht ans Meer grenzt) und eine der wichtigsten Perus, denn beide Länder haben hier Sonderrechte.
Wer die wohl hier vergessen hat? gar nicht so unbequem...
Der Blick vom Morro ist trotz etwas trüben Wetters sehr beeindruckend. Ringsum die Stadt breitet sich eine endlose graubraune Wüste aus, hier wächst kein Baum, kein Strauch, kein Grashalm, nicht mal ein Kaktus! Einfach gar nichts. Markus kennt den Anblick schon aus Lima, aber ich finde es gewöhnungsbedürftig. Auch die Entfernungen lassen sich auf diese Art nur schwer schätzen, man hat einfach keinen Anhaltspunkt. Auf dem Morro gibt es ein Museum, zahlreiche alte Kanonen, wehende Fahnen, stolze Denkmäler ruhmreicher Helden und eine riesige Christusstatue. In fast alle Richtungen fällt der Berg steil ab und nur die Küstenstraße trennt ihn noch vom Meer. Viele Truthahngeier sind hier zu beobachten, vor deren Fäkalbomben muß man sich in Acht nehmen.
die Geier hübsche Gesellen...?
Wir schlendern wieder runter in die Stadt, über diverse hübsche Plazas mit der von Gustave Eiffel entworfenen Kirche und landen am Bahnhof der Eisenbahn Arica-La Paz (Bolivien). Spontan beschließen wir auf dem Bahnsteig Mittag zu essen, denn die Eisenbahn ist nicht mehr in Betrieb, das ganze wirkt wie ein Museum.
der alte Bahnsteig nach La Paz Markus mit Pisco Sour
Wir bekommen ein Menü, dessen zur Auswahl stehende Einzelteile jeweils zur Begutachtung an den Tisch gebracht werden. Es wird das bisher billigste Essen jenseits von Markthallen und Garküchen, mit gleichzeitig ungewöhnlichster Kulisse, man erwartet jeden Moment eine alte Dampflok, die schnaubend aus La Paz eintrifft. Draußen parkt noch eine pensionierte Lok aus der Esslinger Maschinenfabrik und Markus bekommt heimatliche Gefühle.
Plaza in Arica Esslinger Lok
Am Nachmittag holen wir das Gepäck ab und laufen zum Busbahnhof, denn wir wollen nach Tacna in Peru fahren, was nur 56km entfernt liegt. Hier erwartet uns der erste Kulturschock: wir wähnen uns auf einem peruanischen Hochlandmarkt, zig Frauen in typischen bunten Röcken und Hüten sitzen auf dem Boden, sortieren, handeln und warten wohl auf irgendeinen Bus. Klein-Peru in Chile! Auf dem großen Parkplatz stehen um die fünfzig Autos, alles alte amerikanische Straßenkreuzer und warten mit offenem Kofferraum auf Mitfahrer. Einige rollen schon mit bis zu 7 Insassen plus Fahrer vom Gelände. Das also sind die Colectivos nach Peru? Wir wenden uns lieber an eine chilenische Agentur und buchen uns dort ein, in der Hoffnung auf ein weniger voll besetztes Auto und einen vertrauenerweckenden Fahrer.
Taxen nach Peru Busse und Kleidermarkt
Während die Frau noch nach ihren Fahrern telefoniert kommt ein Senegalese mit Koffer hereinspaziert, der nach Argentinien will und das Konsulat sucht. Er spricht nur Französisch und mit vereinten Kräften erklären wir ihm, daß er erst nach Santiago muß (30 Stunden Busfahrt) und von dort nach Argentinien. Schließlich fährt unser Taxi vor, und wir dürfen einsteigen. Es ist genauso eine alte Schüssel wie die anderen und heißt Melinka, so steht es jedenfalls auf der Scheibe. Markus und ich quetschen uns zusammen auf den Beifahrersitz, denn hinten sitzen bereits 3 Erwachsene und ein Kind. Ich komme mir vor wie bei einer Schleuserbande kurz vor dem Grenzübertritt. Auf geht's nach Peru!
das ist Melinka Casa Kolping in Tacna
Die Straße führt nur geradeaus durch diese graue Wüste, bis die chilenische Grenze erreicht ist. Dort wird auto- und busweise ausgereist. Etwas weiter gelangen wir an die peruanische Grenze, hier wird alles kontrolliert, das Gepäck fährt durch den Scanner, wir stehen um den Stempel an, wieder werden Zollpapiere ausgefüllt, der Taxista führt Melinka an einem separaten Schalter ein, dann wird das Auto auch noch kontrolliert. Um uns herum haben wir das Gefühl als ob hier noch mehrere Geschäfte laufen, Kleidersäcke tauschen den Besitzer, CDs werden unauffällig verteilt. Für einen Europäer ist das alles ungewohnt aber endlich sind wir drin und nehmen wieder den Geradeauskurs nach Tacna, insgesamt dauert die Fahrt etwa 1,5 Stunden.
Tacna, die Unvollendete ungefähr so sieht es in der ganzen Stadt aus
Am Busbahnhof in Tacna wechseln wir erstmal Peso in Soles, wir wurden extra vor den Straßenwechslern gewarnt, dort bekommt man wohl oft Falschgeld. Dann steigen wir in das erstbeste Taxi und fahren zum nächsten Casa Kolping, diesmal ein recht neues und angenehmes Konferenzhotel, wir scheinen mal wieder die einzigen Gäste. Unser Zimmer geht auf einen hübschen Platz hinaus und auf den ersten Blick war Aricas Busbahnhof peruanischer als Tacna. Die Stadt ist anscheinend noch in Bau. Überall thront ein angefangenes zweites oder drittes Stockwerk auf den Häusern, schaut die Armierung aus den rohen Mauern, und liegen die Ziegelsteine schon mal in Stapeln herum. Dieses System zieht sich durch die ganze Stadt, vielleicht wird bei jeder neuen Geburt mit dem nächsten Stock angefangen. Wir nennen Tacna nur noch die "Unvollendete". Abends nehmen wir die 55, einen kleinen Minibus der hier als Linienbus fungiert, ins Zentrum. An der Schiebetür sitzt jemand, der die Leute zum einsteigen animiert, kassiert, und Haltewünsche nach vorne zum Fahrer ruft. Es kann auch schon mal eng werden und man ist erstaunt wie viele Leute hier inklusive Stehplätze herein passen. Als durchschnittlich großer Mitteleuropäer hat man im sitzen seine Probleme die Knie unterzubringen und im stehen den Kopf.
der Fischhändler mit Megafon Tradition und Moderne
An der Kathedrale, die ebenfalls von Eiffel geplant wurde steigen wir aus und suchen ein Restaurant. Der Pisco, ewiger Streitpunkt zwischen Chile und Peru, schmeckt jedenfalls in Chile besser. Die Portionen sind so groß, daß eine mittlere Familie davon satt werden könnte und wir müssen die Hälfte zurückgehen lassen.

