Weihnachten auf Chiloé

21.-27.12.2006

verlassener Flughafen

Donnerstag Abend

Um der Hitze der Stadt zu entfliehen und Weihnachten wenn schon nicht bei Schnee und Frost, so doch zumindest bei heimatlichem Regen und nasser Kühle zu verbringen hatten wir einen Flug nach Puerto Montt gebucht, um von dort mit einem Mietwagen für 5 Tage auf die Insel Chiloé zu fahren.
Chiloé ist eine große Insel etwa auf halbem Weg zwischen Santiago und Feuerland, und der Süden Chiles ist dafür bekannt, daß es gerne ausgiebig regnet. Genau das Richtige also für die Feiertage dachten wir uns.

Unser Flug mit LAN Chile startete pünktlich und dank einer Zwischenlandung in Concepción kamen wir in den Genuß von zwei Snacks zum Abendessen. Wir brauchten nicht auszusteigen, saßen für den 2. Teil des Fluges allerdings auf anderen Plätzen. In Concepción stiegen nur noch Leute in ziemlich dicken Jacken ein, draußen schien es schon ein paar Grad kälter als in Santiago und wir kamen uns fehl am Platz vor in unseren T-shirts. In Puerto Montt landeten wir sogar zu früh und konnten 5 Minuten später schon unser Gepäck einsammeln. Der Flughafen ist ausgesprochen klein, und da wir in dem letzten Flug des Abends waren, wurde hinter uns gleich das Licht in der Ankunftshalle ausgeschaltet. Unser Mietwagen, eigentlich für den folgenden Morgen gebucht, war schon verfügbar und so verließen wir zusammen mit der Dame von Econorent fast als letzte den Flughafen um uns bei strömendem Regen auf den Weg zu machen. Wer wollte eigentlich in den regnerischen Süden fahren???

Da es schon nach 23 Uhr war fuhren wir direkt entlang der Ruta 5 (Panamericana) zur Fähre, etwa 60km entfernt in einer Häuseransammlung bestehend aus Fähranleger, Truckerraststätte, Polizeiwache und ein paar Häusern. In der Truckerraststätte kehrten wir zu einem Mitternachtssnack ein und wurden etwas komisch angeschaut, ich war die einzige Frau. Der Besitzer redete auch nur mit Markus und ging wohl davon aus, das ich das gleiche essen würde. Es gab ein riesiges Steak Marke Schuhsohle, allerdings ganz gut. Nach einiger Überlegung entschieden wir uns im Auto den Morgen abzuwarten um bei Tageslicht die Überfahrt zu machen, die laut Reiseführer sehr lohnenswert sei. Bei prasselndem Regen verbrachten wir die Nacht in einer Seitenstraße im Auto, die ganze Nacht liefen die Fähren alle 30 Minuten ein und eine lange Reihe LKW wartete auf Verladung. Dank des Regens hörten wir davon aber kaum etwas.

Freitag

Morgens sah die Welt nicht anders aus, der Regen strömte noch immer vom Himmel. Auf der Fähre standen wir gedrängt zwischen mit dem Wellengang schwankenden LKW und sahen außer der spritzenden Gischt und hohen Wellen nicht viel. Nach einer halben Stunde Überfahrt landeten wir in einem winzigen Örtchen und beschlossen bei dem Wetter gleich bis zum südlichen Ende durchzufahren. Die Luft roch frisch und nach nassen Wäldern - wie zuhause!

Straßenzustand

Die chilenische Panamericana endet am Fähranleger in Quellón auf Chiloé, nachdem sie das ganze Land auf ca. 3300 km durchquert hat. Von dort aus wollten wir die Insel erkunden. In Castro, der Hauptstadt machten wir zu einem Frühstück halt und fuhren dann durch grüne Hügel, teils bewaldet, teils als Weideland genutzt, mit überall verstreuten Häusern, diese jeweils mit einer Kuh, ein paar Schafen, Schweinen, Hühnern, Katzen und dem obligatorischen Wachhund ausgestattet. Manche Leute besitzen nur ein Pferd oder Maultier wenn kein Auto vorhanden ist, andere Bauern ziehen mit dem Ochsenkarren über die Schotterstraßen. Die Häuser bestehen oft nur aus einem Sperrholzgerüst mit einer Blechverkleidung an der Wetterseite und eventuell Holzverkleidung an den anderen, falls das Geld dafür reichte. Einige haben statt Fensterscheiben nur Plastikplanen und bestehen oft nur aus einem einzigen Raum. In den größeren Orten gibt es allerdings auch sehr schöne großzügige Holzhäuser. Unterwegs machen sich die Hunde immer wieder einen Spaß daraus, den Autos mit lautem Gebell zu folgen und so zu tun als wollten sie in die Reifen beißen. Den ganzen Tag nur das Haus zu bewachen ist eben nicht ausfüllend.

