20.-26.8.: Karelien: Wälder, Seen, Blaubeeren

Die Sonne scheint und wir genießen erstmal das schöne Wetter nach einer kühlen Nacht. Clara angelt ihren Fisch am Steg des kleinen Sees und ist bestimmt froh, nicht gleich auf Aktion geschickt zu werden. Gegen mittag packen wir die Kinder und das Picknick ins Auto, docken vom Zelt ab und fahren in den Koli Nationalpark. Wir parken am Besucherzentrum und ärgern uns schon, daß wir auf der oberen Hotelplattform nicht parken dürfen und die Kinder schon bis zum Ausgangspunkt bergauf schleppen müssen, und das über eine Treppe! Dann jedoch entdecken wir den Lift, mit dem man ganz entspannt durch den Wald bis zum Hotel schweben kann und das auch noch umsonst. Hierbei handelt es sich schließlich auch um die höchsten Berge Südfinnlands, da will sich der Finne an sich schließlich nicht schon vor dem Aufstieg verausgaben.


Oben erkunden wir erst den Laden des Besucherzentrums und beschließen, erst zu wandern und dann hier im Café einzukehren. Laut Karte sieht der Weg zu den drei Gipfeln des Gebietes recht weit aus, aber wie schon bei den Treppen ist das etwas irreführend, denn die Gipfel liegen nur etwa 300m jeweils auseinander. Ich schleife Clara den ersten per Treppe hinauf und beschließe dann, daß sie die restlichen selber besteigen kann. Markus hat Paul und den Rucksack, was zwar (etwas) leichter aber unbequemer ist. Der Blick auf die Inseln und Inselchen des Pielinen See ist in der Tat sehr schön und dies ist wohl die einzige Gelegenheit, die finnische Seenplatte von oben zu betrachten. Aber die Gipfel erheben sich auch nur 253m über den Seen. Wir schaffen es bis zum dritten und lassen uns zum ausgiebigen Picknick inklusive Blaubeersammeln nieder. Blaubeeren gibt es hier so unglaublich viele, daß sie schon gar niemand mehr pflückt außer uns.


Dann geht es weiter durch schönen Wald bis zu einem steilen Aussichtspunkt. Clara läuft tapfer mit und läßt sich wenn nötig immer wieder durch Blaubeerpausen ablenken. Wir versprechen ihr eine Überraschung, wenn sie es bis zum Ziel schafft. Es geht permanent bergab und ich habe schon Angst vor dem Rückweg... An jeder zweiten Kiefer fragt sie nun "sind wir denn schon unten?". Der letzte Aufstieg ist ihr dann doch zuviel und ich trage sie notgedrungen die Steigung hinauf. Zurück schläft sie in der Trage, nachdem die Überraschung (ein Lutscher) verputzt ist, sofort ein. Leider haben wir uns so verbummelt, daß der Laden mit Café gerade geschlossen hat und so nehmen wir den Lift nach unten und fahren mit immer noch schlafender Clara via Supermarkt zum Campingplatz.


Dort gibt es als alle wieder wach sind echt finnische Dosenerbsensuppe (obwohl heute gar nicht Donnerstag ist) und Markus und ich schlafen jeweils beim ins Bett bringen der Kinder ebenfalls ein. Ich wache um Mitternacht wieder auf und wir erledigen noch schnell die nötigsten Dinge (Essen wegräumen, Zelt zumachen und Clara auf den Pott setzen). Trotz Lift und Minigipfel sind wir wohl doch etwas mitgenommen.

 
Vergangene Nacht war die kälteste des Urlaubs: 3,3 Grad hatte unser Thermometer nachts im Obergeschoß des Autos gemessen! Markus hatte 4x geheizt, was aber nie lange vorgehalten hat. Morgens heizt die Sonne aber alle wieder auf. Nach dem Frühstück fahren Markus und Clara mit dem Ruderboot mit Mähmäh als Gallionsfigur eine Runde auf dem See, danach machen wir uns fertig zu einer weiteren Wanderung. Eigentlich wollten wir heute abreisen aber das Wetter ist zu schön. Oben im Nationalpark stöbern wir heute als erstes in den Läden und essen vorsichtshalber noch vor dem Mittagessen Kuchen, damit nachher nicht wieder alles geschlossen hat.


