Quebrada de Colina

31.08.2008

das Tal des Río Colina
Die Quebrada de Colina liegt nur 40 Kilometer nördlich von Santiago und man soll dort wandern können. Das war das Maximum an Informationen, die das Internet hergab. Also brechen wir Sonntag morgen mit Team Viña zusammen auf, um uns das ganze einmal anzuschauen. Wie so oft versperren uns ein (wenn auch geöffnetes) Tor und ein großes Schild "No entrar - propiedad privada" einer Mine den Weg. Aber nach zwei Jahren in Chile lassen wir uns so leicht nicht abspeisen, schicken Team Viña als quasi-Einheimische vorweg und folgen der Schotterstraße bis zu einer Parkmöglichkeit an einer Brücke über den Río Colina. Hier lädt gerade eine zwölfköpfige Familie die Grillutensilien vom Pickup, um sich damit unten am Fluss niederzulassen. So verboten kann der Zutritt also nicht sein. Wäre das Schild ernst gemeint, dann hätte das Tor verschlossen und ein Pförtner dahinter aufpassen müssen. So hält es allenfalls Touristen ab. Wir parken und steigen hoch zum Beginn des Wegs, einer ausgetretenen Spur, die in das Tal führt, immer oberhalb des Río Colina.
Bachquerung blühende Wiesen mit Kakteen
Dank des regenreichen Winters ist auch hier alles frühlingshaft grün, in ein paar Monaten wird es hier sicher wieder staubfarben aussehen. Nach eineinhalb Stunden erreichen wir einen Bach, der gequert werden will, danach verlieren wir die Spur und irren ein wenig im breiten Kiesbett des Flusses herum, wobei Adlerauge Markus den einzig sichtbaren Bewohner, einen Frosch, erspäht. Da keiner Lust hat, sich durch das dichte Gestrüpp zu schlagen, kehren wir schließlich um.
Endstation Bachbett kakteenbestandene Wand
Auf dem Rückweg treffen wir auf eine Gruppe Pfadfinder, die hier zu einer Übung sind, wie sie uns erklären. Wir erfahren, dass wir den Weg verpasst haben und eigentlich noch viel weiter hätten laufen können. Das sparen wir uns aber lieber für das nächste Mal auf, außerdem haben Markus und ich uns gestern beim skifahren in La Parva bereits verausgabt. Zudem lockt eine weitere Attraktion Colinas, nicht das bekannte Gefängnis, sondern die Termas de Colina. (Nicht zu verwechseln mit den Baños de Colina im Cajón de Maipo.)
der Pfad Termas de Colina
Entgegen aller Befürchtungen ist am heutigen Sonntag überhaupt nichts los und wir bekommen gleich zwei große Doppelbäder zugewiesen. Das nur etwas mehr als lauwarme Wasser heizt man sich bis zur gewünschten Temperatur mit dem heißen Thermalwasser aus dem Hahn auf. Nach einer halben Stunde sind wir eingeweicht, durchgewärmt und reif für das Sofa, weshalb wir uns gleich auf den Heimweg machen.

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