Verkehrshindernis


In Quellón suchten wir eine Pension und wurden bald fündig. Das Zimmer mit Meerblick war ganz gemütlich, allerdings gab es definitiv zuviele Schafswolldecken auf dem Bett, lag man einmal darunter war es unmöglich sich zu bewegen, man lag wie unter einer Schafherde! Das Auto wurde in der nach Hundepipi stinkenden Scheune geparkt, es paßte gerade so rein.

schlafen unter Schafen

Auf dem Rundgang durch den Ort sahen wir eine Schafslotterie, man konnte Lose für 1000 Peso kaufen, die Schafe standen angeleint daneben. Am Hafenkai lag ein kompletter Kuhkopf, der Rest fehlte schon, in Hofeinfahrten und Vorgärten waren Pferde neben Autos geparkt und warteten geduldig auf ihren Besitzer.

geparkte 1PS mit gelber Regenjacke

Wir schlenderten über den Artesaniamarkt und fanden in einem Laden die bisher leckersten Empanadas. Später beim Abendessen gab es deftige Cazuela (Fleisch oder Fischeintopf) und immer wieder kamen Fischer mit ihrem Rucksack herein und fragten nach Unterkunft. Dies war mit Abstand der ursprünglichste und urigste Ort auf Chiloé!




Samstag

Nach einem spartanischen Frühstück neben einem etwas gerupften Plastikweihnachtsbaum hörte plötzlich der Regen auf und die Sonne schien! Vom Hotelzimmer aus beobachteten wir einige Fischerboote die jeweils 3-4 Schafe von den umliegenden Inseln aufs Festland transportierten. Wahrscheinlich fand heute noch der Weihnachtsbratenverkauf statt!

Schafsexpress Schafe an der Leine


Statt Schaf kauften wir einen halben geräucherten Lachs von einer Fischerfrau für umgerechnet 2,25 Euro. Nach einem letzten Gang durch den Ort, einer weiteren Empanada und Vorratseinkauf für die nächsten Tage fuhren wir die Küste entlang Richtung Norden über eine malerische Schotterstraße in Richtung Castro zurück. Unterwegs nahmen wir auf der Ladefläche eine 6-köpfige chilenische Familie mit, die wohl vergeblich auf den Bus gewartet hatte.
Auf der schmalen Straße kamen wir nur langsam voran, unterwegs gab es aber einiges zu sehen, neben der Aussicht auf das Meer und die Buchten lag einmal eine Sau mit Ferkeln am Straßenrand, andere Schweine sahen aus wie Wollsäue, soviel Fell hatten sie. Wofür die Zäune gut waren wissen wir nicht, sämtliches Vieh lief über und an der Straße entlang, man mußte auch Kollisionen mit Kühen vermeiden.

Sauerei am Straßenrand freilaufende Kühe


In einem winzigen Küstenörtchen, Queilén, gab es eine halb verrottete Mole zu besichtigen und auch Arturo Pratt begegnete uns zum wiederholten Male als Bronzebüste, der ist in jedem Ort auf Chiloé zu finden.
Auch auf der Insel hält der Fortschritt Einzug und so waren schon einige im Turistel ausgewiesenen Schotterpisten mittlerweile geteert, die Regierung stellt dann jedes Mal ein Schild daneben auf: "Mire, como Chile progresa!" (Seht mal wie es mit Chile vorangeht). Wahrscheinlich weiß es sonst niemand zu schätzen. Andererseits hören geteerte Straßen auch einfach mal auf und werden zu Schotterpisten.

Mire como Chile progresa...

Mit einem weiteren Chiloten mit Sohn auf der Ladefläche erreichten wir Chonchi, bekannt für eine Holzkirche die dem Weltkulturerbe angehört. Auf Chiloé gibt es unzählige Holzkirchen, 16 davon wurden als Weltkulturerbe ausgewiesen. Einige, wie die in Chonchi waren wirklich ganz hübsch, aber den meisten fehlte ein neuer Anstrich und ein bißchen Pflege.