Dann vertrödeln wir eine halbe Stunde mit unschlüssiger Wegsuche, um einen zu finden, der nicht gleich steil bergab führt, aber das tun alle. Clara bekommt einen kleinen Wutanfall, der sich steigert als sie daraufhin ihr Mähmäh ins Unterholz schleudert (eigentlich wollte sie Markus treffen). Sie hat wohl noch Muskelkater von gestern und ist nicht zum laufen zu bewegen, also schultern wir schlußendlich beide und laufen in schläfriger Stille runter zum Hafen am See, wo wir einen Kaffee trinken und dann den ganzen Berg wieder rauf dürfen. Irgendwann wacht Clara auf und muß selber laufen, was sie auch tapfer tut, trotz Steigung.


Oben gibt es als Belohnung einen Reflektor für die Jacke und dann nehmen wir den Aufzug runter zum Parkplatz, man muß es ja nicht übertreiben mit der Fitness. Am Platz ziehen wir mit Kind und Kegel im Campinggasthaus ein, wo wir dem Platzwart die Mittagsruhe mit jetzt wieder ausgeruhten Kindern und einer komplizierten Bestellung verderben. Aber auch wir haben keine Ruhe zum surfen mit Paul, der auf dem Tisch liegt und nach allem schnappt dessen er habhaft werden kann und einer überdrehten Clara, also bändigt Markus die Kinder im Bus mit DVD und ich koche schnell eine Ladung Zucchinispaghetti, danach muß noch ein ganzer Liter Joghurt herhalten. Aber immerhin liegen die Kinder mal etwas früher im Bett, die Nacht verspricht wärmer zu werden und Markus und ich kommen am heutigen Dienstag endlich dazu, den Sonntagswein nachzuholen.


Beim Frühstück hechtet Paul auf die Tischplatte (das Brett auf unserer Liegewiese im Auto) und landet mit der einen Hand im Brei und der anderen im Marmeladendeckel. Den Erfolg hatte er wohl selber nicht erwartet. Wir sehnen den häuslichen Kinderstuhl herbei, wo er angeschnallt wird und solche Einlagen nicht möglich sind. Immerhin hätte es auch die Kaffeetasse sein können. Heute ist es wärmer und windig und wir bauen in dichtem Birkensamengestöber ab, die finden wir nun überall, so schnell kann man sie gar nicht ausschütteln, da ist schon die doppelte Menge da.


Jedenfalls sind wir dadurch irgendwie schneller, denn schon um 11.30 rollen wir in Richtung Joensuu. Dort sind wir schon zu mittag und erkunden erst den Markt, wo wir verschiedene Piroggen, Kuchen, frittierte Fische und 1kg schwarze Johannisbeeren erstehen. Auf der Straße fallen uns die vielen russischen Autos auf, die wie wir später sehen, zum shopping hier sind (in einem Laden werden wir gleich als Ausländer = Russen eingeordnet und entsprechend angesprochen). Danach gehen wir ins Carelicum, einer Mischung aus Touristeninfo und karelischem Museum, das auch ein absolutes Clara-Highlight zu bieten hat: die Kinderstraße! Hier ist eine ganze Straße mit Hafen, Läden, Post, Bauernhof und jeder Menge netter kleiner Besonderheiten in Kindergröße nachgebaut. Das ganze hätte noch den Vorteil einer Kinderbetreuung, aber die sprechen leider nur Finnisch.


Selbst für Paul gibt es hier schon einiges zu gucken und zu spielen, er ist aber so erschlagen von dem Angebot, daß er sich auf trinken und schlafen verlegt. Nach einer guten Stunde gehen wir ins Museumscafé und hier hat die Tochter die ersten Stimmungsausfälle wegen Mittagschlafmangel. Das geht der Familie am Nachbartisch aber genauso und so sind wir beruhigt und freuen uns, daß wir keine 3 Kinder im wutanfallfähigen Alter haben. Wir schlendern danach noch durch die Stadt, beide Kinder auf dem Arm. Es gibt ein nettes Künstlerviertel mit Werkstätten und Verkaufsräumen und Café. Man könnte hier an jeder Ecke essen, so gut sehen die Sachen aus. Aus Zeitgründen kehren wir zum Auto zurück und Clara schläft nach 10km wiederstandslos ein. In Ilomantsie liegt unser Ziel, der Nationalpark Petkeljärvi an der russischen Grenze.


