Ein unerwartetes Sommerwochenende

2.& 3.06.2007

Den Samstag haben wir außerordentlich faul verbracht und rafften uns gerade noch auf, um ein Paket an Bekannte nach Valdivia zu verschicken, worum diese uns gebeten hatten. Neben der teuren und angeblich unzuverlässigen Post gibt es dafür unter anderem den Tur-Bus Service. Tur-Bus ist eine der beiden großen chilenischen Busgesellschaften, die auch eine Cargoabteilung hat. Wir fuhren also zum Tur-Bus Terminal an der Alameda und suchten im Untergeschoß den Schalter für die Encomiendas.
Das Paket hatten wir in mehreren Plastiksäcken mit einer halben Rolle Klebeband äußerst transportsicher verpackt. Der Mitarbeiter am Schalter besah sich die Angelegenheit und wies uns dann darauf hin, daß nur Pakete, die in Papier oder Pappkartons verpackt seien, angenommen werden. Als Beweis ließ er uns einen Blick auf einen riesigen Paketstapel werfen - in der Tat, alles einheitlich braun verpackt! Unsere Frage nach dem Warum war zwar nicht beantwortet, aber damit waren wir entlassen.
Im Busbahnhof wurden wir zum Glück schnell fündig, ein kleiner Laden verkaufte Packpapier und Klebebandrollen. Während wir das Paket umständlich auf dem Boden neu verpackten, wurden stapelweise Packpapierbögen zurechtgeschnitten und bereit gelegt: das schien also ein neuer Geschäftszweig zu sein! Entweder war die Richtlinie gerade offiziell erlassen worden, oder der Ladeninhaber war der Schwager vom Paketannehmer…
Unser braun verpacktes Paket wurden wir dann tatsächlich los. Die Nachtfahrt von ca. 12 Stunden nach Valdivia im Gepäckanhänger des Busses inklusive Zustellung an die Haustür kostet knapp 2.500 Peso, also die Hälfte eine deutschen Päckchens.
das Palmental Palmenhain
Nach dieser Erfahrung beschlossen wir den Sonntag, für den rekordverdächtige 21°C vorausgesagt worden waren, in der Sonne zu verbringen. Mit Bekannten fuhren wir in den Parque Nacional La Campana, in dem wir bisher einmal waren. Da es die letzten Tage ziemlich kalt gewesen war rüsteten wir uns für einen kühlen Wandertag mit mehreren Schichten Fleece und dicken Socken. Kaum im Park aus dem Auto gestiegen merkten wir allerdings, daß die Sonne diesen geschützten Talkessel bereits ganz schön aufgeheizt hatte. Nach kurzer Wanderzeit konnten wir schon gar nicht mehr genug ausziehen, so heiß wurde es! Man hatte schon wieder vergessen, wie sehr man über den kalten, unangenehmen Winter (der genau genommen erst diesen Monat anfängt) gejammert hatte, und beschwerte sich schon wieder über die Hitze. Das Thermometer im Rucksack zeigte jedenfalls knappe 35°C...
Parque La Campana die chilenische Palme
Wir machten uns auf der Suche nach dem Palmenhain, in dem wir damals die Eulen gesehen hatten, die oben zwischen den Palmwedeln den Abend abwarteten. Nach einem uns bekannt vorkommenden Abzweig schlugen wir uns auf einem Trampelpfad durchs Gebüsch und überquerten mehrfach einen Bach, bis wir feststellten, daß alle Palmen gleich aussehen und wir die richtigen wohl doch nicht finden würden. Also hieß es umkehren oder zurück zum Weg durchschlagen. Ich falle ja schon lange nicht mehr auf "Ich sehe den Weg schon", "Nur noch 100 Meter" oder "Es ist gleich da drüben" herein, und so dauerte es auch relativ lange bis wir nach mehreren Versuchen wieder auf die richtige Fährte stießen. Nach diesem Abstecher in den Urwald beschlossen wir zurück zum Auto zu laufen und den Grillplatz aufzusuchen. Auf dem Rückweg sahen wir noch einen kleinen Fuchs den Weg entlang streifen, eine recht lange Schlange ins Gebüsch schlängeln und mehrere Degus über den Weg huschen. Leider waren sie alle schneller als wir mit der Kamera…
Palmen, wohin man schaut mangelhaftes Equipment für den Grillmeister
Nachdem wir uns einen Grillplatz ausgesucht hatten dufteten bald Würstchen, Zucchini, Kartoffeln und marinierter Fisch über dem Feuer. Zuerst waren wir noch froh über den Schatten zwischen den Bäumen, aber sobald die Sonne endgültig verschwand wurde es schnell kalt, daher packten wir gegen halb sechs alles zusammen und machten uns auf den Heimweg.
gut aufgelegt! schattiges Grillplätzchen

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