13.-19.8.: Karelien = noch mehr Seen...

Das Packen gestaltet sich wie immer zeitaufwändig. Warum wird das Auto eigentlich immer voller?? So voll war es jedenfalls noch nie und wir kommen erst gegen 13 vom Platz weg. Clara  staubt noch einen Lutscher ab, darf ihn aber erst nach dem Mittagessen auspacken (Sie hält ihn übrigens bis dahin eine Stunde fest in der Hand, schläft dann aber kurz vor dem Ziel ein).
Wir sind jetzt echt froh endlich weiter zu kommen, wenn auch noch das Paket aussteht. Mit dem Auto ist der Ort gar nicht mehr so weit entfernt. Markus geht mit Clara in die Post und oh Wunder, das Paket ist endlich da! Wir packen erstmal nicht aus und gehen für die nächsten Tage einkaufen, was Clara nicht verstehen kann aber mit Hinweis auf den Lutscher sieht sie es dann doch ein. Dafür schicken wir ein Geburtstagspaket an Linus los und hoffen, daß die Post in die andere Richtung schneller ist.


Nach dem Einkauf essen wir während der Fahrt noch die frischen Brote und Clara fällt in einen tiefen Mittagschlaf (trotz Lutscher in der Hand). Wir sind recht schnell bei unserem neuen Campingplatz angekommen und bauen kurz auf. Dank strahlendem Sonnenschein wird das Zelt nur halb aufgebaut aber ausgiebig gesichert (das fliegt uns nicht mehr weg) und wir machen uns direkt auf den Weg zum Strand der nur 50 m entfernt ist. Es scheint hier sehr stark geregnet zu haben da die Wiese immer noch total durchfeuchtet ist und die Wohnmobile tiefe Spuren hinterlassen. Wir sind dagegen mit unserem kleinen "Karle" wie ein Vogel darübergeschwebt und haben nur ein paar Grashalme geknickt (Anm. Ann: wie ein Albatros bei der Landung...). Zur Abwechslung sind wir auf einem "Top-Campingplatz" der sehr groß ist. Aber auch hier ist nichts los. Die Hochsaison ist im Juli und jetzt Mitte August ist hier der Hund begraben, nur die vielen Doppelachser-Dauercamper-Wagen stehen noch. Schon beim Ankommen haben wir gesehen, daß sämtliche Imbissbuden, Restaurants und Parkplätze leer sind. Dafür ist der Sand sehr schön und der Strand fast leer. Clara beginnt direkt wieder ihren Hafen zu bauen und traut sich später sogar mit Markus auf die Insel (Sandbank), dort bauen die beiden einen großen Turm, der sogar die nächsten Tage überlebt. Paul findet den Sand wie immer sehr interessant und ist danach total fertig und schläft schnell ein. Trotz der recht kurzen Fahrt und dem Kurzbesuch am Strand ist es wieder recht spät als wir essen (da hat uns wohl wieder jemand 2 Stunden geklaut) und die beiden kommen erst gegen 10 ins Bett. Dafür schlafen beide schnell ein und wir geniessen unsere halbe Flasche Wein bei Abendrot über dem Meer. Leider kommt mit dem Abendrot auch die Kälte und das Mückengeschwader, diesmal die ganz kleine Sorte, die aber gemein beißt und es sogar durch unser Mückengitter schafft!


