2.-8.7.: Wind, windiger, Lofoten

Der Campingplatz ist diesmal echt gut gelegen. In der Nacht haben wir keine Züge und die E6 ist auch weiter weg und kann uns deshalb nicht stören, und der schon fast obligatorische Wasserfall rauscht uns in den Schlaf. Doch das beste am Campingplaz ist der Supermarkt, der direkt um die Ecke liegt und bequem zu Fuß erreichbar ist. Deshalb gehen wir nach dem Frühstück erst einmal gemütlich einkaufen.
Leider war es mit Paul wieder eine unruhige Nacht. Er will sich permanent kratzen, in den Phasen vor dem Einschlafen und wenn er aufwacht. Demensprechend sind wir schon immer in Alarmbereitschaft und sogar Clara sagt: "Paul, nicht kratzen!". Aber dann ist es passiert: Paul hat die Gelegenheit eines unbeaufsichtigten Moments genutzt und sich die Backe blutig gekratzt. Mit seinen scharfen Fingernägeln hat er sich regelrecht die Haut abgehobelt. Er sieht aus wie Markus in seiner Jugend nach diversen Stürzen mit dem Fahrrad. Das bedeutet natürlich eine Verschlechterung der Lage mit seiner Haut und wir beschließen hier vor Ort zum Arzt zu gehen.
Gesagt, getan... Nur wo? Markus fragt bei der Rezeption des Campingplatzes nach und ist eine ganze Weile weg. Da es schon nach 15 Uhr ist, ist der örtliche Arzt nicht mehr da (er betreut mehrere Ortschaften. Daher gibt es eine Telefonnummer in der nächstgrößeren Stadt, die man anrufen muss. Dort schildert man das Problem und wird zurückgerufen. Wenn es nicht so dringend ist, kann man am nächsten Tag zum lokalen Arzt gehen oder in dringenden Fällen zur nächsten Ärztebereitschaft fahren. Wenn das nicht möglich ist, kommt jemand zum Hausbesuch.
Markus gibt die Daten von Paul durch und schildert das Problem, die Besitzerin des Campingplatzes übersetzt am Telefon alles ins Norwegische.
Wir warten auf den Rückruf, werden als dringend eingestuft und machen uns nach dem Gespräch gleich auf zur Bereitschaft, die etwa 20 km entfernt in Fauske liegt, wo wir gestern durchgefahren sind.
Dort angekommen müssen wir kaum warten, wir brauchen gar nichts zu sagen, denn wir wurden erwartet und sofort erkannt. Paul wird gleich von 3 Ärzten untersucht, wovon einer nicht, eine Ärztin ganz passabel und der Dritte perfekt Deutsch spricht. Nachdem wir die Cremes die wir bereits benutzen, gezeigt haben, diskutieren sie hin und her und entscheiden sich für eine Cortisoncreme, die sie uns auch gleich mitgeben können, denn Apotheken haben in Norwegen montags geschlossen. So versorgt kehren wir zurück und beginnen gleich mit der Behandlung. Paul wirkt schon etwas fröhlicher. Den Regentag beschließen wir mit ausgiebigem Essen und fallen relativ früh ins Bett.



Es regnet immer noch leicht und dummerweise ist das Vorzelt nun naß als wir es einpacken und damit noch schwerer. Während wir packen spielt Clara trotz Regen im Sandkasten und ist vom Wetter unbeeindruckt. Das nutzen wir, kommen zügig voran und recht zeitig weg. Wir fahren bis zum Mittag durch ca. 15 Tunnel, aber haben diesmal keine Fähren. An einem Rastplatz mit Felszeichnungen machen wir Mittagspause und bekommen wegen des Andrangs wieder keine überdachte Esshütte ab, sondern müssen im Auto essen. Nachdem wir die Felszeichnungen bei einem kleinen Spaziergang anschauen, begutachten wir noch eine Lachstreppe und vertrödeln mit Steinmännchenbau die Zeit. Es ist aber auch ein hübsches Plätzchen, nur die Hauptstraße daneben stört ein wenig. Am Parkplatz ist eine große Übersichtskarte der angrenzenden Halbinsel und die vielen Wanderwege sehen gut aus. Wir beschließen eine Münze zu werfen, ob wir weiterfahren (Kopf) oder einen Abstecher machen (Zahl). Kopf gewinnt, wir machen trotzdem den Abstecher auf die Halbinsel.


