Santiago

(...Kultur nur bei Besuch...)

22.-23.11.2007

Donnerstag

Obwohl Santiago nicht gerade eine der attraktivsten Städte ist die man sich vorstellen kann, gibt es doch einiges anzuschauen und ein paar hübsche versteckte Ecken. Da wir bei gutem Wetter immer die Natur dem Lärm und der schlechten Luft vorziehen, haben wir noch einige Lücken in unserem kulturellen Stadtplan. Erst warteten wir auf den Winter und auf schlechtes Wetter, aber meist rief die Couch dann doch lauter als das ein oder andere Museum, und so war lange geplant, mit sämtlichem anstehenden Besuch die schöneren Ecken Santiagos aufzusuchen.

Ende November war es dann soweit: mein Vater landete pünktlich am Donnerstag morgen mit einem LAN Flug und wir standen bereit zur Abholung mit einer Liste von Dingen im Kopf, die gleich in den ersten zwei Tagen abgearbeitet werden sollen. Nach dem einchecken im Gästezimmer und kurzer Erfrischung fuhren wir also mit der Metro in die Stadt zu unserer ersten Station, dem Präsidentenpalast - La Moneda:
La Moneda Blick von der Plaza de la Constitucion
Hier weilte gerade der Großherzog von Luxemburg mit Frau zu Gast wie wir erfuhren, als wir nach der Bedeutung der rot-weiß-hellblauen Flaggen fragten. Vorher hatten wir noch spekuliert, welches südamerikanische Land das wohl sein mochte. Zwar war die Moneda daher heute für den Publikumsverkehr gesperrt, dafür sahen wir aber den von vielen Motorrädern der Carabineros begleiteten Wagen mit dem Ehrengast kurz darauf an uns vorbeirauschen.

Anschließend schlenderten wir zur Plaza de Armas, wo es zunächst ins Gebäude von Correos Chile ging, dem Hauptpostamt. Damals waren Markus und mir im Weihnachtspostwahn die schöne Decke und der riesige Leuchter gar nicht so recht aufgefallen.
in der Hauptpost Glasdach über Kronleuchter
Heute fanden wir dafür noch eine ganze Wand mit schönen altmodischen Postfächern im hinteren Teil des Gebäudes.
Schließfächer noch ein Blick nach oben
Nach einem Rundgang durch die ebenfalls an der Plaza de Armas gelegenen Kathedrale, die zwar von außen nicht so groß wirkt, aber innen doch fast 100m Länge aufweist, bewunderten wir noch den großen Plastikweihnachtsbaum und besuchten Pedro de Valdivia, den Gründer Santiagos, der hier noch als Statue zu Pferd sein Werk bewacht.
Kathedrale an der Plaza de Armas Pedro de Valdivia
Auf der Plaza spielte gerade zahlreich der Schachclub unter schattenspendenden Bäumen und auch die Carabineros mit ihren beiden Hunden im grünen Cape standen lieber im Schatten als in der prallen Sonne.
der Schachclub in Aktion Carabineros im Schatten
Nach einem Kaffee in einem der zahlreichen Cafés machten wir uns auf den Heimweg, und holten unterwegs noch Markus von der Arbeit in seinem Telefonica-Turm ab, bevor wir abends zum Fischessen beim Peruaner "El Otro Sitio" einkehrten.
alt und neu an der Plaza de Armas Gebäude der Telefonica

Freitag

Am nächsten Tag starteten wir nach dem obligatorischen Wochenendeinkauf mit einem Besuch von "La Chascona", dem Haus von Pablo Neruda, dem chilenischen Literaturnobelpreisträger.
La Chascona Balkon in Bellavista
Nach der Führung liefen wir zum Mercado Central (Fischmarkt), eine 1872 in England gefertigte Eisenkonstruktion, die ursprünglich als Kunstausstellungshalle gedacht war. Außen befinden sich unzählige Stände mit Fisch und Meeresfrüchten, innen wird in den Restaurants jeglicher Meeresbewohner frisch zubereitet und man setzt sich zum Essen an lange Tische.
La Chascona im Mercado Central
Fisch, soweit das Auge reicht ...und noch mehr Fisch
Bei steigenden Temperaturen tranken wir unterwegs in der Fußgängerzone zur Abkühlung einen Mote con Huesillo (kalter Pfirsichsaft mit Graupen und einem eingeweichten Trockenpfirsich, typisch für den chilenischen Sommer) um dann zur Iglesia de San Francisco an der Alameda zu laufen. Die älteste noch erhaltene Kirche Santiagos wurde 1586 erbaut und besitzt einen bemerkenswerten Parkettfußboden.
Kreuzgang des Franziskanerkonvents das Museumsmaskottchen
Nebenan schließt sich das Franziskanerkonvent an, mit Museum und einem überaus ruhigen, begrünten Innenhof, der einen Besuch wert ist. Zum Museum gehört ein zahmer Hahn, der zudem noch fotogen ist: sieht er eine Kamera, kommt er angelaufen und posiert!
der zahme Gockel Museum im Franziskanerkonvent