Schon wieder Sonnenschein und rekordverdächtige 20 Grad! Wir pilgern nach dem Frühstück gleich an den Strand, das Wetter will ausgenutzt werden. Außer uns sind nur vereinzelt Leute auf dem Campingplatz, sogar ein paar wenige Ausländer. Der Strand ist nach wie vor leer. Das Wasser ist so flach, daß man sich abmühen muß, die Fußknöchel nass zu bekommen, ganz zu schweigen von den Knien. Man kann auf den Sandbänken hunderte von Metern raus spazieren und das Wasser reicht nicht bis zur Hüfte. Nur um zu der Burg-Sandbank von gestern zu kommen, muß Clara auf den Arm und diesmal stapfe ich mit ihr tapfer durch die Fluten. Die Ostsee ist hier braun und leicht glitschig am Ufer und ich mag keine solchen Wasser, wo ich nicht sehe, wo ich den Fuß hin (drauf) setze. Mittags essen wir draußen und oh Wunder, die Kinder liegen ganz selbstzufrieden auf der Decke vor dem Zelt und lassen sich danach beide zum Mittagschlaf hinlegen. Markus und ich schleichen uns mit dem Babyfunk zum Restaurant und sitzen dort mit Blick aufs Meer, Strandmusik statt Kindergedudel und zwei teuren aber leckeren finnischen Bieren in der Sonne. Dieser paradiesische Zustand hält fast eine Stunde lang, bis uns die Ruhe komisch vorkommt und wir lieber mal schauen gehen, ob das Funkgerät nicht versagt und die beiden schon den Platz zusammen brüllen, was aber natürlich gar nicht der Fall ist. So geht der Nachmittag dahin und als uns auffällt, daß wir nichts zu essen haben, ist es schon halb 8! Zu spät zum einkaufen, daher muß wieder einer unserer längst abgelaufenen aber dennoch genießbaren Trekkingnahrung-Notrationen herhalten, die wir mit Nudeln strecken. Leider gibt es hier nur am Restaurant Internet, sonst könnte man mal wieder abends gemütlich surfen, aber zur Elternzeit ist es schon stockdunkel , das Restaurant schon zu und davor ziemlich frisch, da bleiben wir lieber im Auto und flüstern.


Heute füllen wir als erstes die Vorräte auf, Sonnenschein hin oder her. Wir testen heute eine neue Supermarktkette, von der wir bisher dachten es wäre ein Erlebniscenter oder farbenfrohes Fastfood Restaurant, denn der Name ist Halli-Halpa. Drinnen entpuppt es sich als schlecht sortierter Supermarkt mit Ramsch-Ecken, nur etwa die Hälfte ist Essbares, der Rest ine Sammelsurium. Etwas unbefriedigt aber immerhin mit Knete für Clara und einem finnischen Wurfspiel (nein, keine Marttiini-Messer) für uns, geht es weiter zu einem Keramikladen mit Café. Die Keramik ist nett aber unpraktisch für die Reise, aber der Kuchen schmeckt sehr gut und die finnische Kaffee-Nachfüllgewohnheit relativiert auch den Preis. Zudem ist Clara mit Angeln, Trampolinhüpfen und Blaubeerkuchenessen schon schön ausgelastet für den Vormittag. Den Nachmittag verbringen wir nochmal am Strand und dann grillt Markus im Grillhäuschen während ich mit zwei müden Kindern im Auto auf ihn warte. Als er mit dem Grillgut endlich ankommt, sind die beiden schon eingeschlafen. Um den Abendschlaf nicht zu gefährden gehen wir danach noch eine Runde Minigolfen (diesmal hat Markus das Handicap P), wobei sich Clara eher als Caddy und Kommentatorin ("der Ball muß da ins Loch, Papa!") betätigt. Nach einem geteilten Siegerbier (M:A=30:31) und Eis für die Tochter, einer letzten Spielplatz- und Strandrunde geht es ab ins Bett, und sämtliche guten Vorsätze (diesmal räumen wir aber wirklich schon alles zusammen, dann kommen wir morgen früher weg) zerfallen angesichts des feierabendlichen Tee mit Keks. 

 
Heute fahren wir aber wirklich weiter! Obwohl die Sonne immer noch vom Himmel brät, es ist sogar noch wärmer geworden, so daß man schon den Schatten sucht. Wir schaffen es um halb 12, das ist gar nicht so schlecht, wir sind aber auch schon kurz nach 8 aufgestanden, das hilft.
Leider müssen wir nochmal zu Halli-Halpa zurück, denn just gestern hatten wir dort eine Kinderangel gesehen, aber als Geburtstagsgeschenk verworfen, da Claras Angelleidenschaft schon lange erkaltet war. Auf der Rückfahrt verkündete sie dann, sie wünsche sich ganz dringend eine Angel (sämtliche vorigen Versuche, einen Geschenkwunsch aus ihr heraus zu bekommen waren gescheitert). Da momentan Ausflüge in wie auch immer geartete Etablissements (Supermarkt, Tankstelle, Campingrezeption, Toilettenbesuch) ohne Clara ein Geschrei auslösen, als hätten wir sie im Winter am Nordkapp ausgesetzt (sie ist schließlich im Auto noch mit dem anderen Elternteil und Paul) muß sie mit mir einen vorgetäuschten Einkauf vornehmen und Markus kauft mit Paul heimlich die Angel.