Eine der schöneren Holzkirchen


Nach einem Lachsmittagessen unterwegs ging es weiter nach Castro, dort wollten wir übernachten. Wir suchten uns das teuerste Hotel am Platz aus, was allerdings nicht wirklich teuer war. Dafür war das Hotel leuchtend rosa gestrichen und wir konnten uns ein Zimmer mit Blick aufs Meer aussuchen. Auf dem einzigen hohem Baum vor dem Hotel wohnten die wohl lautesten Vögel der Insel. Sie sahen auch eher wie Wasservögel aus und wir hatten keine Ahnung was sie in dem Baum suchten.
Nicht die Villa Kunterbunt, aber fast Schreihals mit langem Schnabel

Auf dem Artesaniamarkt kauften wir einen Schafswollpulli für Markus und eine Holzschale. Es gab unzählige Stände mit gestrickter Kleidung, wenn es in Santiago nicht so heiß wäre hätten wir noch mehr kaufen können.
Abends suchten wir ein Restaurant und hatten die Auswahl zwischen zwei Fischrestaurants am Hafen. Castro ist berühmt für seine Palafitos, am Ufer gebaute Holzhäuser auf Stelzen, in die der Fischer bei Flut mit dem Boot direkt unters Haus fahren kann, um auszuladen. Das sieht zwar hübsch aus, aber man will da nicht wirklich wohnen - alles ist feucht und ziemlich rudimentär, sanitäre Anlagen gibt es wohl auch nicht immer. Die beiden Restaurants waren auch im Palafitostil und wir entschieden uns für das falsche: in dem riesigen Raum plärrten rechts und links je ein Fernseher mit einem Colo-Colo Fußballspiel und ein paar Jungs davor, wir saßen zwar mit toller Aussicht über den Fjord aber mit höchst unromantischer Fußballuntermalung dazwischen und auch das Essen ließ etwas zu wünschen übrig. Mein Omelett war zwar gut, aber Markus hatte die Spezialität des Hauses, eine Art in Alufolie gekochtes Fisch Cordonbleu mit einer halben Bratwurst gefüllt, gewählt die nicht so überzeugte.



Zurück im Hotel begleiteten uns noch die feiernden Colo-Colo Fans die in ihren 3 Autos einige Male hupend durch den Ort fuhren.

Sonntag - Heiligabend

Nach einem ausgiebigen Frühstück schafften wir es, um 9:30 vom Parkplatz zu rollen. Von Castro aus fuhren wir zurück nach Chonchi um dort die Schotterstraße an die Westküste zu nehmen. Die Häuser lagen nun immer weiter von einander entfernt, dafür rückte der Wald immer näher, riesige Farnwedel hingen tief in die Straße. An Baustellen wurden statt Ampeln Arbeiter mit rotgrünen Tafeln und einem Funkgerät eingesetzt, die sich so erkundigen, ob von der anderen Seite ein Auto kommt.

Wegweiser zum Gemeinschaftstelefon

An der Westküste werden in einem Nationalpark die letzten Reste des einst inselbedeckenden Valdivianischen Regenwaldes geschützt und so vor der Verarbeitung zu Holzchips für Asien bewahrt. Entlang eines großen Sees erreichten wir schließlich Cucao, das zwischen dem See und dem Meer liegt und erst seit kurzem eine befestigte Brücke als Zugang besitzt. Die alte Holzbrücke war immer wieder zusammen gebrochen, auch mit Autos darauf, die dann in den Fluß stürzten. Wir fanden das Café einer deutschen Auswanderin, die seit 13 Jahren hier lebt und anfangs weder Strom noch fließend Wasser hatte, seit kurzem aber Internet über Mobiltelefon, mit dem das Herunterladen von Fotos nur noch bis zu 15 Minuten dauert, und das auch nur am Wochenende - sonst ist es zu teuer.
Hinter dem Ort liegt der Eingang zum Park und typisch für viele Parks ist auch nicht viel ausgeschildert, es sitzt auch niemand da, der den Eintritt kassiert oder eine Karte ausgibt. Das Auto ließen wir am Ende der Straße stehen und gingen zu Fuß den Strand entlang, wo wir auf zwei Schweizer trafen. Nach einem Picknick auf der Düne mit Blick auf die Brandung und hinter uns den dichten Urwald beschlossen wir zurück zu gehen und einen Weg durch den Wald zu finden. Das war aber einfach unmöglich - der Urwald meinte es ernst und ließ uns nirgends durch.
Ann mit Eierkorb in der Wildniss Netter Wanderweg