Samstag

die Flaniermeile Eiffels Kathedrale
Dank der Zeitumstellung von einer Stunde sind wir früh wach und bekommen ein gutes Frühstück. Draußen fährt der Fischverkäufer auf dem Fahrrad vorbei und preist die Ware durch ein oben angebrachtes Megafon an, seine Frau läuft hinterher. Wieder im Zentrum bleiben wir in der Markthalle hängen und trinken an einem der Stände einen frischen Saft.
der Triumphbogen mobile Orangensaftoase
Ich habe etwas Bedenken wegen des peruanischen Leitungswassers, aber unsere Verdauung steckt auch das gut weg. Zurück in Deutschland müssen wir wohl erstmal einen Schluck Rheinwasser trinken um sie anzukurbeln... Rechts und links hängt reihenweise nacktes Geflügel in Reih und Glied, dazwischen auch mal Schweineköpfe.
Markthalle Sandwischs?
Draußen entdecken wir den Artesanenmarkt und kaufen eine Tischdecke und einen quietschgelben Wandbehang. Wir flanieren die Hauptstraße entlang bis zur Kathedrale, dann erkundigen wir uns wie wir zu den Thermen kommen. Auf dem Weg zur Bushaltestelle können wir der Garküche in einer weiteren Markthalle nicht widerstehen und essen mittag, begleitet von einer Hochlandband. Draußen noch schnell einen frisch gepreßten Orangensaft, die Stände gibt es hier überall, dann steigen wir in den Bus nach Calientes, 25km Richtung Berge. Die Landschaft ist eher trostlos, rechts und links wohnen die Menschen in kleinen aus Sandziegeln gemauerten Hütten, teilweise nur wenige Quadratmeter groß.
Termas de Calientes das Tal des Río Caplina
An den Thermen, einer kleinen grünen Oase mitten im braungrau, lassen wir uns ein privates Bad einlaufen, 36° ist es warm und wir liegen eine gute halbe Stunde im Wasser. Nach einem Imbiss machen wir uns zu Fuß auf die Suche nach den Petroglyphen (Steinzeichnungen) aber die wenigen Einheimischen die wir fragen können oder wollen uns keine Auskunft geben, die Sonne brennt und wir beschließen nach einem längerem Fußmarsch morgen ein Taxi hier rauf zu nehmen.
Kirche in Miculla wo kein Wasser mehr fließt...
Der Bus der uns wieder runterbringt wird immer voller, zum Glück können wir noch sitzen. Zeitweise sitzen und stehen 26 Personen drin, bei uns wäre es etwa ein 11-Sitzer. An der Markthalle haben mittlerweile die Brotverkäufer Position bezogen: aus riesigen Körben wird frisch gebackenes verkauft und wir können dem Geruch nicht widerstehen. Für einen Sol (ca. 0,20€) bekommen wir eine ganze Tüte voll leckerster Brötchen, sie sind sogar knusprig,und das nach 10 Monaten Weichbrötchen in Chile!
zum Trocknen ausgelegter Aji Straße ins Hochland
Abends gehen wir wieder essen, diesmal in einer Empfehlung für peruanische Küche. Ein riesiges Restaurant erwartet uns und macht den Eindruck, in der Saison auf hunderte Chilenen zu warten, die dann hier einfallen. Aber da es nicht so leicht ist hier ein Restaurant zu finden bleiben wir auf der Terrasse sitzen. Markus bestellt ein Meerschweinchen, das muß man einfach einmal probieren wenn man in Peru ist. Im Reiseführer steht "es wird in einer Pfanne mit einem flachen, schweren Stein beschwert gebraten" und genauso sieht es dann auch aus, platt und am Stück. Etwas schwierig zu essen ist es schon wegen der vielen Knochen und viel Fleisch ist ja nicht dran. Es schmeckt ein wenig wie Kaninchen.
peruanisches Meerschweinchen (Cuy) deutsche Tradition in Tacna