Im Ort stocken wir die Vorräte auf und sind am späten Nachmittag im Park, der einen kleinen Campingplatz hat. Hier ist überraschend viel los: 2 weitere deutsche VW Busse, einer sogar mit Kind, und noch 2 finnische Wohnmobile. Für 16 Euro haben wir Platz, Strom, eine Waldküche (mit 4 kleinen eingerichteten Kochnischen darin), Sauna, Mücken und sogar Waschmaschine und beheizten Trockenraum... nur kein Internet. Bis wir zum Essen kommen ist es wieder spät und Paul schon äußerst ungnädig (momentan weiß man bei ihm nicht, was es ist: Zähne, Aktivitätsschub, einfach müde oder seine neue Quietschtechnik, die er seit kurzem in beeindruckender Lautstärke zeigt. Die beiden können sich da ganz schön hochschaukeln...)
Um 10 sind wir mit dem Abendbrot und den Johannisbeeren endlich durch, da ist es draußen schon  stockdunkel. Hier im dichten Kiefernwald gibt es ganz naturnah keine einzige Lampe und der Weg zum Klo und der jetzt fertigen Waschmaschine ist ganz schön weit. Ich lasse also Markus den Vortritt um die Tochter zähneputztechnisch zu versorgen und die Wäsche aufzuhängen.


Morgens regnet es leicht und wir sitzen etwas unschlüssig nach dem Frühstück herum, doch da es nicht stärker wird packen wir unsere Sachen und laufen den Rundweg von 6,5km durch den Park. Der Weg geht durch Kiefernwald mit einem Boden, der dick mit einem Blaubeeren-, Flechten- und Moospolster bedeckt ist. Hier ist mal wieder niemand außer uns unterwegs. Clara wandert ganz tapfer mit, aber bei ihrem Tempo werden wir von den Mücken verfolgt, sodaß wir sie schließlich einpacken und tragen. Der Pfad ist so schmal, daß wir permanent im Gänsemarsch laufen müssen.


Über einen Abstecher gelangen wir vorbei an alten, gut erkennbaren  Schützengräben aus dem 2. Weltkrieg zu einer Hütte, die einen guten Picknickplatz abgibt. Es regnet immer noch leicht, was man auf den Seen sieht, aber bis hier in den Wald erreicht uns kein Tropfen. Nach einem obligatorischen Bohlenweg durch Moor kehren wir über urige Waldpfade immer an Seen entlang wieder zurück zum Platz. Clara ist zwar nicht viel gelaufen, aber ich hatte ihr gestern leichtsinnigerweise schon das Nationalpark-Tshirt als Trophäe in Aussicht gestellt, was es im Parkzentrum gibt. Als wir dort zu Kaffee und Kuchen einkehren will sie es unbedingt haben. Da muß sie wohl morgen noch ein paar Kilometer dranhängen! Da heute leider wieder der Mittagschlaf ausfiel wird das Abendessen stressig und die Erbsensuppe ist sowieso nicht ihr Fall.


Wir sind froh, als die beiden endlich im Bett liegen, denn auch Paul hatte ausgesprochen schlechte Laune, weil es zu spät Essen gab. Sobald er den Punkt erreicht wo er losbrüllt, ist es sowieso zu spät und er beruhigt sich nur mit der Brustvariante. Dafür schläft er schneller ein nach all dem Ärger. Ich beeile mich mit spülen denn es wird schon wieder dunkel und hier soll es ja Bären und Wölfe geben... Das Küchenhaus liegt auch abseits mitten im dichten Kiefernwald, außerdem haben wir Neumond. Die Wäsche überlasse ich lieber Markus, den stören weder solche Überlegungen noch ein neugieriger Bär oder ein hungriges Rudel Wölfe im Vorzelt, das durch unsere Vorratskiste stöbert, seitdem er gelesen hat, was man in solchen Fällen am besten zu tun hat.


