Palacio Cousiño

28.01.2007

Palacio Cousiño
Der Palast in der Innenstadt Santiagos gehörte der Familie Cousiño und ist hier das einzige noch komplett erhaltene Haus aus dieser Zeit. Leider brannte das Obergeschoß aufgrund eines Kurzschlusses 1968 während des Aufenthalts der Königin von England mitsamt dem Originalmobiliar aus und mußte neu gestaltet werden. Im unteren Teil sind jedoch noch alle Originalmöbel, Teppiche, Böden etc. erhalten.
bescheidener Eingang

Don Luis Cousiño und seine Frau Isidora Goyenechea waren unter anderem durch ihre Kohle- und Silberminen und das bis heute bestehende Weingut Cousiño-Macul unermeßlich reich geworden, sie besaßen zudem noch eigene Schiffe auf denen sie ihren Besitz aus Frankreich herübertransportieren ließen. Don Luis kam jedoch nicht mehr in den Genuß in seinem Palast zu wohnen, er starb vorher an Tuberkulose. Seine Frau führte den Bau zuende, und daß sie damals die reichste Frau ihrer Zeit in Chile war sieht man heute noch an der Ausstattung des Palastes.
Dach der Eingangstür
Er wurde zwischen 1870 und 1878 erbaut und sämtliches Mobiliar, Vorhänge, Wandbehänge, Böden und Geschirr wurden aus Europa, vornehmlich Frankreich und Italien importiert. Der Parkettboden alleine besteht überall aus verschiedenen französischen Hölzern und hat in jedem Raum ein anderes Muster. Die Steinfliesen sind alle in Italien handbemalt. Der Marmor in den verschiedensten Farben stammt aus Frankreich, Italien, Griechenland und Tschechien. Das Geschirr kam aus Sevres und Meißen, das Besteck aus chilenischem Silber wurde in Frankreich gefertigt. Die Glühbirnen, die später die Gaslichter ersetzten, wurden bei Thomas Edison persönlich gekauft, es war eines der ersten Häuser in Chile mit elektrischem Licht und Fußbodenheizung. Einer der wenigen Gegenstände die in Chile hergestellt wurden ist der kleine Einpersonenaufzug, der das Erdgeschoß mit dem 1. Stock verbindet, es war angeblich der erste Aufzug seiner Art in ganz Amerika.
Das Familienwappen, in dem alle Buchstaben des Namens verschlungen enthalten sind, ist hunderte von Malen im Haus wiederzufinden, eingraviert in Türen und Böden, auf Stoffen und Besteck und in den Zimmerdecken.
wachsame Löwen

Nach dem Tod der Erbauer wurde der Palast 1940 von den Erben öffentlich versteigert und vom Bürgermeister Santiagos erworben. Seither und bis zu dem Brand von 1968 wohnten Staatsgäste im Haus. Seit 1977 wird der Palast als Museum genutzt, da dieser Tip in keinem deutschen Reiseführer zu finden ist waren wir wieder einmal die einzigen Ausländer, obwohl die Führung sogar in englisch erhältlich ist.
Erholung im Park Gummibaum
Im angrenzenden kleinen Park, der erst vor kurzem wieder zum Haus dazu erworben wurde, stehen noch zwei riesige Gummibäume, die mehrere hundert Jahre alt sind, ansonsten läßt der Park im Vergleich zum Palast etwas zu wünschen übrig. Grünanlagen werden in Santiago aber leider nicht für so wichtig erachtet.

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