Sonntag

Nach weiteren Einkäufen auf dem Artesaniamarkt handeln wir mit einem Taxifahrer einen Festpreis zu den Petroglyphen aus. Dieser muß noch kurz zuhause Bescheid geben, daß er nicht zum Essen kommt. Dazu gibt es an jeder Ecke in Tacna "Mobiltelefone" auf zwei Beinen. Augerüstet mit einem Handy und einer Stoppuhr stehen sie an der Straße und man kann die gewünschte Nummer angeben und für einen festen Minutenpreis telefonieren. Eine richtig gute Idee.
Petroglyphen in Miculla Menschen, Lamas, Vögel
An den Petroglyphen, die wir am Vorabend sowieso nicht mehr erreicht hätten, werden wir mit Sonnenhüten und einer Karte ausgerüstet am oberen Ende abgesetzt um dann unten wieder abgeholt zu werden. Die kleinen Steine hat man ins Besucherhäuschen gebracht, damit sie nicht entwendet werden, die großen liegen alle noch hier herum.
Vögel und Schlangen tanzende Menschen
Mitten durch das Gelände zieht sich eine kleine Schlucht, die etwas zu tief ist um zu Fuß durchzulaufen. Also wurde hier ein touristisches Highlight erbaut: zwei lange schmale Hängebrücken verbinden die beiden Ufer des trockenen Flussbetts.
beeindruckende Hängebrücke immer schön in der Mitte laufen...
Das ist genau das richtige für Markus, er läuft vor um meine Querung fotografisch festzuhalten, während ich mich am Geländer entlanghangele. Eine Peruanerin traut der Sache nicht, obwohl die Brücken noch recht neu und stabil aussehen. Es ist aber halb so wild und solange man alleine rüber läuft schwankt es auch nicht allzu sehr. Drüben erwarten uns noch unzählige Steinzeichnungen von Lamas, Füchsen, Schlangen, Tänzern, und mehr. Teilweise sind sie sehr gut erhalten, obwohl mehrere tausend Jahre alt. Aber die trockene Hitze scheint sie gut zu konservieren.
Pumas kein Wunder brauchte man hier Bilder...
Nach der zweiten Hängebrücke werden wir von unserem Taxista wieder eingesammelt und fahren zurück. Ein kurzes Mittagessen noch, Huhn vom Grill (die schmecken hier noch wie glückliche Hühner und haben kaum Fett) dann holen wir das Gepäck und fahren zum Bahnhof.
was ein paar Tropfen Wasser doch bewirken! Sonntagsruhe am Bahnhof
Diesmal wollen wir den zweimal täglich verkehrenden Zug nehmen, der billiger und bestimmt sicherer ist. Leider fährt er heute aber nicht, wie uns der Bahnhofswärter mitteilt, der freundlicherweise extra herauskommt nachdem wir schon längere Zeit vor dem geschlossenen Tor herumstehen. Naja, dann eben mit dem Bus, das Colectivo-Taxi wollen wir nicht wieder nehmen. Es gibt einen chilenischen und einen peruanischen zur Auswahl, beide gleich alt und klapprig, also nehmen wir den ersten der fährt. Er wird voll, aber wenigstens hat jeder einen eigenen Sitzplatz. Dafür scheinen die Peruaner keine Frischluftfanatiker zu sein: sämtliche Fenster werden gleich bei Fahrtbeginn hermetisch verschlossen und es breitet sich mannigfaltiger Geruch aus, zudem sitzt man recht gedrängt. Endlich finde ich ein Fenster was ich öffnen kann, sonst wäre es kaum auszuhalten. Wie alle Bus- und Taxifahrer in Peru bekreuzigt sich auch unser Fahrer mehrfach während der Fahrt, wir wollen lieber nicht wissen, warum.
Bei der Ausreise aus Peru läuft alles reibungslos, kurz vor der chilenischen Grenze "verlieren" wir bereits zwei Passagiere, eine Mutter mit Kind ohne Pass, es folgen Diskussionen und wir befürchten schon daß sich die Einreise um einiges verzögert. Ein weiterer Peruaner wird einbehalten da er 1kg Obst einführen wollte, was streng verboten ist. Man muß auch sagen, daß die Peruaner weitaus langwieriger kontrolliert werden, mit europäischem Pass ist alles sehr einfach und der Grenzer gleich freundlich gestimmt. In Chile scheinen die ärmeren Nachbarn weniger willkommen, immer wieder fällt uns auf, es als Europäer schon ziemlich gut getroffen zu haben. In Arica checken wir wieder im Casa Kolping ein und begeben uns auf Futtersuche. Da heute Sonntag ist, scheint das schwierig, vieles hat zu und vieles sieht nicht einladend aus. Zu guter Letzt nach einer Odyssee im Taxi landen wir an der Küstenstraße im "Maracuyá" wo wir Fisch und Camerones essen, eins der besten Restaurants bisher in Chile, am Fuße des Morro.