Für heute morgen haben wir uns luxuriöserweise zum Frühstück im Café angemeldet, Markus hatte gestern entdeckt, daß es das hier gibt. Das ganze Buffet haben wir für uns und Clara kann sich wieder nicht zwischen Kinderstuhl und jeden unserer Buffetgänge zu begleiten entscheiden. Sie verschwendet so schon ihre ganze Energie die sie nachher noch brauchen wird. So gestärkt, ohne spülen zu müssen legen wir uns erstmal zum Vormittagschlaf hin, denn Paul ist durch und Clara scheint uns auch noch bedürftig, gar nicht zu reden von den Eltern. Leider klappt der Plan nur bei Paul, der ausgiebig schläft. Clara ist plötzlich nicht mehr müde und so packen wir die Sachen und brechen zu einer Grillhütte im Wald auf, die Wurst im Gepäck.


Heute lassen wir die Trage für Clara mal zuhause und ich bin der Meinung, sie schafft das auch ohne. Mit Trage sieht sie nämlich überhaupt nicht ein, selber zu laufen. Hin und zurück 6km mit ausgiebiger Grillpause sollte möglich sein. Auf halber Strecke tritt aber leider das "bergauf tragen, bergab laufen" System in Kraft, Markus läuft mit Paul und dem Feuerzeug voraus um Feuer zu machen und ich schleife Rucksack und Tochter hinterher. Immerhin wachsen hier extra dicke Blaubeeren als Motivationshappen, schneller voran kommt man dadurch aber nicht. Die Hütte ist schon besetzt, mit 3 Finnen und einem deutschen Pärchen, das wir schon vom Campingplatz kennen. Feuer brennt auch schon und so legen wir gleich los. Mit den beiden kommen wir ins Gespräch und bleiben ewig zusammen sitzen, Clara spielt am Bach und Paul ist zufrieden auf der Decke oder dem Arm, welch ungewohntes Idyll.


Am späten Nachmittag brechen wir alle wieder auf und Markus und ich laufen noch einen kleinen Umweg. Clara ist ungewohnt sportlich und kaum zu bremsen, sie läuft heute mit Unterbrechnungen bestimmt gute 4 Kilometer und fast ohne murren. Ihr Tshirt hat sie sich redlich verdient! Auf den letzten paar hundert Metern motivieren wir sie mit den restlichen Gummibären und sie ist als Erste am Café! Wir gönnen uns Kaffee und Teilchen wie gestern und machen dann im Auto ein schnelles Resteabendbrot, weil die Tochter schon ziemlich hinüber ist und Paul trotz diverser Schläfchen gleich einstimmt. Die beiden liegen schon um 9 im Bett und wir versuchen uns noch ein wenig in der Reiseplanung, da wir morgen abreisen wollen.


Wie gestern frühstücken wir luxuriös im Café und Paul absolviert seine erste Mahlzeit komplett im Kinderstuhl, den wir Clara aus den Rippen geleiert haben. Sie ist etwas pikiert aber dafür darf sie auch die Cornflakes einzeln in den Kakao tunken und löffeln, man muß eben Opfer bringen (die Eltern bei der Tischkultur und die Tochter beim Sitzkomfort). Paul hat nun Überblick über den Tisch und weiß genau, was er will. Das üppige Frühstück hilft nicht unbedingt dabei, schneller fertig zu werden. Wir geben uns Mühe, aber bis wir loskommen und noch schnell für die nächsten Tage eingekauft haben, ist es schon 14 Uhr. Die Kinder sind anscheinend schlafbedürftig und wir fahren Richtung Süden, während es immer wieder mal regnet. Nach soviel erfolgreicher Wanderung kann uns das aber nicht stören.


Clara schläft sich mal wieder aus und schlummert schon 10 Minuten nach dem Mittagessen in ihrem Sitz ein. Sie will jetzt immer öfter unsere Musik hören und ihr Lieblingslied ist leider Autobahn von Kraftwerk, das sie ständig einfordert. Das Lied ist schön lang und hängt uns auch schon zum Hals raus. Markus kann sie jedoch heute erfolgreich auf die Red Hot Chili Peppers umstimmen und so haben wir zur Abwechslung mal keine Kinderlieder gehört, sondern sind alle mit nickenden Köpfen durch die finnischen Wälder gefahren. Auf der Straße sehen wir immer mehr russische Autos und bald fahren wir am Abzweig nach Sankt Petersburg vorbei, leider haben wir kein Visum.