Auf dem Weg zurück war auch ein Campingplatz ausgeschildert, der sich als nasse Wiese mit einem Schlammloch als Zugang erwies. Unvorsichtigerweise fuhr Markus durch und nun mußten wir auch wieder zurück! Ohne Allrad war es möglich mitten im Schlamm stecken zu bleiben, uns hätten mindestens 3 Pferde wieder herausziehen müssen. Trotz meiner Proteste nahmen wir Anlauf und schossen hüpfend und scheppernd mitten hindurch, mit durchdrehenden Rädern schafften wir es gerade so auf die andere Seite (Anmerkung des Fahrers: Das ist einfach maßlos übertrieben, war halb so wild wie beschrieben und mit ein bischen Schwung überhaupt kein Problem). Danach war mein Bedarf an Abenteuern für heute gedeckt; schließlich fanden wir im Park den ausgewiesenen Weg in den Urwald und ließen das Auto erstmal stehen.
Der Weg war als Rundweg angelegt und verlief zunächst auf Holzbohlen durch ein Moor und dann über Brücken und Stege mitten durch den Wald. Es wurde ziemlich dunkel, grün in alles Schattierungen und man hörte nur noch die Vögel. Durchzusehen war bis auf ein paar Meter nicht möglich, auch den Boden konnte man unter all den Wurzeln und toten Baumstämmen und dem Unterholz nicht erkennen.
Nochmal der Eierkorb Riesenrhabarber
Auf halbem Weg war ein Abstecher zu einem Café und einem Artesanenhändler ausgewiesen. Das Café erwies sich als noch in Bau - hätte uns auch gewundert, aber den Hof des Kunsthandwerkers fanden wir - ein zahnloser uralter aber geschäftstüchtiger Indianer, der hier mit seiner Familie lebte und dem wir einen geflochtenen Korb, einen Holzeimer und zwei frisch gelegte Hühnereier abkauften. Er wollte uns auch noch Chicha andrehen, einen Schnaps aus vergorenem Mais, aber wir lehnten dankend ab. Zurück ging es weiter den Weg entlang, der wirklich ein Highlight auf der Insel darstellt.
Auf dem Rückweg fanden wir auch noch einen frisch angelegten Campingplatz für mindestens 50 Zelte - wir waren bisher immer die einzigen Camper und fragten uns wer da wohl erwartet wurde. Zurück im Ort bauten wir unser Zelt auf einem kleinem Platz mit Hostal und kleinem Restaurant auf - bis auf zwei Amerikaner im Hostal war kein Tourist weit und breit zu sehen. Zu viert waren wir also die einzigen Gäste zum Essen und bekamen leckeren Fisch der erst vor 2 Stunden aus dem Wasser gezogen worden war. Nach dem Essen fragte Markus nach Feuerholz, und so konnten wir Heiligabend bei gutem Wetter vor dem Feuer sitzend mit Blick auf den See ausklingen lassen.
Heiligabend am Lagerfeuer Prosit Weihnacht!

Montag - 1. Weihnachtstag

Abgesehen von dem Nachbarshahn der sich in der Uhrzeit vertan hatte und um 4:10 laut krähend alle anderen Vögel verwirrte, die ebenfalls zu singen begannen bis sie merkten daß es noch nicht hell war, hörte man nachts nur die Klapperfrösche. Auch heute morgen schien bereits die Sonne und wir frühstückten feudal mit Seeblick unseren Lachs und die Eier die wir gestern gekauft hatten. Nach einer Dusche die extra für uns angeheizt wurde verließen wir den Ort mit einem israelischen Anhalter auf der Ladefläche, der heute keinen Bus bekommen hätte.
Markus im Schafspelz Lachsfrühstück


In Castro und sämtlichen Örtchen unterwegs war einfach alles geschlossen und so fuhren wir zurück in den Norden der Insel in Richtung Ancud. Unterwegs verfluchten wir wieder einmal die chilenischen Karten die oftmals einfach nicht mit der Wirklichkeit übereinstimmen. Eine Straße zum Beispiel führte uns kilometerweit über Schotter um dann direkt in den Wellen zwischen 3 Häusern zu enden. Zurück bergauf mit ca. 15% Steigung über lose Steine und durch riesige Schlaglöcher und Bodenwellen war es schon etwas abenteuerlich, teils wirkte die Straße auch wie ein ausgewaschenes Bachbett (Anmerkung des Fahrers: Das war auch ein Bachbett mit Straße drin). Der weitere Weg verlief etwas unspektakulär sodaß Markus seine Fahrkünste auf Schotter ausgiebig testen mußte um die Fahrt etwas aufzuwerten. Auf schnellstem Wege kehrten wir auf die Panamericana zurück, da auch das Wetter heute launisch war und Schotterstraßen einfach zu viel Zeit kosteten.
Weltkulturerbe in Castro sturmfester Zeltplatz mit Hütte

