Ein Jahr später: Ann´s Erstbesteigung des La Parva

In der Stillpause auf den 4000er und zurück

20.03.2010


Markus ist mit Team Viña schon während meiner Schwangerschaft auf den La Parva gestiegen und ich war immer neidisch, dass ich damals wegen der Höhe nicht mehr mit konnte. Aber nachdem Clara es nun auch ein paar Stunden ohne die Brust schafft, war der Zeitpunkt endlich gekommen. Zusammen mit einer Freundin, die auch erst vor wenigen Monaten ihr Baby bekommen hat, planten wir schon vor 3 Wochen unser Abenteuer, aber dann war uns das Erdbeben dazwischen gekommen.


Dieses Wochenende ist es dann endlich so weit. Gegen 9 Uhr morgens am Samstag hole ich Jutta ab, nachdem ich Markus und Clara für den Tag sich selbst überlassen habe, ausgerüstet mit Flaschenmilch und einem Karottenbrei für mittags.
Um halb 11 sind wir am Skilift, der uns schnell auf fast 3.550m bringt. Im Lift stellen wir fest, dass es doch ziemlich spannend ist, so ganz "ohne die Männer" unseren ersten Viertausender zu bezwingen! Niemand, der uns den Rucksack abnimmt oder gute Ratschläge geben kann... :-)
 

Oben angekommen, laufen wir das erste Stück bis zum Grat, auf dessen anderer Seite man die kleine Laguna Piuquenes sehen kann. Es ist kaum etwas los hier oben, nur wenige andere sind ein Stück weiter oben am Berg. Jetzt kommt der schwerste Teil des Aufstiegs: 300 Höhenmeter über einen steilen, gerölligen Hang bis zum Gipfel des Falsa Parva, unseres ersten Etappenziels. Aber mit einigen kleinen Pausen schaffen wir das locker und gönnen uns die erste Futterpause zum Kalorienauffüllen knapp unter dem Gipfel. Stillende Mütter brauchen schliesslich konstante Verpflegung.



Oben hat man schon eine beeindruckende Aussicht auf die Berge im Osten und die Dunstglocke über Santiago. Von hier aus geht es ein langes Stück mit mässiger Steigung hinüber bis zum winzigen Refugio unterhalb des La Parva. Man spürt die Höhe schon, besonders, als ich 5x hin und her renne, um von uns ein Selbstaulöserfoto zu machen. Dann geht es die letzten 80 Höhenmeter einen steilen Hang hinauf, der uns noch einmal etwas aus der Puste bringt. Oben angekommen lassen wir uns am "Gipfeldreieck" nieder und geniessen die weite Sicht auf die gesamte Kordillere bei strahlend blauem Himmel und klarer Luft. Das GPS zeigt 4.073 Höhenmeter! Wir sitzen hier ganz allein, denn die wenigen Wanderer, die wir noch sehen, laufen direkt weiter in Richtung El Plomo oder Cerro Pintor.



Nach einer ausgiebigen Pause machen wir uns auf den Rückweg, mit dem starken Wind ist es schon ziemlich kalt geworden. Hinunter sind wir umso schneller und versuchen unterwegs die beiden Väter zu erreichen, um zu erfahren, wie die Milchsituation ist. Nach mittlerweile etwa 7 Stunden ohne stillen muss der Nachwuchs auf jeden Fall grossen Hunger haben, wenn wir zuhause eintreffen!

 
Als wir am Lift ankommen sind wir doch froh, so bequem wieder hinunter schweben zu können. Dann geht es gleich ins Auto, wir kündigen telefonisch unsere Ankunft in einer guten Stunde an und düsen die 39 Kurven wieder hinunter ins Tal.


Aussicht vom La Parva in Richtung El Plomo und Cordillera:



 




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