Concha y Toro

10.02.2007

das Portal
Eigentlich wollten wir dieses Wochenende in Mendoza (Argentinien) verbringen, was aber aufgrund bereits Mittwochs ausverkaufter Busse ausgefallen war. Im Nachhinein vielleicht gar nicht so schlecht, denn wie wir hörten ist es in Mendoza fast noch heißer als hier, und nachts kühlt es im Gegensatz zu Santiago überhaupt nicht ab.
das ehemalige Wohnhaus steinerne Wächter
Als Ersatz für die Weinstadt Mendoza bot sich der Besuch eines chilenischen Weinguts an, davon gibt es in unmittelbarer Nähe der Stadt immerhin ganze 17 Stück. Etwas weiter entfernt im Valle de Maipo Alto liegen noch einmal sieben, und auch die sind nur maximal 80km entfernt. Damit ist aber das Weinbaugebiet noch lange nicht erkundet, es gibt insgesamt 5 Andentäler in denen die Reben angebaut werden, das Valle de Maipo ist nur eines davon.
selbst der Brunnen prostet uns zu Sonne garantiert
Die Viña Concha y Toro ist praktischerweise mit der Metro erreichbar, wahrscheinlich ist Santiago eine der wenigen Millionenstädte, wo man an der Endstation der Metro aussteigt und nach 15 Minuten Fußweg mitten im Weinberg steht. Wir fuhren also 22 Stationen und nahmen dann ein Taxi, da wir etwas knapp in der Zeit lagen, das chilenische Zeitgefühl hat uns mittlerweile schon voll im Griff.
der älteste Weinberg akkurat gepflanzt
Concha y Toro wurde schon 1883 von Don Melchor Concha y Toro gegründet, der eine Auswahl guter Reben aus dem Bordeaux importierte. Heute ist das Weingut das wichtigste Chiles und wird seit 1923 an der Santigoer Börse gehandelt. Wir besichtigten mit einer Führung den Park, einen der Weinberge (obwohl hier die Reben nicht am Hang sondern alle auf flachen Feldern wachsen) und die Keller. Dazu gab es zwei Rotweine zu probieren, einen Cabernet Sauvignon und einen Carmenere. Stolz wurde uns erzählt, daß die besten und ältesten Weinberge per Hand und nur von Frauen abgeerntet würden. Die Führerin erzählte, daß Frauen eben vorsichtiger und vertrauenswürdiger seien, dem natürlich alle weiblichen Anwesenden sofort zustimmten. Markus behauptete, die seien einfach billiger...
Prost! lieber mal im Schatten bleiben
Zum Schluß ging es in den ältesten der Weinkeller, der noch aus der Gründerzeit stammt: der Casillero del Diablo um den sich wilde Legenden ranken. So hatte damals der Gründer einige der besten Flaschen für sich selbst reserviert und separat gelagert. Unerklärlicherweise verschwanden einige der guten Tropfen hin und wieder. Daraufhin machte er sich den Aberglauben der Landbevölkerung zunutze und streute das Gerücht, der Teufel wohne im Keller. Seither verschwand keine einzige Flasche mehr, allerdings traute sich auch kein Arbeiter mehr in den Keller.
Er versiegelte daraufhin einen Teil der Casillera, hat darin den Teufel gleich mit eingemauert und ließ einen geheimen Zugang vom Haus bauen, der durch einen Einpersonenaufzug mit der hintersten Ecke des Kellers verbunden war. Hier befand sich seitdem sein ganz persönliches Weinlager und der gute Don Melchor konnte ungestört seine Tröpfchen genießen.
hier geht's runter... ... zum Kellerteufel
Der Keller des Teufels ist aus Cal y Canto ("de cal y canto" = dauerhaft) erbaut, einer Mischung aus Backstein, Kalk und Eiweiß, die bisher noch jedes Erdbeben unbeschadet überstanden hat, und davon gab es ja einige um Santiago herum. Uns hätte aber mal interessiert wer die ganzen Eier dafür getrennt hat.

Nach der Führung probierten wir noch zwei Weißweine in der Bar und machten uns dann mit den uns überlassenen Weingläsern von der Weinprobe auf den Heimweg.
Fütterung der Raubtiere 225 Liter pro Faß...

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