Grillen auf chilenisch

18.10.2009

Für den Sonntag hatten wir spontan ein Grillevent im Park eingeplant. Ganz chilenisch: mit dem Auto bis an die Feuerstelle fahren, den halben Hausrat ausladen und es sich für den Tag gemütlich machen.
Sonntag früh allerdings versuchte uns das Wetter, das dieses Frühjahr ganz besonders launisch ist, einen Strich durch die Rechnung zu machen: es nieselte als wir aufstanden!

Kassierer hoch zu Pferd

Also hin und her überlegt und telefoniert, und als das Wetter schliesslich gegen Mittag besser wurde, entschieden wir trotz der Kälte, am ursprünglichen Plan fest zu halten.
Markus und ich bildeten die Vorhut, um einen Grill zu sichern. Man weiss ja nie, wie voll es wird. Am Eingang des Parque Intercomunal (mitten zwischen den Stadtteilen Las Condes und La Reina gelegen, nur eine Viertelstunde von unserer Wohnung entfernt) zahlt man den Eintritt: 3.000 Peso für ein volles Auto oder 1.000 Peso pro Nase zu Fuss. Die Grillhütten werden separat abgerechnet, hiess es.

allgemeines Grillen

Wir passierten zunächst die typischen Parkattraktionen: Ponyreiten, Fohlenstreicheln, mit Pferd fürs Foto posieren, Karrussel, Zuckerwattewägelchen, Süssigkeitenverkäufer, Pseudodampflok mit Waggons für die Kleinen, Fussballwiesen und weiter entfernt sogar ein See mit Bötchen, die werden allerdings erst im Sommer aktiviert.
Es war trotz des morgendlichen Niesels voll, aber unter den etwa 100 Grillhütten (zumindest waren sie so weit durchnummeriert) fanden wir unser Plätzchen. Geparkt, ausgeladen und dann machte Markus sich ans Feuer und ich passte auf Clara auf - typische Rollenverteilung, auch in Chile. Sogar das Wetter hatte sich chilenisiert: strahlendblauer Himmel, Sonne und warm wurde es auch wieder.

gleich geht´s los

Nach und nach trudelte der Rest ein und dann ging es auch schon los: Choripans (Grillwurst im Brötchen), Fleisch und Salate.
Kaum glühte der Grill, wurde er auch schon abgerechnet: ein Parkwächter ritt hoch zu Ross heran und kassierte die Gebühr von 3.600 Peso. Dafür kann man aber auch mit 15 Mann oder mehr grillen und sich sogar noch die Gasgrills von Zuhause als Verstärkung mitbringen. Nur das Pinkeln war nicht im Grillpreis inbegriffen... aber die 100 Peso investiert man gerne für eine frisch geputzte Brille.

Ran an die Wurst

Um 19 Uhr 30 schliesst der Park, hiess es am Eingang, aber damit hat es in Chile niemand eilig. Die Angaben zählen als ungefährer Richtwert, denn als wir pünktlich und pflichtbewusst kurz vor halb acht durch das Tor rollten, lag der halbe Park noch voller Leute und die Grillwolke hatte sich noch lange nicht verzogen.

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