Nach einem 8,8 km langen Tunnel, der sogar Clara langsam unheimlich wird, landen wir auf Engeloya. Wir fahren auf der Suche nach dem Campingplatz bis nach Steigen und biegen dort auf eine kleine kurvige Straße auf ein schmales Inselchen. Am Platz angekommen fragen wir uns erstmal wo der denn nun ist?? Wir sehen eine Wiese mit 2 Wohnmobilen darauf. Erst auf den 2. Blick sind Strom und Trinkwasser zu erkennen. Die Rezeption liegt am Ende einer Hafenmole ca. 250m entfernt, dort ist auch die Toilette und die Dusche (je eine für alle, zum Glück sind die Riesencamper in der Beziehung Selbstversorger). Dafür ist der Preis unschlagbar günstig. Gerade mal 100 Kronen (€ 13.00) und Strom leisten wir uns daher auch.


Der Platz gehört zu einer Sportfischerstation mit allem drum und dran: Hütten, Boote, Angeln, Tiefkühltruhen und Fischgeruch in jeder Ecke und wir sehen, dass man durchaus was fangen kann in Norwegen. Markus ist ganz neidisch, muss aber zugeben das er keine Lust hätte, 30 Fische auszunehmen und zu filetieren. Mal ganz davon abgesehen, dass die keiner essen könnte.
Beim Anmelden sieht Markus noch einen Aushang das man eine Adlersafari machen kann und das heute Lachs geliefert wird. Wenn man frischen Lachs haben will, kann man diesen für 40 Kronen  (€ 5.20) das Kilo kaufen.
Bei den Mengen an Fisch, die hier gefangen wurden, können wir nicht ganz verstehen warum man Lachs KAUFEN sollte. Zum Bestellen ist es aber schon zu spät, die Bestellung an den Lieferanten ist schon raus.
Wir buchen auf jeden Fall die Adlersafari für 10:00 am nächsten Tag. Wenig später wirft Markus sich heldenhaft vor den Lastwagen des Lachslieferanten, der just vorbeifährt als wir aufbauen und fängt seinen ersten Fisch dieses Urlaubs!
Eine stattliche Lachsforelle mit 2 kg, kleinere gab es nicht und Lachse fangen erst bei 5 kg an. Damit bringt er die Sportfischer ins Grübeln, als er sie im Fischputzraum filetiert (wo hat er die jetzt so schnell gefangen???) Wir essen ausgiebig Fisch (Clara ist für "orangenen Fisch" immer zu haben) und bauen kein Zelt auf da wir Morgen wieder abreisen wollen.

 
Es begrüsst uns strahlender Sonnenschein zum Morgen, so gegen 00:00. Vor allem Paul ist schwer verwirrt und eigentlich wach. Die Sonne scheint so grell ins Auto, trotz Verdunkelung, dass ich 2x in der Nacht denke, es sei schon 9 Uhr und total wach bin. Mitternachtssonne ohne Wolken trägt nicht zum erholsamen Nachtschlaf bei. Aber auch als wir aufstehen, brät die Sonne vom Himmel, es sind aber nur knapp über 10 Grad, dazu kalter Wind, dem man nicht entgehen kann. Ich hole im Büro die Rettungswesten für die Kinder ab, Clara bekommt ihre gleich an und ist noch nicht mal auf die Bildchen auf Pauls Weste neidisch, denn sie entdeckt die an ihrer Schulter hängende Pfeife. Von nun an heißt es alle 3 Minuten: "und wo ist meine Pfeife?" Zum Glück kann sie das noch nicht so laut. Wir treffen den Kapitän auf seinem Kabinenboot pünktlich am Anleger und da wir die einzigen sind, geht es gleich los. Er betreut die Seeadler auf den umliegenden Inseln, beringt sie und erstellt für ein Naturschutzgebiet Statisken über Nester und Vogelanzahl. Daher kennt er die Seeadler wie er sagt alle persönlich. Wir sehen auch einige, auf den Inseln auf ihren Nestern oder im Flug. Paul verschläft das meiste Geschaukel und Clara scheint es manchmal nicht ganz geheuer. Kaum packt der Kapitän aber die Schokolade aus, ist alle Ungemach vergessen.


