La Parva und der Falsa Parva

Noch ein Skigebiet im Sommer

15.02.2009 - von "Gastschreiber" Markus

Dieses Wochenende geht es mit Team Viña wieder in die Berge. Der erste 4.000er steht an. Wir hatten uns schon länger den Gipfel des La Parva ausgesucht, da er so leicht zu erreichen ist.
Um uns etwas an die Höhe zu gewöhnen, schlafen wir auf einem kleinen Parkplatz auf 2.300m. Nach einem tollen Sonnenuntergang und Blick auf das nächtlich leuchtende Santiago nach Westen gehen wir recht früh in die Autos zum schlafen. Vorher bewundern wir allerdings noch das Wetterleuchten weit im Osten in der Kordillere. Da Gewitter außerhalb der Anden in Chile fast unbekannt sind, ist das hier schon etwas besonderes.
Morgens werden wir von den LKW geweckt, die sich mit Höllenlärm und wenigen Stundenkilometern die Serpentinen in die Skigebieten hochkämpfen. Die Reparaturarbeiten an Straßen und Gebäuden werden auch sonntags nicht eingestellt. Nach einem schnellen Frühstück geht es zum Skilift in La Parva, auf 2.900m. Teile des Skigebiets werden im Sommer zu einem "Bikepark" umfunktioniert und deshalb läuft am Wochenende der Lift, der uns gemütlich bis fast an die winzige Laguna Piuquenes bringt.
Noch letztes Jahr konnte man mit spezieller Erlaubnis bis zur Laguna mit dem Auto fahren, doch dies wird jetzt durch ein Tor verhindert. Offiziell wegen der aufgetretenen Schäden an der Bergflora. Wir lachen einmal herzlich und finden schnell den offensichtlichen Grund im Bikepark selbst. Kein Chilene würde die 10.000 Peso Liftgebühr zahlen, wenn man auch mit dem Auto rauf fahren könnte. Oben angekommen geht es nur noch über einen kleinen Kamm und dann liegt die Laguna schon vor uns. Links geht es recht steil hinauf zum "Falsa Parva". Da man den richtigen vom Tal aus gar nicht sehen kann, wurde er wohl oft verwechselt und hat so seinen Namen bekommen.
Vor uns geht schon eine große Gruppe den Geröllhang hinauf. Jedenfalls ist hier im Sommer recht viel los und wir schließen uns an, und nehmen den steilen Zickzackweg hinauf zum Falsa Parva in Angriff. Man merkt schon deutlich die Höhe und nach einer Weile hecheln wir uns nur noch langsam den Berg hoch und an einigen noch stärker hechelnden Chilenen vorbei.
Oben angekommen sieht man in einer Reihe vor sich die Gipfel des Parva, El Pintor und dahinter mit seinem vergletscherten Gipfel El Plomo. Der Blick nach Santiago ist wegen den tief liegenden Wolken nur temporär möglich. Dazu ist es ziemlich zugig und trotz der Sonne nicht allzu warm. Wir unterhalten uns mit der anderen Gruppe und Miguel trifft noch zwei Exkollegen. Sie sagen uns, wer den steilen Aufstieg am Anfang hinter sich gebracht hat, ist schon fast auf dem Parva. Sie behalten recht, es geht nur noch wenig bergauf und kurze Zeit später gehen wir links am Gipfel vorbei bis zu einem kleinen Refugio auf der anderen Seite. Hier finden sich auch mehrere Zeltplätze.
Wir machen eine kurze Pause und verabschieden uns von der Gruppe. Es wird noch mal etwas steiler aber nach 10 Minuten, die magischen 4.000m passierend, sind wir schon oben. Wir haben nur noch eine eingeschränkte Sicht auf den Pintor und den Plomo und die Wolken kommen immer näher heran. Sobald die Sonne weg ist, ist der Wind richtig kalt und nach einer kleinen Pause machen wir uns auf den Rückweg. Diesmal gehen wir einen anderen Weg direkt Richtung Falsa Parva zurück, der auch viel kürzer ist.
Es zieht immer mehr zu und auf dem Parva finden wir uns schon in kalte Wolken eingehüllt. Der Abstieg geht recht schnell und ich bin mit meinen Stiefeln auf dem Geröll klar im Vorteil. Die Sicht geht auf weniger als 20m runter und der Lift ist vom Kamm aus schon nicht mehr zu sehen. Im Lift fegt uns der Wind noch kälter entgegen und wir beneiden die andere Gruppe auf dem Pintor kein bisschen. Im gähnend leeren Café von Farellones trinken wir noch einen Kaffee, dann geht's ab nach Hause.

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