Café con piernas

...was bisher nur Markus kannte...

31.03.2008

Man erinnere sich an einen unserer ersten Berichte... damals im Oktober 2006... nicht??
Falls man also nicht aufmerksam gelesen hat oder unter einem schlechten Gedächtnis leidet, schaue man einfach unter Dementi nochmal nach.

Markus' damaliger Chef fragte mich letzte Woche, ob ich ihm nicht deutsche Konversationsstunden geben könne, da er bald nach Deutschland in den Urlaub fährt (natürlich das schöne Rheintal hoch). Klar konnte ich, und so machten wir gleich zwei Termine aus. Am ersten fragte er mich, ob ich Lust auf eine Tour de Café hätte. Hatte ich auch, und so gingen wir los, quer durchs Zentrum und schließlich in eine der vielen kleinen Einkaufspassagen.
Hier hielten wir vor einer schwarz verglasten Fensterfront an. Ich fragte noch: hier???, schwante mir doch schon was sich dahinter verbergen würde. Von Markus mit eben diesem damaligen Chef bereits erkundet, hatte er mir doch glaubhaft versichert, dass der Zutitt hier weiblichen Personen (außer denjenigen mit den Piernas) verwehrt sei.
Mein Deutschschüler riß aber schon die Tür auf und so mußte ich folgen. Neuierig war ich schließlich auch und stellte mir schon Markus' Gesicht vor wenn ich ihm das später erzählen würde. Es erwartete uns ein ziemlich kleiner, dunkler Raum, in dem eine Theke das einzige Mobiliar darstellte. Dahinter standen die Kaffeemaschine und der Wasserspender, sowie 3 String-Bikini-bekleidete Mädels. Die String-Bikinis leuchteten übrigens im Schwarzlicht, weswegen man weniger die Trägerinnen sondern mehr dir Strings erkennen konnte.
Man bezahlte zunächst seinen Kaffee und bekam dafür zwei Plastikchips. Eine üppige aber äußerst sparsam bekleidete Blondine (unecht) gab uns je ein Begrüßungsküsschen und nahm die Chips entgegen, für die wir an der Theke unseren Kaffee und ein Gläschen Wasser serviert bekamen. Wider Erwarten wurde ich weder komisch angeschaut noch des Ladens verwiesen. Außer uns waren nur einige Männer mittleren Alters zugegen, die den Mädels hinter der Theke bei jedem Wort an den Lippen hingen. Man sah ihnen die Begeisterung förmlich an.
Der Boden hinter der Theke war etwas erhöht, sodass die Mädels auf ihren ohnehin schon hohen Absätzen sich zur Konversation ziemlich herunterbeugen mußten. Das schien aber Teil des Plans, denn so hatte die Kundschaft besten Ausblick ins Dekolleté. Mehr geht aber auch nicht, außer Kaffee, Kucken und Konversation ist nichts erlaubt. Auffallend war auch, dass die Männer keine Ballermann oder Bolkerstraßen-Typen waren sondern ganz normale Geschäftsleute. Der Chilene an sich wahrt eben die Contenance. Ansonsten ist noch zu bemerken, dass aufgrund der ziemlich lauten Musik die Konversation etwas schwierig ist, also tranken wir aus und gingen.



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