Nach 2 Stunden sind wir zurück am Platz und versuchen uns am dringend nötigen Mittagschlaf, da alle bis auf Paul müde sind. Clara boykottiert das aber völlig und so stehen wir entnervt wieder auf. Markus geht mit Clara angeln und ich erkunde mit Paul den Strand bis es nicht mehr weitergeht. Am Abend fahren Clara und ich noch kurz in den nächsten Laden und kaufen uns etwas zu essen, denn eigentlich war hier nur eine Nacht geplant und jetzt haben wir nur noch Notrationen.
Da die Kinder ausnahmweise früh in den Betten liegen, geht Markus noch eine Runde angeln, ich habe genug von Sonne und Wind und lese im Auto. Kurz darauf erreicht mich der Funkspruch übers Babyfon: "Makrele gefangen!" und Markus trägt stolz eine 2 1/2 Personen Makrele, die wir für morgen mit Müh und Not in den Kühlschrank bekommen. Er hatte sogar noch zwei andere Fische am Haken, aber die waren nicht allzu viel größer als der Köder, und so durften sie wieder zurück.


Gestern hat sich der Platz noch ziemlich gefüllt. Clara hat heute Duschtag und Markus baut das Zelt ab. Auf dem Rückweg drehen wir noch eine Runde um die Insel, und Markus schaut sich die Batterie Dietl aus dem 2. Weltkrieg an, während ich im Auto über schlafende Kinder Wache halte. Wir nutzen die Schlafphase um Strecke zu machen und erst nach dem langen Tunnel sind wieder alle wach, wo wir den schon bekannten Rastplatz ansteuern. Dann geht es weiter nordwärts, die Lofoten warten. Unterwegs halten wir noch an einem Supermarkt, aber das Sortiment läßt hier oben außerhalb größerer Ortschaften schwer zu wünschen übrig. In Bognes müssen wir nur kurz auf die Lofotenfähre warten und werden beim Abkassieren irgendwie übergangen. Da aber immer nur soviele abkassiert werden, wie auch drauf passen, registrieren wir das erst, als wir schon im Schiff vor unserem Kaffee sitzen. Beim Aufruf zum Aufsuchen der Autos erwischen wir die falsche Seite und kommen dann durch die eng geparkten LKW nicht durch, also wieder drei Treppen hoch und auf die andere Seite vom Schiff, mit den beiden auf dem Arm kommt man da gleich ins Schwitzen. Wir stellen fest, dass wir noch gar nicht auf den Lofoten sind, sondern noch etwa 40km weiter müssen. Nun ist Paul aber ganz uneinsichtig und schreit durch, was für ihn eigentlich untypisch ist, und was wir uns nur mit einem neuen Zahn erklären können. Auch Clara hat heute zu lange gesessen. Wir steuern einen etwas abseits gelegenen Campingplatz an, der schön am Fjord liegt, ohne Steilküste und mit baumgeschützten Parzellen. Gegenüber parken Reutlinger, am nächsten Tag gesellt sich sogar noch einer dazu.
Mit dem Aufbau kommen wir heute gut voran, da Paul aus seinem Sitz Markus ganz interessiert zuschaut und ich mit Clara den Ministreichelzoo und den Strand begutachte. Der angekündigte Spielplatz besteht aus einem alten Traktor und einem ausrangierten Boot. Es ist hier windgeschützt und auch noch etwas warm, aber das ändert sich schon am Abend. Wir braten die Makrele, die auch von der Tochter begeistert verputzt wird. Als die beiden endlich schlafen ist es schon 23 Uhr. Markus angelt noch unten am Steg und auch ich versuche mein Glück und erwische gleich beim ersten Mal ein Riesengestrüpp, was ich kaum aus dem Wasser bekomme. Die Mücken sind bei der Windstille aber sehr nervig und so geben wir bald auf.



