Büroalltag

Kampf um den Aufzug

Mein Büro liegt im 17. Stock und es ist teilweise schon schwer selbst an "normalen" Tagen einen Aufzug zu bekommen, vor allem zur Mittagszeit (13:30-15:00).
Da nochmal 15 Stockwerke über meiner Etage liegen wurden die Fahrstühle getrennt, 6 fahren nur bis in den 16. und 6 weitere fahren dafür die Stockwerke 2-15 gar nicht an.
Nun sind leider die "oberen" 6 meist im 17. schon total voll und fahren einfach vorbei auf dem Weg nach unten. Man wartet entweder oder es bleibt einem nur der Gang durch Treppenhaus um weiter unten einen der "unteren" Aufzüge zu erwischen.
Gott sei Dank besteht das Problem nur Mittags; Morgens und Abends sind die Arbeitszeiten der Angestellten zu unterschiedlich um wirklich ein Problem darzustellen. Aber ich kenne das Treppenhaus inzwischen schon recht gut. ;-)

Kampf gegen hohe Absätze und Busse

Am 14. November nachmittags und 15. morgens wurde ich evakuiert und mit mir leider auch alle anderen im Gebäude.
Es kommt über Lautsprecher die Durchsage das Stockwerk sei zu räumen und man solle die Aufzüge nicht benutzen. Aber das wäre sowieso vergeblich (siehe oben).
Sofort erscheinen meine Kollegen mit grünen Helmen auf dem Kopf und spielen "Rauswerfer". Dieses Verfahren gibt es hier schon allein wegen der Erdbeben, im Evakuieren scheint Erfahrung vorhanden zu sein.
Alle begeben sich zu der zugewiesenen Treppe und abwärts geht's. Naja, es ist eher ein gemütlicher Strom von Menschen die Treppe herunter.

Dafür sorgt wieder einmal eine südamerikanische Eigenart:
Die natürliche Grösse der Frauen und ihr Versuch diese zu vergrössern!
Es gibt zwar auch in Deutschland hohe Absätze, aber hier sind sie bei den Kolleginnen weit mehr verbreitet, der Prozentsatz bei mir im Büro dürfte so um die 90% liegen. Je höher desto besser!
Nur, damit stöckelt es sich relativ schlecht die Treppen herunter. Man stelle sich einen Storch vor, der eine Leiter heruntersteigt.
Aber zum Glück gibt es Kollegen die helfen, und die armen Kolleginen stützend in die Mitte nehmen und damit das Treppenhaus in voller Breite blockieren. So entsteht ein lustig tratschender Strom von Menschen, der die Treppe herunterschleicht. Nach gerade mal 8 Minuten bin ich auch schon aus dem Gebäude raus und treffe auf der Strasse auf die grösste Gefahr der ganzen Aktion:
Busse!
Diese haben überhaupt keine Lust zu warten und fahren munter durch die über die Strasse laufende Menschenschlange. 2 Mal hupen, Augen zu und durch.
Bald ist jedoch die 3 spurige Strasse von Menschen weitgehend besetzt und auch die Busfahrer sehen ein, daß mehr als eine Spur nicht "freizuhupen" ist.

Es sind zwar Polizisten vor Ort, aber diese suchen die Bombe, erfahre ich ganz beiläufig. Es handelt sich also um einen Bombenalarm.

Es wird nichts gefunden und alle können nach einer Stunde wieder ins Gebäude.
Natürlich wollen alle Aufzug fahren, schon wegen der Absätze, womit wir wieder beim Kampf um den Aufzug wären, in Verbindung mit einer Superstosszeit.

Das ganze wiederholt sich dann am nächsten Tag früh morgens direkt noch einmal.
Ich bin froh, daß noch nicht so viele Kollegen bei der Arbeit sind und schaffe die 17 Stockwerke diesmal in 6 Minuten.

Ich übe weiter und halte Euch auf dem Laufenden.

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