Er wird aber an der Kasse ausgebremst, da der dazu passende Köderfisch keinen Preis hat, die Kassiererin eine Kollegin dafür losschickt und die Kollegin dann verschwindet. Irgendwann nach gefühlten 10 Minuten wird es der Kassiererin zu bunt und der lebensechte Gummihecht geht für 3 Euro raus. Dann geht es endlich los nach Osten, heute haben wir gut 300km vor uns und müssen uns ranhalten. Wir kreuzen dazu einmal quer durch Finnland und auf nicht mal halbem Weg werden schon die Birken gelb und der Herbst kündigt sich an. Vor einem Monat sind wir noch an winterlich gefrorenen Seen vorbei und jetzt fängt schon der Herbst an. War da  nicht noch eine Jahreszeit mit dem Namen Sommer dazwischen und jemand hat die vergessen? Bei einer Tank- und Stillpause landen wir an einem kuriosen Gasthaus, an dem etwa 30 große alte Glocken mit deutscher Inschrift ausgestellt sind, dazu gibt es einen Andenkenladen, in dem auf 100qm nichts als Glocken in allen Formen und Größen zu kaufen sind. Leider gibt es dazu keine Erklärung und dem Baedeker ist der Ort wohl zu profan.


100km vor dem Ziel geraten wir während der Stillpause in ein Gewitter, was leider Clara weckt und Markus nervös macht (der potenzielle Hagel), sodaß wir Paul wieder einpacken und weiterfahren, was dieser mit einem Protestgeschrei quittiert, solange, bis wir entnervt am nächsten Café anhalten um alle einmal abkühlen zu lassen. (Draußen strömt noch der Regen und im Auto waren es immer noch 28 Grad). Das offiziell ausgeschilderte Café entpuppt sich als Anbau eines Privathauses und der ziemlich wortkarge Ehemann wurde anscheinend von seiner Frau zur Nachmittagsschicht abgestellt. Es gibt auch einen Haufen skurrilen Kitsch zu kaufen, hier hatte jemand im Winter viel Zeit zum handarbeiten. Danach legt sich Paul freiwillig nochmal schlafen und wir erreichen bald Nurmes am Pielinensee, wo wir einen Campingplatz beziehen, der zu einem Golfhotel gehört und wie immer fast leer ist. Nach der üblichen Aufbau-/Spielplatz-/Essens-/Bettroutine bereiten wir noch Claras Geburtstag morgen ein bißchen vor. 


Clara wird stolze 3! Sie wird von Paul zur Feier des Tages schon um halb 8 geweckt und wir pusten ihr eine Packung Miniluftballons auf. Dann gibt es zum Frühstück die Geschenke, wobei sie eigentlich den ganzen Vormittag bräuchte, um die in aller Ruhe zu würdigen. Statt dessen geht es auf zum Bomba Haus, das zum karelischen Dorf des Nachbarhotels gehört, und wo man mittags ein karelisches Buffet bekommt. Aber auch hier herrscht stark dezimierte Nachsaison, wobei man sich anhand der Parkplätze ausrechnen kann, was hier im Sommer los ist. Heute morgen war es übrigens schon recht herbstlich, obwohl gerade mal Mitte August.


Das Restaurant hat den unschlagbaren Vorteil eines Kinderspielzimmers, in das Clara gleich glücklich allein verschwindet und eine ganze Weile beschäftigt ist. Wir kümmern uns derweil ums Essen und bedauern, Paul nicht auch dort abgeben zu können. Der hat nämlich seit gestern einen Aktivitätsschub und mag weder auf dem Schoß noch überhaupt stillsitzen und reißt alles an sich was irgendwie in seine Reichweite gerät. Mittlerweile hat er ein nicht zu verachtendes Kaliber, daher ist es anstrengend, ihn im Zaum zu halten. Wir probieren uns durch sämtliche Speisen und Getränke und scheitern nur am Nachtisch, der nicht ganz unserem Geschmack entspricht, selbst Clara muß passen. Anschließend suchen wir den angepriesenen Sommermarkt, den wir schließlich in Form eines letzten geöffneten Ladens finden, soviel zur Nachsaison. Gut daß wir uns da nicht auf weitere kulinarische Versorgung verlassen haben.