Am Morgen ist das Wetter durchwachsen und wir machen erst einmal nicht viel. Erst nachmittags fahren wir in den Hauptort der Lofoten, Svolvaer, der auf der gleichen Insel liegt wie unser Campingplatz. Als erstes steuern wir einen großen Supermarkt an. Ungünstigerweise sind beide Kinder auf der kurzen Fahrt schon wieder eingeschlafen und so bleibt Markus mit ihnen im Auto und ich gehe ausgerüstet mit Funkgerät einkaufen. Der Laden ist wirklich groß und hat sogar eine Fleisch- und Fischtheke. Wir beraten per Funk über den Essensplan und ich kaufe Fisch und Steaks und Markus Geburtstagsessen. Schwupp, haben wir 1000 Kronen (ca. 130 Euro) ausgegeben und eigentlich nicht allzu viele Tüten gefüllt. Aber für den Preis könnten wir hier auch nur maximal einmal essen gehen.


Auf dem Rückweg machen wir noch eine kleine Stadtrundfahrt mit dem Auto, dann geht es zurück und Markus holt den Grill von einem der Nachbarplätze. Clara hilft begeistert beim sägen der Birkenäste, nur das Feuer will nicht wirklich, es ist alles noch nasses Holz und wir räuchern die Nachbarn kräftig ein. Dann also doch lieber auf dem Gasgrill, das tut den Steaks und Würstchen auch keinen Abbruch. Bei dem usseligen Wetter fallen wir mit den Kindern ins Bett, eigentlich wollen wir nur kurz die Ruhe genießen und die Wärme im Auto. Als wir wieder aufwachen, ist es 2:33 Uhr und die Sonne scheint, sodass Markus mich gerade noch vom spülen gehen abhalten kann. Wir schlafen also einfach weiter und sind am Morgen mal so richtig ausgeschlafen!


Wir machen bei bestem Wetter einen Ausflug nach Henningsvaer, das am anderen Ende dieser Lofoteninsel liegt. Es wird als äußerst malerischer Fischerort gerühmt und so ist es auch. Wir schlendern durch den Ort bis fast bis zum Leuchtturm, vor dem der improvisierte Großparkplatz/ Sportplatz liegt. Drum herum auf den Felsen sind die ganzen Trockengestelle für den Dorsch, die allerdings jetzt leer sind. Getrocknet wird wohl von Februar bis April. Von dort oben hat man einen schönen Blick auf den Ort. Unterhalb picknicken wir und Clara verlässt ihre Trage nicht einmal zum Essen, so froh ist sie, einmal nicht laufen zu müssen. Da hilft auch keine Überredung oder Bestechung, Clara bleibt sitzen, der P sitzt schließlich auch in der Trage.


Auf dem Rückweg wollen wir noch einen Abstecher nach Kabelvag machen, aber unterwegs fällt mir ein Schild nach Kalle ins Auge, und da uns jeder bisher ans Herz gelegt hat, Nebenstraßen zu fahren und einfach mal abzubiegen, biegen wir auch ab und lassen uns überraschen. Zunächst enden wir vor der Zufahrt einer Walverarbeitung wie es scheint, denn unter der Woche kann man hier frisches Walfleisch kaufen (wie übrigens auch in den Supermärkten).


Dann nehmen wir den anderen Abzweig und landen an einem schönen Strand mit improvisiertem Campingplatz. Clara darf ein bißchen graben und forschen, P und ich liegen unterm Regenschirm und Markus gräbt ein Loch bis zum Grundwasserspiegel, wo das Wasser eisig ist wie frisch vom Gletscher. Als wir genug von der Sonne und dem immer noch kalten Wind haben, geht es mit schlafenden Kindern zurück nach Svolvaer, wo wir uns nach einer Fahrt durch den Trollfjord erkundigen. Die Antwort in der Touristinformation ist aber etwas unbefriedigend, man muss am Morgen anrufen um zu erfahren, ob die Tour um 10 oder 11 startet. Die Uhrzeit schaffen wir wahrscheinlich sowieso nicht, also vertagen wir das ganze auf später.
Zurück am Platz gibt es gebratenen Dorsch und noch ein paar Lachssteaks, dann ist Feierabend.
Übrigens muß Clara um einige Zentimeter gewachsen sein, denn plötzlich kann sie nicht mehr aufrecht im Bett stehen, sondern muß den Kopf etwas einziehen.