Montag

Bewässert und nicht bewässert! Palmenschule für die Aufforstung
Nach einer weiteren Nacht begleitet von melodischen Geheul des Nachbarhundes fahren wir mit einem Sammeltaxi ins Valle de Azapa, wo sich eines der besten Museen Chiles befindet. Wir zahlen bereitwillig für drei Personen, damit wir nicht noch auf weitere Passagiere warten müssen (das Trauma der Fahrt zu siebt im peruanischen Taxi macht sich bemerkbar) und sind für 3,50 € gute 20 Minuten später in San Miguel de Azapa.
Museum in San Miguel mehrere 1000 Jahre alte Mumien
Im hiesigen Museum finden sich unzählige guterhaltene Überreste der präkolumbischen Kultur, hauptsächlich der Chinchorrokultur, unter anderem mehrere Mumien, die über 7000 Jahre alt sind, Haushaltsgegenstände von ganz frühen einfachen bis zu weiter entwickelten aus späteren Zeiten.
eine Pumamaske Keramik
Da durch diese karge Tal die Straße der Olive verläuft gibt es auch dazu eine kleine Ausstellung. Dort wo bewässert wird gedeihen Oliven, Bananen und tropische Früchte, sobald der Acker aufhört sieht man wieder nur graubraunen Staub. Aber es scheint immerhin das ganze Jahr über Wasser zu geben, denn es wird fleißig bewässert, wir sehen sogar einen Palmenkindergarten, hier soll wohl dem Fortschreiten der Wüste Einhalt geboten werden.
Bananenbaum zwei Blümchen
Anschließend gehen wir im Restaurant "La Pica del Muertito" (etwa: der Spieß der kleinen Leiche) gleich angrenzend an den Friedhof ausführlich und gut Mittag essen. Wie fast überall in Chile gibt es hier nur großzügig bemessene Fleischgerichte, als Vegetarier hätte man es hier ziemlich schwer.
mittägliche Fleischberge verwaiste Abflughalle
Zurück in Arica holen wir das Gepäck, fahren zum Flughafen, nagelneu erbaut mitten in der Wüste, mit immerhin zwei Gates und ganzen zwei Flügen an diesem Nachmittag. Hier sitzen wir bis zum Abflug im Cafe und schreiben schon mal Tagebuch. Da man bei LAN Chile ganz fortschrittlich online eincheckt, können wir gleich durchlaufen. Dann geht es mit einem Zwischenstopp in Iquique nach Hause und wir fallen um kurz vor Mitternacht ins Bett.
Friedhof von San Miguel de Azapa


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