Zurück geht es wieder zu Fuß am See entlang, diesmal mit allen Registern der Motivationshilfen für Clara, die mittlerweile müde ist und keine Lust auf Laufen hat, außer wenn es Multebonbons, ihren Lolli oder Blaubeerpausen gibt. Der Wald ist überall so voll mit Blaubeeren und jetzt auch Preiselbeeren, man könnte Körbe voll sammeln. Im Auto halten wir dringend benötigten Mittagschlaf und brechen danach notgedrungen noch zu einer Einkaufsrunde auf, da wir nichts mehr zu essen haben. Im Supermarkt sucht Clara sich heute den Doppelsitzer-Kinder-Einkaufs-LKW aus, der extraschwer durch die Gänge zu bugsieren ist, zum Glück hat diese Größenordnung noch nicht den Weg in deutsche Supermärkte gefunden. Beim Abendessen ist schon absoluter Bettgeh-Notstand, die ganze Aufregung des Tages war wohl etwas zu viel. Kindergarten ist dagegen ja anscheinend wie Urlaub. Paul legt alle zwei Bissen Hüpfpausen ein und verbraucht damit sämtliche aufgenommenen Kalorien gleich wieder. Bis wir gespült und die Kinder im Bett haben, ist es heute sogar 23 Uhr.


Auch heute stellt Paul den Wecker wieder früh. Nach dem üblichen Programm machen wir uns auf den Weg nach Valtimo, wo Baedeker uns ein weiteres Freilichtmuseum ans Herz legt. Leider wiedersprechen sich sämtliche Angaben zu Öffnungszeiten. Wir verfahren uns erst einmal und finden dann endlich nach 26km Waldwegen einen leeren Parkplatz im Nirgendwo. Markus geht als Späher los und wir harren im Auto. Nach einer ganzen Weile frage ich mich, wo er denn bleibt, da taucht er zum Glück wieder auf. Es ist geschlossen (der Hof ist nur im Juli regulär geöffnet) aber er hat jemanden gefunden, der einen Schlüssel hat und zufällig gerade da ist. Da war der Weg zum Glück nicht umsonst! Wir hetzen also los, einen knappen Kilometer durch den Wald und treffen dann auf einem ehemaligen Bauernhof von ca. 1860 ein, dessen Wohnhaus wir dank der Schlüsselfrau besichtigen können, der Rest ist sowieso nicht abgesperrt. Bald sind wir ganz allein hier mitten auf der Waldlichtung. Wir schauen uns in Ruhe um und gehen dann blaubeerpflückend wieder zurück. Ganz unvorbereitet haben wir heute kein Picknick dabei, dabei wäre das hier der perfekte Ort. So begnügen wir uns mit 4 Pflaumen und den Blaubeeren.


Auf dem Rückweg kaufen Markus und Clara noch ein, wobei Clara unser Funkgerät im Supermarkt in der Kinderecke liegenläßt und Markus es mühsam suchen muß. Ich will ihm aus dem Auto die Einkaufsliste durchgeben und wundere mich, warum er nicht antwortet.
Am Campingplatz besichtigen wir das Kinderspielzimmer des Hotels, das diesmal leider nicht gleich neben dem Restaurant liegt, sondern abgelegen im Keller. Clara und Paul sind total beschäftigt und Paul liegt ganz begeistert auf dem Spielteppich. Zum Glück liegt die Terrasse
des Restaurants über einen Schleichweg um die Ecke und so kommen wir doch noch zu einem Kaffee in der Sonne, während Paul eine ganze Weile zufrieden die Holzdielen untersucht. Nach dem Rückweg am See entlang ist ganz dringend ein Mittagschlaf vonnöten, aber dazu ist es zu spät. Wir essen heute extra früh und schaffen die Kinder um 9 ins Bett, Paul ist gleich ausgeschaltet aber die Tochtert weigert sich bis nach 22h beharrlich einzuschlafen. Heute war das Abendessen mit Clara schon grenzwertig und wir haben das erste Mal über einen Plan für die Heimreise gesprochen, die ja mindestens 2 Wochen in Anspruch nimmt bei unserem derzeitigen Vorankommen. Weit gekommen sind wir dabei aber auch nicht.


