Estero La Leonera

08.12.2009

Heute ist Feiertag... welcher, wissen wir gar nicht so genau, wir hätten ihn auch fast verpasst. Aber in den Dörfern wurde eine Virgen (Jungfrau) herumgetragen, mit Blumen geschmückt und von der Prozession besungen.
Statt uns dem anzuschliessen, sind wir ein zweites Mal nach La Parva hoch ins Skigebiet gefahren, um den anderen Weg, den wir beim letzten Mal entdeckt haben, abzulaufen.


Diesmal sind auch nicht so viele nervige Radfahrer die 39 Kurven hinauf unterwegs, dafür ist es, oben angekommen, ziemlich kalt. Aber wir haben dazugelernt: diesmal bekommt Clara zu ihrem Freizeitdress eine dicke Kapuzenjacke mit zu langen Ärmeln gegen Sonne und Kälte, und ein paar Frotteesocken von mir als Über-Kniestrümpfe gegen zu kalte Füsse und Waden.

So warm eingepackt erreichen wir bald die erste Bachquerung, von der wir angenommen haben, dass dort zwei Wochen später eher weniger als mehr hinunterrauscht. Weit gefehlt! Die Schneeschmelze ist im vollen Gange. Markus hüpft noch über ein paar dicke Steine, aber mit meinem Sicht-nehmenden Bauchbeutel geht das nicht. Da bleibt nur eins: die Kneippkur im Eiswasser! Was tut man nicht alles zum Wohle des Nachwuchs. Mitten in den eisigen Fluten stehend (weiter oben liegen noch die Schneereste) entdecke ich eine Schar Kondore am Himmel, dann knotet mich Markus wieder in die Wanderschuhe.


Es stehen uns noch mehrere nasse und sumpfige Wiesenstücke bevor, die nasse Füsse bedeuten. Unterwegs rettet Markus eine Vielzahl Kaulquappen, die von schrumpfenden Pfützen bedroht sind, dann erreichen wir das Ende des Wegs und ein paar Felsen zum picknicken. Clara vor der Sonne zu schützen ist, besonders beim wickeln, gar nicht so einfach. Wir hantieren mit Wanderstöcken, Tüchern und Hüten und einer übervollen Windel nach dem gestrigen Tag, an sie die erste Verstopfung ihres Lebens hatte.


Auf dem Rückweg entdecken wir noch einen Pfad entlang einer rätselhafen Wasserleitung und folgen ihm ins nächste Tal, das des Estero La Leonera, der zum gleichnamigen Berg führt. Auf dem letzten Stück wird es mir zu steil und Markus verschwindet kurz um die Ecke, um ein Foto zu schiessen, dann geht es zurück.



Aus dem entspannten Halbtagsspaziergang sind über 5 Stunden Wanderung geworden und wir spüren schon die Beine, als wir endlich zurück am Auto sind.







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