Glaciar Juncal

Hochwasser vor dem Gletscher

31.01.-01.02.2009

Parque Andino Juncal
Samstag abend machen wir uns auf den Weg Richtung Mendoza, um aber kurz vor den Serpentinen zum Grenztunnel rechts auf einen schmalen Weg einzubiegen, der ins Valle del Glaciar Juncal führt. Hier am Parkeingang treffen wir uns mit Team Viña und verbringen die Nacht auf dem Parkplatz, um uns schon ein bißchen an die Höhe zu akklimatisieren. Immerhin parken wir auf über 2.400m und die Wanderung am nächsten Tag führt noch höher.
unser Schlafplatz Sonnenuntergang
Da es trotz der sommerlichen Hitze tagsüber abends ziemlich kalt wird, sobald die Sonne untergegangen ist, gehen wir bald ins Auto bzw. Zelt, und wachen erst am nächsten Morgen gegen 8 Uhr wieder auf. Nach dem Frühstück und dem zusammenpacken, geht es zwei Stunden später los. Die drei Leute, die uns gestern abend noch registriert haben, sind noch nirgends zu sehen, obwohl sie gestern noch behauptet haben, sie würden sich unbedingt früh auf den Weg machen.
der Ausgangspunkt endlich mal kein steiler Weg
Ganz allein wandern wir durch das relativ flach ansteigende Hochtal, immer am ziemlich reißenden Bach entlang. Ganz am Ende des Tals thront die steile Wand des Alto Los Leones mit 5.300m, kurz davor geht es links um die Ecke zum Glaciar Juncal. Nach gut drei Stunden erreichen wir den Estero Monos de Aguas, einen Fluß, den wir queren müssen. Hier wurden wir schon gewarnt, dass das Wasser hoch steht und man daher so früh wie möglich, bevor der Wasserpegel noch weiter ansteigt, queren soll.
Team Viña beim Aufstieg der Estero Monos de Aguas
Markus wirft gleich Hose und Schuhe von sich und sucht im gletscherkalten Wasser nach einer geeigneten Furt. Es ist aber zu reißend und tief. Weiter oben werden wir fündig. Markus steht plötzlich schon drüben und winkt uns rüber. Die weiblichen Teilnehmer der Expedition haben aber schon vom zuschauen genug und trauen sich nicht durch den über kniehohen, rauschenden Fluß, indem die Jungs schon genug damit zu tun haben, nicht umgerissen zu werden.
nach der Flussquerung auf dem Rückweg steht das Wasser höher
So warten wir im Schatten am Ufer, bis die beiden nach fast zwei Stunden wieder zurück kehren. Die meisten Höhenmeter waren auf den letzten beiden Kilometern zu erklimmen, die Endmoräne des Gletschers hoch. Als sie den Fluß das zweite Mal überqueren wollen, stellen sie fest, dass das Wasser schon deutlich gestiegen ist, aber sie schaffen es noch ohne komplett nass zu werden.
scheint ziemlich kalt zu sein! mein Daumen und ich
Als ich Markus zum Empfang nach dieser sportlichen Leistung ein Brot machen will, rutscht mir beim schneiden das Taschenmesser ab und die Klinge landet zielstrebig in meinem linken Daumen, und das Blut läuft in Strömen. Vielleicht liegt das an der Höhe? Zum Glück haben wir unser Verbandspäckchen dabei. Als ich schon zwei Taschentücher durchgeblutet habe, schafft es Markus endlich, mir den Verband um den Finger zu wickeln.
auf dem Glaciar Juncal Flußquerung auf angenehme Art
Danach machen wir uns lieber auf den Rückweg. Trotz der Höhe ist es jetzt am Nachmittag ziemlich heiß und wir sind froh, als wir endlich im Auto wieder die Klimaanlage einschalten können.
das ebene Valle Juncal Rückblick auf Alto Los Leones


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