In Lappeenranta auf dem einzigen Campingplatz schlagen die Russen zahlenmäßig schon die Einheimischen. Der Platz ist etwas deprimierend und gleich neben dem Flughafen. Hier in der Stadt gäbe es die Möglichkeit, eine Minikreuzfahrt den Saimakanal hinunter nach Viborg in Russland zu machen, oder sogar 3 Tage St. Petersburg zu buchen. Allerdings geht das Schiff frühstens Mittwoch und wir hätten unsere Passkopien 4 Tage im Voraus ans Reisebüro schicken müssen. Da wir keine Lust haben, die nächsten 4 Tage hier in Lappeenranta festzusitzen, beschließen wir, die Tour auf später zu verschieben und lieber morgen weiter Richtung Helsinki zu fahren. 


Die Nacht war überraschend ruhig, aber wir bleiben dabei, wir fahren weiter. Die Sonne scheint und wir trödeln ein wenig herum und vergessen dann bei Abfahrt noch den Eisenstab mit Nummer an der Rezeption abzugeben, also wieder retour. Zum Glück waren wir noch nicht weit. Paul fällt auf der Schnellstraße gleich in den Tiefschlaf, die Tochter folgt nach dem Essen und einer Findus-Episode murrend aber schnell. Wir ändern während der Fahrt mehrfach den Plan (bis hinter Helsinki oder doch gleich durch bis Turku?) und machen erst einmal einen empfohlenen Abstecher zu einer Reihe Gletschermühlen im Wald.


Der Ausflug paßt ausnahmsweise zeitlich genau in Pauls Aufwach- und Hungerschema und auch Clara zappelt schon im Sitz. Es gibt einen kleinen Wanderweg zu einer ganzen Reihe großer Gletschermühlen, die größte ist 4 Meter tief, wassergefüllt und reinfallen sollte man besser nicht. Nachdem alle gut gelüftet sind, steigen wir ins Auto und nehmen Plan C in Angriff: wir fahren doch nur bis Helsinki, weil ich gelesen habe, daß der Campingplatz direkt an der Metrohaltestelle liegt, wie praktisch. Über die Autobahn, auf der wahnsinnige Geschwindigkeiten bis 120km/h erlaubt sind (nach all der 80/90/100 Fahrerei seit Oslo...) sind wir schnell in Helsinki und freuen uns über 2-sprachige Ausschilderung, denn während wir dem finnischen "Keskus" erst nach Wochen auf die Schliche kamen (=Zentrum), ist das schwedische doch deutlich einfacher zu verstehen.


Der Campingplatz liegt mitten im Wohngebiet, ist ungewohnt groß, ordentlich, sogar parzelliert und ungewohnt voll. Die Rezeption bucht uns automatisch neben den Kinderspielplatz ein, wir haben Internet am Platz und die Sonne scheint! Was will man mehr? Ach ja: Mücken Fehlanzeige!!! Clara rennt gleich zum Sandkasten, Paul schaut auf seiner Decke was der Nachbarjunge macht, ich schnippel für das Essen, Markus baut auf und wir nippen schon am Sonntagswein, besser geht kaum! Alle Camper mit kleinen Kindern wurden strategisch zwischen Spielplatz, Küche und Klohaus angesiedelt, wie praktisch, da kann sich niemand über Geschrei beschweren. Das Idyll wird durch Pauls Hunger unterbrochen, Clara hat keine Lust mehr, sich die Sandburg von der Nachbarin kaputt machen zu lassen, ein Gewitter zieht auf und das Vorzelt steht gerade rechtzeitig. Mit dem Essen sind wir noch später dran als sonst, aber die Stimmung hält, trotz dem Geprassel aufs Dach. Abends surfen wir endlich mal wieder gemütlich im Auto und vergessen ganz zu planen, was wir morgen anschauen wollen.