Parque Tricahue

Papageien und 3 Fische

17.+18.04.2009

Schon das 4. Wochenende hintereinander sind wir unterwegs. Das haben wir selten geschafft und haben auch am Samstag morgen eigentlich gar keine Lust, wegzufahren. Aber da wir ein Zimmer im Refugio Tricahue gebucht haben, was man spontan nicht absagen kann, da es dort weder Telefon noch Internet gibt, fahren wir trotzdem. Auf der Strecke nach Talca kennen wir mittlerweile jede Copec-Tankstelle, an denen es die leckeren Avocado-Tomate-Completos und frisch gepressten Orangensaft gibt. Auch die drei Mautstellen verdienen wieder gut an unserem Ausflug.
Wanderung mit Hund über dem Río Armerillo
Am frühen Nachmittag kommen wir im Refugio an, das zwar ziemlich einsam aber doch gut erreichbar über die Ruta Internacional nach Argentinien liegt, und von einem belgisch-französischen Paar betrieben wird. Wir beziehen das gebuchte Sternenzimmer, in dem über dem Bett eine ebenso große Glasscheibe freien Blick in den Himmel gewährt und faulenzen erst einmal. Da wir das aber auch billiger zuhause hätten tun können, raffen wir uns doch noch zu einer Wanderung im angrenzenden Parque Tricahue auf. Wir bekommen eine für chilenische Verhältnisse detaillierte Karte und machen uns auf den Weg.
schmale Waldwege Hund voraus
Die beiden Hunde des Refugios scheinen darauf nur gewartet zu haben, endlich geht jemand mit ihnen spazieren! Sie rennen begeistert mit, der ältere immer schön bei uns, der jüngere immer voraus. Die Wanderung führt in drei Stunden durch ein schönes Waldgebiet bis zur Schlucht des Río Armerillo und zum wohl größten und ältesten Baum des Parks, El Tata genannt. Auf dem Rückweg beginnt es schon zu dämmern und wir hoffen auf eine Abkürzung. Die Hunde, die den Weg wie ihren Futternapf kennen sollen, haben anderes im Sinn, als uns wie erhofft, den schnellsten Rückweg zu zeigen. Zum Glück finden wir auch so den richtigen Weg und kommen bereits im dunkeln wieder ans Refugio.
Cajón del Armerillo Río Armerillo
Verpflegung muss man auch hier mitbringen und so wärmen wir in der Küche unseren mitgebrachten Eintopf auf und unterhalten uns mit den beiden anderen Gästen aus der Schweiz. Nach dem Essen fallen wir in unser Bett mit Himmelsblick und haben die halbe Milchstraße über uns.
Am nächsten Tag sind wir unentschlossen, eigentlich wollen wir faulenzen statt wandern. Alternativ lassen wir uns den Weg zu einem Angelplatz am Río Claro beschreiben. Der Weg dorthin ist zwar kurz, aber etwas beschwerlich, jedenfalls für unser Auto. Dann sucht Markus einen geeigneten Platz und wir verbringen die nächsten 3 Stunden ungestört am Fluss, in dem auch tatsächlich ziemlich schnell unser Abendessen anbeißt: drei Forellen! Eine meint es ernst und springt zurück ins Wasser, Markus mutig hinterher und holt sie sich zurück.
Refugio Tricahue Markus vor dem Sternenzimmer
Währenddessen sehen wir auch die Namensgeber des Parks: mehrere Schwärme von Tricahues, eine fast 50cm große, bunte Papageienart, die sich eher wie ein Wildentenschwarm anhören statt wie die üblichen Arten zu kreischen.
Markus im Río Claro Río Claro
Eigentlich warten wir noch auf die vierte Forelle, da gesellen sich drei Chilenen zu uns, die ihre Angel genau neben uns auswerfen und uns eine Unterhaltung aufzwingen. Wahrscheinlich wollen sie uns nur daran hindern, noch mehr Fische aus dem Wasser zu ziehen. Also machen wir uns auf den Heimweg, drei Fische reichen.
Der Angler... ...und sein Fang.
Zurück in Santiago packen wir sie mit Olivenöl, Knoblauch und Petersilie in den Ofen und dazu gibt es Rahm-Sauerkaut der ehemaligen Colonia Dignidad. Der Angler und die Beangelte sind mit dem Fang äußerst zufrieden.

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