Unser blaues Wohnmobil

1.-4.3.2007

Donnerstag abend konnten wir endlich unser Auto abholen. Bis die 1,3 Millionen Peso in bar gezählt und umständlich quittiert worden waren und für den Rest ein Scheck (nach 2 Versuchen, da darf kein Buchstabe aus der Reihe tanzen!) ausgestellt war, mußten wir noch die Versicherung abschließen, was nochmal mit einem Scheck verbunden war. Dann war es endlich soweit und wir konnten den "Blauen" mit nach Hause nehmen. Da es schon fast 21 Uhr waren, drehten wir nur eine kleine Runde und vertagten den Rest auf das Wochenende. Nachdem er sicher auf dem Parkplatz unseres Apartmenthauses verstaut war (wir können ihn vom Schlafzimmerfenster aus sehen) versuchten wir Freitag noch eine Fernbedienung für das Tor zu organisieren, aber das klappt wohl erst nächste Woche.

Freitag abend fand die erste Probefahrt durch die östlichen Stadtteile von Santiago statt, wobei wir ungeahnt wohlhabende Wohnviertel durchquerten. Nachdem wir jetzt so hoch sitzen und auf die meisten anderen Autofahrer herunterschauen können, sehen wir nämlich auch über die ziemlich hohen Zäune und Mauern und haben daher ganz neue Aussichten. Außerdem haben wir festgestellt, daß die Stadt doch größer ist als wir dachten, die "besseren" Wohnviertel ziehen sich noch ziemlich in die Füße der Kordillere hoch.

Hier noch die chilenische Sicherheits-Standardausrüstung: Feuerlöscher und umfangreicher Verbandskasten... wer es nicht genau erkennen kann, im "Verbandskasten" befinden sich Pflaster, Tabletten unbekannter Sorte, ein Wattebausch und 2 Q-tips. Wofür die wohl sind???
Securitypaket da fühlt man sich gleich ganz sicher!
Samstag machten wir einen ersten Ausflug in die umliegenden Skigebiete, momentan allerdings noch ohne Schnee. Die Saison beginnt erst im Juni. Die Straße aus der Stadt heraus schraubt sich auf etwa 50km in Unmengen von Haarnadelkurven bis auf 2500-3000m Höhe, wo die 3 verschiedenen Skiorte gleich oberhalb Santiagos liegen. Es herrschte ungewohnte Kälte sobald man sich im Schatten aufhielt, und der Wind pfiff unangenehm um die Ohren.
frierend in Valle Nevado auf 3025m Picnic in Mondlandschaft
Viel los war hier nicht, außer einigen Radfahrern, die wir mitleidig überholt haben... Dafür konnten wir ausgiebig das Auto vor kahler Mondlandschaft fotografieren.
Pappelgesäumte Haarnadelkurven ins Skigebiet Markus hat sich farblich bereits angepaßt
Sonntag war eine Ausfahrt in den Süden angesagt. Nachdem wir über die Ruta 5 (Panamericana) endlich aus der Stadt heraus waren, bogen wir in Buin Richtung Berge ab und fuhren parallel über Nebenstraßen wieder zurück. Diesmal mit einem Abstecher in die Reserva Nacional Río Clarillo, wo wir ein Naturerlebnis "a lo Chileno" machten. Vorher Unmengen Futter einkaufen und dann schattig auf dem Picnicplatz des Nationalparks parken, futtern und den Umkreis des Autos nicht weiter als 50m verlassend. Da unser Auto noch kein Nummernschild hat und daher sofort als Neuwagen erkennbar ist wollten wir ihn nicht gleich unfreiwillig loswerden. Erst müssen wir noch eine Lenkradkralle kaufen, zur optischen Abschreckung der "Ladrones".

Unten erkennt man uns beim ausgiebigen Faulenzen und Empanadafuttern auf dem Nationalpark-Parkplatz.
chilenisches Picnic es fehlen noch die Isomatten und das Kopfkissen
Wie man sieht ist unser Wohnmobil ausreichend groß für eine Siesta und wird demnächst für längere Übernachtungen mit jeglichem Komfort ausgestattet werden. Es fehlen ein mobiler Grillrost (für die vorhandene Infrastruktur in den Nationalparks), eine elektrische Kühlbox (wir haben im Kofferraum dafür Stromanschluß), Picnicdecke, Faltschüssel (als Badewannenersatz) und eigentlich noch ein batteriebetriebener Hochdruckreiniger, um des unvermeidbaren Drecks hinterher wieder Herr zu werden.
...das Ergebnis einer 3-stündigen Fahrt...


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