Cementerio General

Der Generalfriedhof von Santiago wurde 1821 eingeweiht und heute liegen auf den 86 Hektar um die 2 Millionen Personen begraben, darunter auch alle Präsidenten und andere Berühmtheiten Chiles. Nur zwei Präsidenten wurden nicht hier begraben: ausgerechnet der Gründer Bernardo O'Higgins, der liegt unter der Alameda und Videla, der in La Serena liegt.
Der Friedhof wurde als richtiggehende Stadt für die Toten mit Straßen, Alleen und den verschiedensten Bäumen geplant. Wer es in Santiago zu etwas gebracht hat, nach dem wird hier auch eine Straße oder ein Viertel benannt, dort stehen dann auch Straßenschilder.

Auf der Homepage des Friedhofs ist zu lesen, daß es anfangs Schwierigkeiten mit der Finanzierung des Friedhofs gab. Daher mußte sich der gute Bernardo O'Higgins etwas einfallen lassen: Zu jener Zeit wurde der Schnee aus den Bergen zur Herstellung von Eis und zur Kühlung von Lebensmitteln genutzt. Da er mit Mauleseln heruntergebracht werden mußte, kam nicht mehr viel Schnee in der Stadt an und war daher sehr teuer. Das Schneerecht hatte unter anderen der Stadtrat. Bernardo entzog allen das Schneerecht und gab es an den Friedhof, der damit nun Geld verdienen konnte um ausgebaut zu werden.

Eine Besonderheit ist noch der Patio de los Disidentes. Die katholische Kirche wollte damals natürlich nicht, daß andere Glaubensrichtungen hier begraben würden, obwohl der Friedhof gerade dafür auch vorgesehen war. Erst 1855 wurde der erste nicht-katholische hier begraben. In den nächsten knapp 20 Jahren schafften es nur 182 andere Glaubensrichtungen auf den Friedhof, hauptsächlich Deutsche und Engländer. Die Kirche ließ anscheinend auch öfter schon mal nachts diese Leichen wieder ausgraben und wegschaffen.

1872, nachdem sich die Kirche heftig gewehrt hatte, daß Manuel Zañartu, ein Held der Unabhängigkeit Chiles, der sich aber von seiner Frau getrennt hatte um anschließend unehelich mit einer anderen Frau zusammenzuleben, dort begraben wurde, gab es eine Übereinkunft, daß in Zukunft der Patio de los Disidentes mit einer 7m hohen und 3m breiten Mauer vom restlichen Friehof getrennt würde.


Fast wie in einer alten Stadt: schattige Straßen, überall alte Bäume, die Mausoleen sind teilweise fast so groß wie Häuser. Manche sogar mit umzäuntem Garten. Trotz der Nähe zum Zentrum ist es hier so ruhig wie man es sonst kaum erlebt in Santiago.


Die Säulendekoration herrscht überall vor. Man kommt sich vor wie im alten Rom oder Griechenland...
Wenn keine Namen mehr auf den Stein passen werden einfach kleine Blumenkästen aus Stein dazugestellt und dort die Inschrift eingraviert (links unten).

Das überaus pompöse Grabmal für Salvador Allende wurde erst 1990 hier errichtet. Wo er wohl von 1973 bis 1990 gelegen hat? Wir haben keinen größeren Gedenkstein auf dem Friedhof gefunden.
Steht die Alhambra nicht in Spanien? Maurischer Einfluß statt griechischer Säulen.
Trauernde und wachsame Löwen im Schatten von Efeu .

Aber es geht auch anders: Mehrfachgräber im Schubladenstil. Wer es sich nicht leisten kann ein eigenes Grab zu kaufen, der wird einfach zu seiner bereits in einem Fach ruhenden Verwandtschaft dazu gelegt. Hier trösten dann auch kein Blumenschmuck oder schattige Palmen.

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