Cerro El Roble

Ein Hauch von Herbst

30.03.2008

Der Cerro El Roble ist mit etwa 2222m (man findet unterschiedliche Angaben) die wohl höchste Erhebung der chilenischen Küstenkordillere. Genau das richtige also um die entgangenen Bergwanderfreuden vom Osterwochenende ein wenig wettzumachen.
da geht's rauf lieber noch ein kurzes Päuschen
Die für dieses Wochenende geplante Zeitumstellung wird wohl nur im Fernsehen kommuniziert, jedenfalls finden wir im Internet auf den üblichen Seiten dazu keine Angaben. Zudem sind wir uns unschlüssig, in welche Richtung die Uhr überhaupt umgestellt wird. Vosichtshalber belassen wir es also bei der alten Uhrzeit und stehen ganz einfach um 7:30 auf. Natürlich ist außer uns so früh kaum jemand unterwegs und die Straßen sind gähnend leer; es ist ja auch noch eine Stunde früher, wie unser Conserje uns mitteilt als wir das Haus verlassen.
Cerro La Campana Markus vor herbstlichem Baum
Nach einer guten Stunde erreichen wir den Abzweig von der Cuesta la Dormida, der uns nach weiteren 8km in das weitverstreute Dörfchen Caleu bringt. In einer Kurve entdecken wir den Eingang zum Schutzgebiet El Roble und parken im Schatten. Das Häuschen an der Schranke ist noch unbesetzt aber mit uns starten zwei Mountainbikefahrer die gleiche Tour.
Wanderweg durch Roble-Wäldchen erste Blicke auf den Aconcagua
Der Weg ist ein angenehm zu laufender sandiger Fahrweg, der bis zum Observatorium auf dem Gipfel führt. Allerdings ist es an diesem Herbstmorgen trotz früher Stunde schon sehr warm und die Steigung nicht zu verachten. Auch die Mountainbiker haben sich das wohl leichter vorgestellt, wir überholen sie mehrfach, wenn sie wieder eine Schattenpause einlegen. Bereits von unten sieht man den Verlauf des gesamten Weges vor sich, nach grober Schätzung 900-1000 Höhenmeter auf etwa 10km verteilt bis zum Gipfel.
endlich oben der höchste Punkt weit und breit
Auf halbem Weg beginnt das Roblewäldchen nach dem der El Roble benannt ist. Robles sind eigentlich Eichen, aber die sehen wir hier nicht. Was auch immer es ist, die Blätter sind schon leicht rötlich verfärbt und erinnern an herbstliche Wälder, von denen es hier oben um Santioago sehr wenige gibt. Auf halbem Weg und schon ziemlich verschwitzt erreicht uns ein kühles Lüftchen.
Gipfelfoto mit Aconcagua
Wir haben den Kammweg erreicht und links hinter der Böschung erkennen wir in etwa 50km Entfernung die Brandung des Meeres im Dunst. Rechts erstreckt sich der Blick auf die in etwa gleicher Entfernung thronende Andenkette mit dem Aconcagua, der einsam herausragt.
endlose Aussicht
Endlich tauchen wir in das schattige Wäldchen ein, durch das man nun mehr oder weniger permanent bis zu Gipfel läuft. Immer wieder hat man einen tollen Blick auf den Aconcagua am Horizont. Nach den letzten schweißtreibenden Serpentinen sind wir endlich oben und genießen die Aussicht in alle Richtungen.
Chile bis zur Kordillere am Horizont... ...und nach Nordwesten Richtung Küste
Nachdem ein paar lärmende Chilenen endlich ihre Gipfelfotos erledigt haben (der am lautesten schreiende hat es nur mit dem Auto bis hier herauf geschafft) haben wir die Aussicht für uns und installieren uns zu einem ausgiebigen aber wespengeplagten Picknick zwischen den Felsen.
der Wanderweg in fast ganzer Länge herbstliches Rot
Nach einer wohlverdienten Siesta machen wir uns eine gute Stunde später auf den Rückweg. Auf dem Abstieg können wir die Aussicht nochmal in Ruhe bewundern und entdecken am Wegrand sogar einen einsamen Pfirsichbaum mit fast reifen Früchten.
auf dem Rückweg rechts der Gipfel des El Roble


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