Parque Nacional La Campana

21.01.2007

Blick auf den Park und Palmen

Da uns der Ausflug mit fueguinos.cl so gut gefallen hatte und Markus für die nächste Tour bereits einen Rabatt aushandeln konnte fuhren wir diesen Sonntag mit Pedro & Co. in den Parque Nacional La Campana, etwa 1,5 Stunden Autofahrt nordwestlich von Santiago. Die Besonderheit des Parks liegt darin, daß hier etwa 60.000 chilenische Palmen davor geschützt werden für die Palmhonig-Gewinnung angezapft zu werden woran sie unweigerlich sterben. Daran sind in Chile ziemlich viele dieser Palmen zugrunde gegangen, sodaß sie nur noch hier im Park und an einigen wenigen Orten im Land vorkommen. Sie werden bis zu 800 Jahren alt und zeichnen sich im Vergleich zu anderen Palmen durch einen ziemlich dicken Stamm aus und die Tatsache daß an ihnen winzigkleine Kokosnüsse wachsen, die sehr lecker sind, was aber auch die vielen Degus (eine Art Ratte) wissen, die hier dank besagter Kokosnüsse wie im Schlaraffenland leben.
Diesmal waren wir zu siebt zuzüglich Guías unterwegs, meine francokanadische Spanischkurskollegin mit Familie, ein Franzose auf 1-jähriger Südamerikatour und Günter auf dem Weg nach Pucon um sich dort eine Parzelle zu kaufen.
Frühstück am Parkeingang Cerro la Campana
Nach einem Frühstück am Parkeingang führte der Weg durch den Palmenwald stetig bergan, unterwegs entdeckte Markus eine Schlange, die sich gemütlich zum sonnen um einen Palmenstamm geschlungen hatte.
Palmenschlange die chilenische Palme
Etwas weiter zeigte Pedro uns die Kokosnüsse, nur etwas Haselnussgroß aber äußerst lecker - leider hatten die Degus nicht viele übrig gelassen. Weiter ging's immer bergauf, die Sonne brannte trotz des frühen Vormittags schon ziemlich kräftig gegen die Bergflanke, wir waren für jeden Palmwedel dankbar.
mehrere gutgewachsene Palmen Minikokosnüsse


In einem Palmwäldchen abseits des Wegs hielten wir an, da hier anscheinend eine Reihe Eulen ihr Tagesquartier bezogen hat. Tatsächlich entdeckten wir bei näherem Hinsehen zwei kleinere Eulen die versteckt hoch oben zwischen den Palmwedeln saßen und uns mit großen, runden, gelben Augen skeptisch betrachteten. Wären sie nicht so hoch oben gesessen, hätten sie uns sicher hypnotisiert. Der Anblick von Eulen auf Palmen ist jedenfalls sehr ungewöhnlich! Allerdings erklärten sich jetzt auch die vielen ausgewürgten Fellwürste auf dem Weg - so üppig wie sich die nachtaktiven Degus von den Nüssen ernähren sitzen auch die Eulen an reichgedeckter Tafel.
aus dem Mittagsschlaf geweckte Eule

Kurz vor Mittag in der größten Hitze erklommen wir den Pass zum höchsten Punkt der Wanderung auf 1200m (wir befanden uns nicht weit entfernt vom Meer und nicht in der Andenkordillere) und machten zwischendurch Rast im Schatten mehrere Bäume. Lästig waren nur die vielen Wespen, die zwar für die Dauer des Essens mit einem Stück Schinken in Schach gehalten werden konnten, danach aber so aufdringlich wurden, sodaß wir uns gleich wieder aus dem Staub machten.
Palmenhain an Bergflanke

Auf dem Pass bot sich eine schöne Aussicht über das Tal mit den unzähligen Palmen zur einen Seite, nach der anderen Seite hin auf der wir den Abstieg in Angriff nehmen würden, änderte sich die Vegetation abrupt, da auf dieser Seite die feuchte Luft vom Meer anweht. Hier tauchte man sogleich in einen niedrigen dichten Wald aus Bambuspflanzen und ziemlich stark riechenden Boldobüschen ein, aus denen ein Kräutertee bereitet wird. Dankbar für den Schatten ging es gleich schneller bergab, der Weg war allerdings so staubig daß wir untereinander großen Abstand halten mußten, um nicht völlig eingepudert zu werden. Zeitweise erinnerte der Wald an deutsches Mittelgebirge, allerdings wäre man dort nicht den rechts und links versteckten Kühen begegnet, die sich ziemlich vor uns erschreckt haben.
zwischen Bambus und Boldo die Waldkühe kurz vor der Flucht

Das Highlight wartete am Ende des Weges auf uns in Form mehrerer Wasserbecken die aneinandergereiht durch einen kleinen Bergbach gespeist wurden, entsprechend kühl war die Badetemperatur. Markus stand zwar als einer der ersten in Badehose da, brauchte dann aber ewig um sich endlich im Wasser niederzulassen. Nach dem erfrischenden Bad blieben nur noch wenige hundert Meter bis zum Auto, das Pedros Kollege in der Zwischenzeit einmal um den Park herum zum entgegengesetzten Ausgang gefahren hatte.
endlich drin!

In Olmué, dem ersten Ort hinter dem Park warteten Empanadas und kaltes Bier auf uns. Von der Terrasse hatte man einen guten Blick auf das Festival del Huaso, des chilenischen Rinderhüters. Neben zig Pferden auf denen noch mehr Kinder jeweils eine Runde um die Plaza drehten (die chilenische Variante eines Karrussels) gab es wie immer Artesania und Eßbares.
chilenisches Karrussel


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