Heute hat Markus Geburtstag! Wir schlafen aus bis fast 9 Uhr, darauf haben sich unsere beiden Reisewecker mittlerweile eingependelt. Ich mache Frühstück, Spiegeleibrote mit Kakao und Markus hält die Geburtstagsprinzessin und den Geburtstagsprinzen in Schach. Nach den Geschenken kommt er aber leider auch an diesem Tag nicht um den Abbau herum, denn wir wollen weiter, dieser Platz ist zu abgelegen für den Rest der Lofoten. Während Markus packt, basteln Clara und ich eine Geburtstagkrone, die ich in weiser Voraussicht schon an die Fleecemütze nähe. Dann helfen wir noch fleißig mit und nach einer Geburtstagswaffel (die werden hier mit Sauerrahm und Marmelade gegessen) rollen wir wie gewohnt viel zu spät vom Platz. Heute liegt unser Ziel aber nur 3 Lofoteninseln weiter nach Westen, auf Flakstadoy, da haben wir uns einen Platz auserkoren. Die Inseln sind meist durch lange Brücken verbunden, aber auf diese hier führt ein 63m tiefer Tunnel unter dem Meer.


Zum Glück sind wir einigermaßen früh dran, denn der regelrechte Ansturm auf den kleinen Platz beginnt gerade. Männer platzieren ihre Frauen wie Handtücher auf den Liegestühlen und rennen dann atemlos in die Rezeption ohne Rücksicht auf Verluste. Es gibt keine Parzellen und nur die "1. Reihe" hat Meerblick auf den weißen Sandstrand. Wir parken höflich mit gebührendem Abstand zu einem Wohnwagen in der 2. Reihe, doch als ich mit Clara vom Stromkauf zurück komme, haben es 3 große Wohnmobile geschafft, uns einzukeilen. Markus konnte gerade noch die Zeltstangen auswerfen, um genügend Platz für das Vorzelt zu behalten, ein Norweger parkt uns fast auf der Fußmatte und hat sich in die Lücke zwischen der 1. und vormals 2. Reihe gedrängt. Er rollt seinen Vorzeltboden wie einen Schützengraben aus und setzt seine Frau, den Hund und die beiden Stühle darauf. Markus kann gerade noch den letzten Hering daneben einklopfen. Die beiden sitzen samt Bierdosen mit direktem Blick in unser Vorzelt auf unserer Seite, damit sie windgeschützt sind. Dafür hätten sie allerdings auch hinterm Schuppen parken können, aber den meisten Norwegen ist eben Windstille wichtiger als schöne Aussicht, wie es scheint. Berührungsängste haben sie auch nicht, genauso wenig wie die beiden hinter uns, denen kaum 2 Meter Platz bleiben, um aus ihrer Tür zu treten. Zum Glück habe ich unser Stromkabel gleich eingesteckt, denn auch die Stecker werden knapp. Irgendwas scheint diesen Platz in allen Reiseführern auszuzeichnen (für uns war es das platzweite Internet). Die Toilettenanlagen können es nicht sein, denn es gibt genau 2 Toiletten und 2 Duschen für alle. Uns scheint, je weiter wir nach Norden kommen, um so spärlicher werden die Anlagen, allerdings nicht äquivalent zum Preis. Vielleicht liegt das aber auch nur an den Lofoten, die sich allmählich mit Scharen von Reisemobilen füllen.



Nachdem wir unser Plätzchen verteidigt und erfolgreich abgesteckt haben erkunden wir den Platz, aber es ist mittlerweile so windig geworden, dass die Sonne bei 11 Grad Außentemperatur keine Chance hat. So kalt war es uns noch nie an einem Sommertag am Meer!
Markus residiert also mit den beiden im Bus und ich versuche mich am norwegischen Gericht "Römmegröt", aus Sauerrahm, Mehl, Milch, Salz und Zucker zum Kaffee. Es klappt zwar nicht wie erwartet, aber die Meute isst es trotzdem. Danach geht es ohne Pause zur Vorbereitung der Linsen mit Spätzle und Saitenwürstchen, wobei wir uns mit roten Linsen begnügen müssen, dafür gibt es vom Geburtstagskönig handgeschabte Riesen-Spätzle. Ausreichend gesättigt schicken wir die Kinder ins Bett und genießen noch 2 Stunden Elternzeit schlotternd im Vorzelt, während es im Auto immerhin windstille 9 Grad hat.