Es hat die ganze Nacht geregnet und nicht wenig. Auch am Morgen schüttet es teilweise wie aus Kübeln, sodaß der Platz stellenweise ganz schön unter Wasser steht. Eigentlich sollten sich die Finnen mit Wasser und Drainage ja auskennen. Nachdem Clara ihren Angelfisch beim Zähneputzen und spülen wieder ausgiebig in diversen Waschbecken hat schwimmen lassen, geht es anschließend in Gummistiefeln und Regenjacke zur Pfützenerkundung, davon gibt es gerade genug. Während ich Paul stille geht Markus duschen und schärft der Tochter ein, in Sichtweite hinter der Heckscheibe zu spielen. Es kommt wie es kommen muß, kaum ist Markus um die Ecke und Paul an der Brust, erweitert Clara ihren Radius und ich hechte an den Busfenstern entlang, mit Paul im Schlepptau um sie zu verfolgen. Als sich dann ein Auto nähert, das ihr unheimlich wird, kann ich live beobachten, wie sie kehrt macht, in einer wadentiefen Pfütze stolpert und sich einmal der Länge nach hineinlegt. Den Rest kann man sich vorstellen.


Am heutigen Sonntag wollen wir uns vor Abfahrt in unserem Hotel am Platz noch ein Mittagsbuffet gönnen und die Kinder ganz selbstlos ein bißchen altergerecht lüften. Dazu kehren wir gegen Mittag ins Kinderspielzimmer ein (zum Glück gibt es hier für die Eltern Internet) und nach einer Stunde ist die Tochter zum Essen zu überreden. Trotz Selbstbedienung und Selbstabräumung ist die Küche hier doch noch um einiges besser als in Baedekers Toptip nebenan und wir greifen ausgiebig zu. Da Paul auf meinem Schoß nach den Aufregungen des Spielteppichs tief und fest schläft, muß Markus Clara zu jedem Gang ans Buffet (Papa, ich komme mit!!) mitschleppen (da die Tochter auf einen Kinderstuhl bestand, muß man sie dort jedes Mal aus- und einfädeln).
Die 3 gehen zu einer weiteren kurzen Spieleinlage in den Keller und ich schon mal das Auto packen.


Rekordverdächtig verlassen wir um 16 Uhr den Platz, aber da wir heute keine 80km weiter fahren sehen wir das recht entspannt, die einzige Sorge ist der ausreichende Mittagschlaf der Kinder und der daraus resultierende Quengelpegel am Abend. Wir fahren nach Koli, zum Koli Nationalpark, der anscheinend der finnische Nationalstolz ist. Der Blick von diesen Bergen (keine 400m hoch) über die Seen ist Finnland pur, schreibt der Reiseführer. Da die Sommersaison beendet und die Skisaison noch nicht eingeläutet ist befürchten wir schon einen Campingplatznotstand wie damals in Syöte, da auch hier ausgeschilderte Campingplätze verwaist am Skilift enden. Schließlich landen wir aber außerhalb an einem kleinen See (Urlaub ohne Mücken ist auch kein finnisches Nationalgefühl) und müssen auch hier feststellen, daß es keinen Stellplatz mit Internet gibt, es sei denn, wir parken vor der Rezeption. Zudem wird es deutlich kälter und der Wetterdienst kündigt eine Kaltfront mit 12 Grad an, die wir schon beim Essen erreichen (da sind sie wieder, die norwegischen Temperaturen...) Dafür gibt es eine kostenlose Sauna und Ruderboote und im Winter kann man hier Eisbaden (wer will das???), das Eisloch wird übrigens bis 21:00 offen gehalten. (Auf den Fotos sieht man rüstige Senioren mit Strickmützen im Eiswasser schwimmen...)
Nach dem Abendbrot, bei dem Clara wieder einige Trotzregister zieht und Paul partout stehen will aber nicht kann, was beides anstrengend ist, schlafen beide zum Glück einigermaßen schnell ein und Markus und ich heizen gegen die 10 Grad (Tendenz fallend) im Obergeschoß an. Paul hat wie zu Anfang des Urlaubs wieder die 3-fache-Schlafsack-mit-Mütze-und-Decke-Montur an und wir haben dummerweise die wollenen Unterhemden unerreichbar im Gepäckfach unter Clara liegen.



PS: da wir schon wieder unter Netzmangel leiden kommt dieser Bericht ebenfalls verspätet. Die Finnen sind schuld, wir waren schon lang fertig! :-)