In Ancud fanden wir einen windgeschützten Campingplatz mit Holzunterstand, wir waren wieder die einzigen. Um sich anzumelden mußte man bei den Besitzern anrufen, was durch fiese große Insekten die ständig ums Telefon schwirrten erschwert wurde. Nach einer Runde durch den Ort entdeckten wir das einzige offene Restaurant kurz bevor es anfing zu schütten. Mit uns waren nur noch andere Touristen anzutreffen, dem Anschein nach alles Europäer, die Chilenen feierten heute Weihnachten zuhause mit der Familie. Aus dem riesigen Saal beobachteten wir draußen die stürmische See und den nicht enden wollenden Regen. Bemerkenswert war die Doppelverglasung - die erste die wir in ganz Chile sahen. Nach dem wir uns endlich losgerissen hatten ging es bei waagerechtem Regen zurück zum Platz und die ganze Nacht heulte der Sturm um die Zeltstangen. Es ließ sich aber nicht erschüttern und hielt dicht.

Dienstag

Der 2. Weihnachtstag ist in Chile kein Feiertag und so kehrte heute alles in die Normalität zurück. Der Campingbesitzer kam morgens extra ans Zelt um zu fragen wann er die Duschen anheizen sollte. Nach einem Blick in die Waschräume flohen wir aber einstimmig und ließen die Dusche ausfallen.
Nach der Abfahrt aus Ancud blieb die Überfahrt aufs Festland, zum Glück hatte sich der Sturm gelegt und die Wellen einigermaßen beruhigt. Auch der Regen hatte nachgelassen. Die Fähre wartete bereits und wir rollten sofort auf und beobachteten die Ladekünste der Matrosen. Trotz einigermaßen ruhiger See schwankte der Bus neben uns ausgiebig mit den Wellen hin und her, das schien aber weiter niemanden zu stören.
Auf der anderen Seite angekommen machten wir uns auf nach Puerto Montt, einer etwas größeren Stadt in einer weiten Bucht, die von oben betrachtet schön anzusehen ist, aus der Nähe betrachtet sich aber als Industriestadt mit Hafen für Fischerei und Holzchipsverschiffung entpuppt. Das einzig touristisch interessante hier ist, daß in Puerto Montt die Carretera Austral beginnt, das letzte Abenteuer auf über 1000 km Straße in den Süden Chiles, bis die Weiterfahrt durch das südliche Eisfeld unmöglich wird und man auf die argentinische Seite wechseln muß.
Zur Abwechslung Regen Die Helden von Chile

Wir fanden ein ganz nettes Hotel mit Blick aufs Meer und ein riesiges Kreuzfahrtschiff in der Bucht. Da die Sonne in Puerto Montt nur selten scheint machten wir uns sofort auf den Stadtrundgang. Nach einem Besuch auf dem falschen Fisch-& Artensanenmarkt, auf dem wir den bisher schlechtesten Fisch serviert bekamen, fritiert und extra fettig, beschlossen wir Puerto Montt nicht schön zu finden und fuhren mit dem Auto in den Nachbarort Puerto Varas am Lago Llanquihue.
Puerto Varas besitzt schon eher ein Urlaubsflair und der Einfluß der deutschen Siedler ist noch überall an den Gebäuden und der Kirche zu sehen. Von hier aus kann man unter anderem verschiedene Vulkane besteigen und so herrscht schon ein wenig Abenteuerstimmung und viele ausländische Touristen sind unterwegs. Dank der Wolken sahen wir nur das untere Ende der Berge, dafür fanden wir ein nettes Café mit riesigen leckeren Kuchenstücken und heißer Schokolade, passend zum Wetter. Zurück in Puerto Montt gaben wir den Mietwagen ab und kehrten zum Hotel zurück. Den Abend verbrachten wir mit einer Flasche Wein vor dem Fernseher und beobachteten den Regen vor dem Fenster.

Mittwoch

Nachdem wir um 6 Uhr aufstehen mußten gab es sogar noch ein kleines Frühstück vom Nachtportier. Das Taxi brachte uns zum Flughafen, hier machen die Schalter erst eine knappe Stunde vor Abflug auf und wir waren fast die ersten. Mit Blick auf schneebedeckte Vulkane während des Fluges und diesmal ohne Zwischenlandung kamen wir pünktlich in Santiago an und waren wieder beeindruckt von der schnellen Abfertigung. Das Gepäck war fast schneller am Band als wir.

Lago Llanquihue mit Vulkanen






Übrigens:

Der etwas andere Ausflug
Es geht auch ohne Allrad - Familienausflug aus Hamburg über die Carretera Austral...

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